GinGer – Frankfurter Gin mit Ingwer

Ingwer ist gesund, aber vor allem ist Ingwer eine sehr aromatische, leicht scharfe Wurzel, die in vielen Gins als klassisches Botanical verwendet wird. Die würzige Schärfe aber auch die manchmal ins zitronige gehende Note, passen hervorragend zu Gin. Beim GinGer zeigt der Name bereits, dass man hier ganz auf den Ingwer setzt und nicht nur als ein Botanical unter vielen, sondern man baut ihm eine ganz große Bühne.

GinGer aus Frankfurt setzt alles auf eine Karte und sticht damit. Pur kommt die leichte Schärfe wunderbar zu den Zitrusnoten und Wacholder, gepaart mit einer leichten Süße. Super zum pur genießen, leicht gekühlt im Glas.

Mit Tonic wird es gin-typischer. Der Wacholder wird mehr herausgekitzelt und die Schärfe geht etwas in den Hintergrund. Gute Kombinationen fanden wir mit Fever Tree Indian Tonic oder noch spannende mit dem Lemon Tonic von Fever Tree.

Wie läuft ein Gin-Tasting bei uns ab?


Diese Frage bekommen wir öfters gestellt und natürlich ist es am besten mal eines zu besuchen, aber ich werde kurz unsere Vorgehensweise dabei vorstellen.

Gin pur
Zunächst heißt es bei uns Gin-Tasting, nicht Gin-und-Tonic-Tasting. Darum probieren wir alle Gins zunächst pur. Überrascht?

Nun das hat mehrere Gründe:
1. Das erste Tonic Water kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf den markt, bis dahin hat man Gin jahrhundertlang pur getrunken. Im Jahr 1858  ließ sich der Londoner Erasmus Bond erstmals ein Tonic Water patentieren. nach ihm haben belgische Hersteller ihr Tonic Water benannt, das wir als Dry Tonic gerne bei Tastings einsetzen.
So schlecht kann das also nicht gewesen sein.

2. Jede hochwertig hergestellte Spirituose sollte man auch pur genießen können.

3. Um die passende Kombination von Gin & Tonic herauszufinden, muss ich zumindest beim ersten Mal, wenn ich eine neuen Gin verwende, kosten welche Aromen, der Gin hat, um schon mal eine Idee zu bekommen, welches Tonic passen könnte.

Doch noch Tonic Water
Aber in unseren Tastings kommt das Tonic keinesfalls zu kurz.
Wir servieren den Gin ins Nosinggläsern und nach einem kurzen pur verkosten wird der Rest im Glas mit Tonic Water kombiniert. Zu jedem Gin wählen wir ein, für uns passendes Tonic Water aus. Da man man über Geschmack bekanntlich nicht streiten kann, kann es sein, dass ihr andere Kombinationen bevorzugt. Gerade bei der Kombination von Gin und Tonic Water gibt es keine festen Regeln, sondern jede/r muss für sich herausfinden, was einem am besten schmeckt.

Verschiedene Tasting-Themen
Wir bieten verschiedene Themen an. Die Tastings »Gin made in Hessen«, »Gin made in Germany« und »Gin international« bzw. »Gin Weltreise« erklären sich sozusagen von selbst. Das Tasting »Die Gin Stile entdecken« muss etwas weiter erklärt werden. Hier zeigen wir euch im Tasting die historische Entwicklung des Gin anhand flüssiger Beispiele: Das Tasting startet mit einem Genever (Urahn des Gin), Old Tim, London Dry Gin, Navy Style, fassgelagerter Gin bis zum modernen Western Dry Gin. Was sich genau dahinter verbirgt demnächst in einem eigenen Artikel.

Fakten drum herum
Zum Neutralisieren gibt es wie bei allen Tastings Weißbrot und Wasser, in der Pause dann einen kleinen Snack aus Olive Frischkäse und Schmalzbroten. Insgesamt gibt es 6–7 Gins, Dauer etwa 2,5 bis 3 Stunden, ja nach dem wie sich Fragen und Diskussionen ergeben.

Nach dem Tastings können natürlich die Gins sowie die Tonics auch käuflich erworben werden.

Bertha’s Revenge – Irish Milk Gin


Bei der Herstellung von Gin, werden Wacholder und andere Botanicals zur Mazeration in Alkohol gelegt. Der Alkohol sorgt dafür, dass die Aromen aus den Kräutern, Früchten, Wurzeln etc. extrahiert werden. Woraus dieser Alkohol hergestellt wurde ist den Gin-Hrstellern frei. Und dieser irische Gin geht beim so genannten Grund- bzw. Basisalkohol seinen ganze eigenen, irischen Weg.

Bertha’s Revenge Gin, ein Gin dessen Basisalkohol aus Molke besteht ist ein Gin aus dem County Cork. Die Idee zu dem Gin wurde in London geboren, als die Gründer Justin und Andrew dort mit dem Master Distiller der Thames Distillery zusammen saßen und er ihnen davon erzählt hat, das Molke eine mögliche Alkoholbasis ist und dies in Irland erfunden wurde. Die beiden fingen an alles über das Thema Gin zu erlernen und zu destillieren. Am Anfang destillierten sie in kleinen 1 Liter Chargen, bis sie das endgültige Rezept entwickelt hatten. Am 27. April 2015 mit Batch Nr. 19 war Bertha geboren.
Als es darum ging einen Namen für den Gin zu finden, wollten sie einen Namen, der ausdrucksstark ist und zeigt, was sie erreichen wollen. Die Tatsache, dass Ballyvolane eine Milchfarm ist, Alkohol aus Molke für den Gin genutzt wird und ein einzigartiger Charakter gesucht wurde, brachte Bertha hervor. Um ihr Andenken zu ehren haben wir sie wortwörtlich zurückgebracht.

Aber warum sucht Bertha Rache? Es ist nicht boshaft oder schädlich gemeint, eher im Gegenteil. Ihr Leben im Geist ist voller Freunde und einfach nur Bertha Zeit.
Bertha’s Revenge Gin wurde aus folgenden Botanicals zusammengestellt: Wacholder, Koriander, Bitterorange, Grapefruit, süße Orange, kindlicher Enthusiasmus, Zitrone, Limette, Süßholz, Iris, Angelika, Lachen, Zimt, Kardamon, Nelken, Kumin, Mandeln, Holdunerblüte und Anthony’s geliebter süßer Waldmeister.

Bei der Verkostung ist es beim Riechen zunächst ein ganz klassischer Gin, geprägt von Wacholder und anderen Gewürzen sowie dezenten Zitrusfruchtaromen. Im Mund spürt man dann das cremige und weiche. Darum ist er mit auch am liebsten pur, ohne Tonic. Denn Tonic nimmt wie so oft Gins die Besonderheit. Und wenn man weiß, dass das erste Tonic Water erst in den 1860er Jahren auf den markt kam, man aber jahrhunderte vorher schon Gin trank, weiß man, ein guter Gin braucht kein Tonic.

Ginhead – Straight Ahead Gin

Gin ist trotz aller neuen modischen Entwicklungen mit allerhand exotischen Früchten und Aromen doch vor allem ein Destillat, das vom Wacholder geprägt ist und Straight ahead also gerade aus ist der Ginhead.

»Geprägt durch eine zarte Süße mit würzigen Anspielungen und der Essenz von Rosenblättern ist er auch pur ein großartiges Erlebnis. Die Vielfalt seiner Aromen wird geprägt von Kamille, Kümmel, Kubebenpfeffer, Holunder, Zitronen- und Orangenschalen, Iris-Wurzeln, Anspielungen von Zitronengas und grüner Gurke, einer Prise Piment und nicht zuletzt von Wacholder.« So schreibe die Macher selbst darüber.

In der Nase zunächst fast etwas alkoholisch und nur Wacholder, der durchkommt, trotz geringen 41 Vol %. Im Mund dann aber überraschend geschmeidig und weich mit einer leichten Süße und einer tollen öligen Textur wie ein Trojan Ska Song.

Pur und in Zimmertemperatur fand ich ihn am besten, mit Kühlstein kommt die Schärfe des Piment etwas stärker heraus und die floralen Noten treten in den Hintergrund.
Ein klassisches nicht zu trockenes Indian Tonic passt gut dazu, aber vorsichtig, nicht zu viel Tonic, denn es heißt ja Gin Tonic und nicht Tonic Gin.


Da ich kein Freund von Eis im Gin bin, mag ich Kühlsteine oder diese farblich passenden Kühlbälle. Der Gin wird gekühlt ohne dass er unkontrolliert verwässert.

Und das ganze zu einem tollen Preis-Leistunsg-Verhältnis. Der Ginhead kommt nämlich in einer 1-Liter-Flasche und das zu einem Preis, den sonst Gins aus Deutschland in der Halb-Liter-Flasche kosten. Es gibt ihn aber auch in 200 ml Flaschen.

Kommt vorbei hört dazu etwas Ska Musik und probiert bei uns im laden, ihr werdet ihn mögen, gleich ob Rude Girl, Rude Boy oder einfach nur Ginhead.

Wo kommt der Gin her?
Er kommt von unseren Kolleg/innen aus Bad Doberan aus Mecklenburg Vorpommern, vom Getränkekombinat Schollenberger. Als ich mit Frank Schollenberger telefonierte meinte er, er wolle den Gin gar nicht groß in Onlineshops haben, sondern lieber in kleinen ausgesuchten Läden. Und meinte: »Ihr seid ja ähnlich bekloppt wie wir, das passt.« Und ja neben der Liebe für Wein, Whisky, Gin, Rum und Genuss im allgemeinen ist uns eine weitere Liebe gemeinsam, der Fußball. Und für uns beide ist es kein Problem, dass des einen Herz für Hansa Rostock und des anderen für den FC St. Pauli schlägt – ganz nach dem Motto: All Colours are beautiful

Was hat es mit dem Namen auf sich?
In einem der wenigen Blogbeiträge im Netz heißt es dazu etwas diffus: »Interessant finden wir den Namen in Bezug auf die Herkunft. Ob da ein Wortspiel zu einem ähnlich klingenden Wort eingeflossen ist, spekulieren wir immer noch.« (Quelle: Gin-Nerds)

Dabei ist die Sache doch eindeutig und man muss da nicht herum eiern. Ja, es ist es Anspielung auf Gin und Skinheads. Darauf deutet auch der Trojan Helmet hin. Ursprünglich das Symbol das britischen Ska Labels Trojan, welches gerade seinen 50 Geburtstag feiert, aber heute als Symbol für die traditionelle Skinhead Bewegung steht. Ska, Reggae und Rocksteady waren und sind die Musik der Skindheads. Damit sind nicht Rassisten und Nazis gemeint (die von den echten Skinheads auch verächtlich Boneheads genannt werden), die sich den Kppf rasieren, sondern eine Jugendkultur aus England. Als weiße proletarische Jugendlichen und junge jamaikanische Einwanderer zusammen feierten, tanzten und trank. Ein Jugendkultur, die zunächst unpolitisch war aber multikuluturell.
Don Letts, Sohn jamaikanischer Einwanderer und vielseitig seit Jahrzenten in der Punk und Ska Community aktiv, sagt dazu:
»Dass sich weiße Skins und schwarze Rude Boys, wie ich einer war, mehrheitlich immer gut vertragen haben, war nie gut genug für eine Schlagzeile.« (Quelle: Welt)

Mehr dazu im ganz passable Artikel der Welt »Als Skinheads die Migranten integrierten«

Hier etwas zum Reinhören in Skinhead Musik.

5. September: Gin made in Hessen (Gin-Tasting)

Gin kann auch hessisch. Im Fokus dieses Tastings stehen Gins aus Hessen, den auch hier hat der Boom viele Brennerei für ihre eigenen Kreationen inspiriert. Wir stellen bei der Verkostung sechs ungewöhnliche und aussergewöhnliche Gins vor. Gins abseits der bekannten Marken und aus kleinen Manufaktur-Destillerien.

Mit dabei sind Billy Bones (Wiesbaden), Francois Gin (Hanau), GinGer (Frankfurt), Gin Sieben (Frankfurt), Little Crab Rheingau Gin, Amato Gin (Wiesbaden)
(Die Gins können leicht variieren, da nicht immer alle Gins vorrätig sind.)

Alles andere als alltäglich, dafür überraschend und lecker. Wir werden die Gins zunächst pur und dann in der Kombination mit Tonic Water verkosten.
In der Pause gibt es ein paar Snacks zur Stärkung und zur Neutralisierung bieten wir Wasser und Weißbrot an.

Wir bitten um verbindliche Anmeldung via E-Mail:
tasting@die-genussverstaerker.de

Preis 45 Euro inklusive Getränke (pro Person)
Ort Die Genussverstärker, Laden in der Bernardstr. 63a, Offenbach
Datum/Beginn 5. September, Mittwoch 20:00 Uhr (Dauer ca. 2–2,5 Stunden)