Plausch & Rausch – Whiskytreff in Offenbach

Seit Dezember 2017 veranstalten wir alle paar Wochen unseren Whiskytreff unter dem Namen Plausch & Rausch. Das Prozedere ist so, dass jede/r  eine Flasche Whisky mitbringt und wir am Abend gemeinsam alle Whiskys verkosten und darüber fachsimpeln und uns austauschen. Meist sind wir so 10 Personen. Viel größer soll die Runde erst mal auch nicht werden. Denn es soll ja alles auch in Ruhe verkostet werden.

Beim Plausch & Rausch im August waren es am Ende 12 Whiskys, darunter wirkliche Exoten wie den »Black Ram« aus Bulgarien, einen vietnamesischen Spirit namens »Wall Street«, den baskischen »Agot« Whisky oder den »Paul John« aus Indien.

Aber manchmal sind auch ganz einfach nur schottische und irische Whiskys. Aber auch schon Whiskys aus Deutschland, aus der Schweiz, Bourbon oder japanische Whiskys waren schon dabei.

Wenn ihr auch mal vorbeikommen wollt, oder einfach nur so neugierig seid, dann  könnt ihr unserer FB-Gruppe Stay Rude, Drink Rebel beitreten oder uns eine Mail Schreiben.

          

          

     

 

Ledaig 2004 von Spirit & Cask Range – Kraftvolle Eleganz

Rauchige Whiskys aus der Tobermory-Distillery auf Mull werden Ledaig genannt. Dieser von Spirit & Cask Range abgefüllte Single Cask Whisky hat knapp 14 Jahre im Fass verbracht.

In der Nase verhaltener Rauch, etwas malzige Süße und eine leichte medizinische Note. Die 60 Vol % spürt man beim Riechen so gut wie gar nicht. Nach einer Zeit im Glas kommt der rauch stärker durch, mehr kaltes Lagerfeuer und Torf.

Ölig im Mund, salzig, dezenter rauch für einen Ledaig. Trockener als die Nase vermuten lässt. Im Abgang Vanille, Holz, weiterhin feiner Rauch.

Mit etwas Wasser geht er noch mal etwas mehr auf, die Aromen kommen stärker hervor.

Je mehr Wasser man dazu gibt desto mehr kommen Noten von grünem Apfel hinzu, aber auch eine Brise Jod. Der Alkoholgehalt erlaubt es ja schön mit der Wassermenge zu spielen.

Ein Malt, der einerseits recht süffig ist und durch die Beigabe von Wasser sein eigentliche Vielschichtigkeit zeigt.

Auchentoshan und die dreifach Destillation (Reisebericht)

Auchentoshan war ebenfalls eine Station der Mitarbeiter/innenreise und zwar weil es die einzige ausschließlich dreifach destillierende Brennerei Schottlands ist. Die Brennerei wird zu den Lowlands gezählt und liegt in Alexandria, einem Vorort von Glasgow.

Bis vor wenigen Jahren war es recht still um die Brennerei. Als sie noch zu Morrisson Bowmore gehört, legte die Unternehmensleitung viel mehr wert auf die Islay Brennerei Bowmore. Auchentoshan wurde etwas stiefmütterlich behandelt. So wurde erst 2004 überhaupt ein Visitor Center eingerichtet. Damals wurde gerade mal etwa 500.000 Liter im jahr destilliert. Mittlerweile hat sich allein n den letzten zwei Jahren der Anteil an verkafuten Flaschen um 60 %, auf 1,4 Millionen, gesteigert.

Dabei hat sie bereits eine lange Geschichte. Sie wurde 1817 gegründet, noch unter dem Namen Duntocher Distillery. Durch den Verkauf im Jahr 1834 bekam sie ihren heutigen Namen. 1941 wurde die Brennerei und Warehouses durch einen Luftangriff der Nazi-Luftwaffe stark zerstört. In den 60 Jahren wurde die brennerei wie einige andere in Schottland von Brauereien betrieben, unter anderem von dem Unternehmen Tennent’s, welches heute noch aus viele Zapfhähnen schottischer Pubs strömt.

Die normale Tour ist klassisch wie man es schon aus anderen Brennereien kennt.man durchläuft die verschiedenen Produktionsschritte. Das schöne hier, man kann über all fotografieren, ausser in den Warehouses. Also ganz andersherum als in anderen Brennereien. Da merkt man schnell, dass es da im seltenstens Falle darum geht Explosionen durch elektrische Geräte wie Handy und Kameras zu verhindern.

Mashtun mit Kupferdeckel


Innenleben der leeren Mashtun

Das spannenste war sicherlich die dreifache Destillation und die drei Proben, die das Ergebnis jeden einzelnen Brennvorgangs abbilden. Üblicherweise wird in Schottland lediglich zweifach destilliert.

Wir durften auch an allen dreien riechen und da weiß man schnell, warum man die ersten beiden Durchläufe noch nicht ins Fass füllt. Das Grün entsteht übrigens durch das Kupfer der Brennblasen, erst nach durch mehrmaliges destillieren wird der Spirit immer klarer. Der New Make hat durch die dreifache Destillation einen höheren Alkohol als üblich und liegt bei 81 %. Aber bevor er ins Fass kommt wird er auch üblicherweise auf 63,5 Vol % herunter verdünnt.

Ebenfalls eher unüblich ist bei einer Brennerei in dieser Größenordnung, dass die gesamte Produktion für Single Malts verwendet wird und keine Blends bedient werden.

Am Ende gab es dann einen Dram und, was ich eher unnötig fand einen Cocktail mit Whisky, Bier und Zitronensaft. Immerhin hübsch serviert in der kleinen E-Mail-Tasse, die man auch mitnehmen durfte.


Der Distillery Cask durfte dann natürlich auch noch mit und wird in einem der nächsten Tastings verkostet.

Die »harten« Fakten:
• Aktuelle Abfüllungen: American oak 12 Yers, Three Woods, 18 Years,
21 Years, Blood Oak, Noble Oak (24 Years), Bartenders malt
• Produktionsmenge: 1,75 Millionen Liter
• Mashtun: 1 x Stainless Steel mit Kupferdeckel
• Washbacks: 4 x Oregon Pine, 4 x Stainless Steal jeweils 38,000 l
• Brennblasen: 3 Brennblasen für dreifache Destillation
• Fermentation: 50 bis 120 Stunden


Washbacks


The Spirit Safe


Warehouse

Fotos u.a. Berit Abel und LP

12. & 13. Oktober: »Die Genussverstärker« auf der 4. Mühlheimer Whiskymesse

Am 12. und 13. Oktober findet in Mühlheim am Main, die 4. Whiskymesse statt. Dieses Jahr sind wir wieder mit dabei und freuen uns auf diese familiäre und gemütliche Messe. Hier st es noch möglich in Ruhe seine Drams zu verkosten mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und sich unter einander auszutauschen.

Wir werden eine spannende Auswahl an Abfüllungen The Whisky Chamber, Berry Bros & Rudd, House of McCallum, St. Kilian, Glen Scotia, Kilchoman sowie eine kleine Auswahl an Rum.

Samstag: 12–20 Uhr

Sonntag: 12_ 18 Uhr

Fährensraße 2, in der AWO Mühlheim

Eintritt: 7 Euro (inkl. Tastingglas)

High Five Blended Malt – The Whisky Trail

Der Dritte im Bunde des Bottlings von The Whisky Trail ist nach »Islay’s Southcoast« und »Orkney Isles« dieser 15jährige Blended Malt »High Five«.
Die fünft namhaften Destillerien, die hier ihren Whisky beigesteuert haben, sollen Highland Park, Macallan, Bunnahabhain, Glenrothes und Tamdhu sein. Alle mindestens 15 Jahre alt und komplett in ex-Sherry-Fässern gereift.

Mit 43,1 Vol% ist er leichter als die beiden anderen Abfüllungen. In der Nase merkt man die Sherry-Fass-Reifung deutlich. Aromen von Feigen, Trockenfrüchten, Datteln und Nüssen, aber auch etwas Tabak.

Im Mund dann weich, elegant aber viele Gewürze, Zartbitterschokolade und Nüsse, dazu etwas was an Pflaumenmarmelade erinnert. Unheimlich komplex, aber dennoch ein Whisky mit geringem Trinkwiderstand.