10. November: WINZER VOR ORT: Lukas Krauß


Lukas Krauß, auch bekannt als Mann mit Hut, kenne ich bereits seit einigen Jahren und seine Weine haben es in sich. Auf der diesjährigen Prowein habe ich seine Weine erneut verkostet und beschlossen, die Weine gehören bei uns in den Laden. Gleich ob es die super trinkige Weißwein-Cuvée »Chapeau Krauß« ist oder seine halbtrockene Hommage an die Liebfraumilch. Seine Leidenschaft für die sonst fälschlich verpönte Rebsorte Silvaner drückt sich in seinen Weinen aus. Gleich ob es der Basis Silvaner (1 Hut) oder der Silvaner mit 2 Hüten ist oder gar sein Silvaner Brut Sekt. Auch Rosé Weine und Rote sind eine Entdeckung wert.

Nicht zu letzt sein Engagement mit der Initiative Wein gegen Rassismus lässt ihn dann wirklich super zu uns passen.

Am 10. November erzählt er euch etwas über seine Weine, seine Arbeit im Weinberg und Weinkeller und dabei gibt es ein paar kleine Snacks, passende Musik und viele tolle Gespräche.

Anmeldung ist nicht erforderlich. Gerne könnt ihr für die verkosteten Weine eine kleine Spende geben. Lukas wird von 13 bis 17 Uhr euch Rede und Antwort stehen und Weine einschenken.

Zum Tête-à-tête mit dem „Ménage à trois“ – ich verstehe nur Bahnhof oder Burgunder Cuvée?

Wer kräftigen Weißwein liebt, liegt mit „Ménage à trois“ vom Weingut Eymann vermutlich genau richtig. Es handelt sich bei diesem Wein um ein Cuvée aus Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder. Die Trauben wurden gemeinsam von Hand gelesen und sind spontan vergoren. Das macht diesen Wein besonders komplex in seiner Aromenvielfalt. Gereift ist er im Doppelstückfass, einem traditionellen Holzfass. Ihr merkt bereits, dass hier viel Herzblut mit im Spiel ist.

In der Nase eine anregende Mischung aus Frucht und Würze – Mirabelle, Quitte, Rosmarin, Holz. Was der Geruch verspricht, findet ihr auch im Geschmack wieder: würzig, mineralisch, holzig-herb und zitrus-fruchtig. Nehmt euch Zeit für diesen Wein, denn er kann beim Trinken ruhig etwas Muße vertragen, um seine Aromen voll zu entfalten.

Allein oder mit Begleitung? Eine Kleinigkeit zum Wein zu essen, ist eine gute Idee – etwas Baguette mit Kräuterbutter, schwarze Oliven oder auch etwas Käse wie z.B. mittelalter Gouda. Wenn der Grill gerade an ist, probiert doch einfach auch mal gegrillte Wassermelone mit Ziegenkäse dazu– ein sehr feines Geschmackserlebnis!

Neugierig geworden? Wir hoffen, dass euch gerade das Wasser im Mund zusammenläuft und ihr Lust bekommt, euch ein eigenes (Geschmacks-)Bild von diesem tollen Wein zu machen.

Weingut Eymann, Pfalz, MÉNAGE À TROIS, Toreye, trocken, 2017

1. September: Jubiläumsfeier – 5 Jahre Laden

Am Samstag den 1. September feiern wir 5 Jahre Laden am Goetheplatz. Im August 2013 hatten wir den Laden eröffnet. Zuvor lag der Schwerpunkt bei Tastings, doch irgendwann war ein eigener Laden, eben der nächste Schritt.

Am Anfang wurden wir noch etwas belächelt. Ein solcher Laden im Nordend, ja warum nicht, und die Zeit gab uns Recht. Mittlerweile ist der Laden weit über die Stadtgrenzen für seine tastings aber auch sein Angebot an aussergewöhlichen Weine, Whiskys, Gins und Rums bekannt. Das wollen wir mit euch feiern.

Mit dabei ist ein Winzer der ersten Stunde. Markus Hinterbichler ist einer von drei Winzern, mit denen wir anfingen. An diesem Tag wird er selbst vor Ort sein und seine Weine vorstellen.

Desweiteren wird es kleine Überraschungen geben.
Wir feiern von 13 bis 17 Uhr und freuen uns auf euren Besuch.

Parallel dazu feiern auch unsere Nachbarinnen von der Etagerie ihr Fünfjähriges. (11–18 Uhr)

Weißer Burgunder mit Pepp!

Mit Weißburgunder verbinden wir häufig die Vorstellung vom kleinen Geschwisterchen des Grauburgunders – leichter, weniger intensiv und weniger aromatisch. In vielen Fällen ist das wohl auch so, aber wie immer im Leben, gibt es Ausnahmen.

Der Weiße Burgunder vom Weingut Pfirmann zeigt, dass auch diese Rebsorte einen kräftigen Geschmack mitbringen kann. In der Nase erinnert er an Sommerfrische, frische Blüten, Honigmelone, Honigsüße – eine tolle Kombination aus Frische und Süße, die Lust darauf macht sofort den ersten Schluck zu probieren. Im Mund kommt er fruchtig-frisch mit einer leichten Würze daher – Honigmelone, Nektarine und Zitrone!

Er braucht nicht unbedingt einen Begleitung. Doch wenn es etwas zu Essen dazu geben soll, wäre gebratenes Hähnchen, gebratener Fisch oder auch Melone mit Schinken eine gute Begleitung.

Man könnte ihn als etwas anspruchsvolleren Terrassenwein beschreiben. Nicht einfach „Zisch und weg“ sondern etwas für den ganzen Abend – gemütlich auf der Terrasse oder mit ein paar Freunden in einer entspannten Runde.

Wie immer hilft es nur, sich ein eigenes (Geschmacks)bild zu machen. Hier haben wir auf jeden Fall einen Kandidaten, der etwas zu bieten hat.

Weingut Pfirmann, Pfalz, Weißer Burgunder, Landschneckenkalk, trocken, 2017

Roter Portwein – eine Wissenschaft für sich?


Wenn man sich für roten Portwein interessiert, kommt man schnell an den Punkt, an dem einem Wörter wie Ruby, Tawny, LBV oder Colheita um die Ohren fliegen – nur um mal ein paar Begriffe zu nennen. Wir wollen hier mal etwas Klarheit in die rote Portwein-Welt bringen und euch mit etwas Basiswissen versorgen.

Faß oder Flasche?
Ein entscheidendes Kriterium zur Unterscheidung der verschiedenen Portweinstile ist die Lagerung. Flaschengelagert sind die Rubys. Sie zeichnen sich durch eine violett bis tiefdunkelrote Farbe aus – rubinrot könnte man auch sagen. Geschmacklich sind die Rubys frisch und beerig, rote Beeren, Kirschen, ein Hauch von Schokolade. Natürlich kann man hier nicht alle Qualitätsstufen über einen Kamm scheren, aber dazu später noch etwas mehr.

Die Tawnys reifen in kleinen 550 Liter Holzfässern, den pipas, und haben eine bernsteinfarbene bis braune Färbung. Die Fasslagerung hat natürlich auch einen Einfluss auf den Geschmack, vor allem, weil diese Portweine mit Sauerstoff in Berührung kommen und sozusagen oxidativ reifen. Tawnys gehen geschmacklich in Richtung Nussaromen, Trockenfrüchte, Marzipan und Karamell. Doch auch hier weisen die verschiedenen Qualitätsstufen einen Unterschied in der Intensität der Aromen auf.

Qualitätsstufen – verschnitten oder nur ein Jahrgang?
Die Standardqualitäten sind ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge. Sie werden nach ca. 2–3 Jahren Lagerung abgefüllt. Ist das etwas Schlimmes? Nö. Sie sind trotzdem lecker und irgendwo muss der Spaß ja auch anfangen. Auf jeden Fall ein guter Einstieg oder auch als „all day“ Port gut geeignet. In der Komplexität und Aromenvielfalt ist natürlich noch Luft nach oben im Vergleich zu länger gereiften, ausgewählten Jahrgängen. Doch schlägt sich das eben auch preislich nieder.

Reserve – diese Bezeichnung gibt es sowohl für Ruby-Ports als auch für Tawny-Ports. Auch hier werden mehrere Jahrgänge miteinander verschnitten, doch die Lagerzeit ist länger im Vergleich zu den Standards. Ein Reserve Ruby lagert 3-5 Jahre und ein Reserve Tawny 6-7 Jahre.

Tawnys mit Altersangaben – 10, 20, 30 oder 40 Jahre – hier ist die Altersangabe das Mindestdurchschnittsalter, der für den Verschnitt verwendeten Portweine. Je älter die Portweine sind, desto intensiver werden die Aromen. Der Charakter, der einen Tawny ausmacht, zeigt sich klar. Eine Crème brulée oder ein Pastel de Nata zu einem 20 jährigen Tawny Port, das ist etwas, wonach man sich die Finger schleckt.

LBV – late bottled vintage – ist eine Bezeichnung für einen Ruby-Port, der ausschliesslich aus einem Jahrgang hergestellt wurde. Im Prinzip ein Mittelklasse Ruby. LBVs sind sehr lecker zu Nachspeisen mit Schokolade oder starken Käsesorten wie Stilton. Auch hier zeigt sich geschmacklich klar, die beerige, fruchtige Aromatik für die Ruby-Portweine stehen.

Colheita – das ist der portugiesische Begriff für Ernte. Portweine mit dieser Bezeichnung sind Tawnys aus einem einzigen Jahrgang. Sie sind mindestens 7 Jahre gelagert – oft aber auch wesentlich länger. Bei jahrgangsreinen Portweinen ist die Voraussetzung, dass der Jahrgang eine entsprechend gute Qualität mitbringt. Diese Art von Tawnys genießt man am besten pur, also ohne etwas zu essen dazu. Es gibt aber auch weiße Colheita Portweine.

Vintage – mehr geht nicht bei den Ruby Ports. Die Ehre als Vintage abgefüllt zu werden, schaffen nur 1-2 % eines Jahrgangs, wenn es der Jahrgang überhaupt her gibt. Denn Vintages werden nur in besonders guten Jahrgängen gemacht. Das ist nicht viel und erklärt den Preis. Diese Portweine werden nach 2-3 Jahren ungefiltert in Flaschen abgefüllt und reifen Jahrzehnte dort weiter. Beim Genuß einer Vintage-Abfüllung solltet ihr unbedingt auf den Jahrgang achten, denn in der Zeit der Reifung durchlebt er verschiedene Phasen. In der Verschlußphase (5-20 Jahre nach dem Erntezeitpunkt) macht es unter Umständen nicht so viel Spaß, ihn zu trinken. Geduld zahlt sich hier wohlmöglich (geschmacklich) aus.

Bei all diesen Klassifizierung und Qualitätsanforderungen ist aber trotzdem zu beachten, dass das, was natürlich wie immer zählt, der persönliche Geschmack ist. Nützt ja nichts, wenn etwas gehypt wird und es euch persönlich nicht schmeckt. Da hilft nur probieren, um sich selbst ein (Geschmacks-)Bild von der Geschichte zu machen.

Zu weißem Portwein haben wir hier schon einen kleinen Artikel