Der Teufel trägt Port – Buair an Diabhail of Islay Port Cask Vol. IV AUSGETRUNKEN


Da das gälische Buair an Diabhail of Islay für viele ein Zugenbrecher ist, hat sich unter Whiskyfreund/innen für die Abfüllungen von der Südlüste von Islay aus der Reihe The Whisky Chamber, die Kurzform Teufel durchgesetzt.
Neben dem »normalen« Teufel aus einem ex-Bourbon-Fass füllt Thomas Ide auch immer wieder andere Fässer ab, wie etwa Portwein.

Die mittlerweile vierte Auflage der Port Teufel ist eine Wucht.
In der Nase rauchige Feige in Portwein, Honig und spürbare Süße. Dr Rauch ist da, aber in der Nase noch zurückhaltend. Beim ersten Schluc dann eine Aromenexplosion. Der Rauch kommt deutlicher und bekommt noch mehr Kraft durch die Portweinsüße. Die knapp 57 Vol. Prozent sind kaum spürbar. Der Abgang ist sehr, sehr lange.

Noch gibt es ein paar letzte Flaschen.

3 x The Whisky Chamber: Port Teufel, Dufftown Madeira Cask, Inchgower Amarone Cask

Das Herbstbottling von Thomas Ides »The Whisky Chamber« ist nun komplett. Wir haben die Flaschen schon mal geöffnet und ein paar Eindrücke für euch zusammengefasst.

”buair an diabhail” Port Cask Vol. IV
In der Nase zunächst was den Rauch angeht zurückhaltend. Süße Noten von Feige und Honig mischen sich unter den zunächst dezenten Torfrauch. Im Mund explodiert der Rauch dann förmlich. Kräftiger, süßer Rauch mit deutlicher Portweinnote, roten Früchten und etwas Schokolade und würzige Holznoten. Und der bleibt lange im Mund, aber alles andere als unangenehm. man freut sich darauf, dass man an jedem Schluck lange Spaß hat.

Wenn man nach einem lagen Winterspaziergang durchgefroren ist, wärmt dieser Whisky bis in den kleinen Zeh.

Dufftown 2008, 10 Jahre, Madeira Cask
Dieser Whisky aus dem Herzen der Speyside ist durch sein Madeira Cask überraschend. Im Glas nimmt man zunächst jeder Menge fruchtige Aromen wahr. So etwas wie Banane, aber auch Zitrusfrüchte, Orangen und Zimt und dazu auch etwas Toffeearomen. Beim ersten Schluck macht sich einerseits ein warmes Karamell und schwere Weinnoten im Mund breit. Sehr rund und voluminös. Perfekt für den Herbst.

Inchgower, 2009, 9 Jahre, Amarone Cask
Ähnlich wie der Dufftown hat der Inchgower eine Premiere bei The Whisky Chamber. Beide Destillerien wurden erstmals von Thomas abgefüllt.
Im Glas merkt man so fot das Amarone Cask, sehr rosiniger erster Eindruck. Im Geschmack dann etwas frischer mit Aromen von roter Johannisbeere, Weingummi und Milchschokolade

Auch hier git das Weinfass dem Whisky deutlicher Länge. So schnell vergisst man diesen Tropfe nicht.

Ledaig 10 Jahre von The Whisky Chamber – Rauchexplosion im Glas

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Der Geruch zunächst eine Explosion aus Rauch, Hafenbecken und etwas Phenol und Salz aber hier schon die süße von gelben Früchten wahrzunehmen. Im Mund dann eine intensive Süße, Salz, Röstaromen, wieder jede Menge Torfrauch. Der Abgang weiter von süßem Rauch begleitet.

Mit ein paar Tropfen Wasser noch runder aber auch süßer und der Rauch tritt etwas in den Hintergrund.

Ledaig für alle Islay-Fans immer eine Alternative zu den Bekannten Malts von der Insel. Ich mag die rauchigen Malts aus der Tobermory Destillerie.

Des Teufels Nummer 17 von The Whisky Chamber

Der neue Teufel* aus den Warehouses von Thomas Ides The Whisky Chamber ist da. Schon der Siebzehnte seiner Art. Man weiß immer nur so viel, dass es sich um einen Islay Whisky handelt. Man munkelt und man mutmaßt, dass es sich um einen von der Südküste handelt. Aber ratet einfach selbst. Ich tippe auf eine Destillerie mit L im Namen.

Im Glas ist er zunächst verhalten rauchig und erinnert an Kräuter im Lagerfeuer. Aber geruchlich eher ein eleganter Vertreter dieser Brennerei. Der Geschmack dann überraschend trocken im ersten Schluck. Etwas Toffee aber wirkt trotzdem sehr frisch mit eher verhaltenem rauch. Alle Aromen wir aus einem Guss, nichts was extrem heraus sticht, aber einfach ein schöner torfrauchiger Islay Whisky. Normalerweise sind Thomas’ Whiskys eher »wasserscheu«, aber dieser Teufel wir mit Wasser etwas süßer und süffiger. Auch kommt der Rauch noch mal mehr hervor.

Immer wieder die gleiche Brennerei, ähnliches Alter, immer ex-Bourbon-Cask und trotzdem jeder Teufel ist ein Unikat.

* Die Kurzform »Teufel« hat sich eingebürgert, das der gälische Name »Buair an diabhail of Islay« ist schon ein kleiner Zungenbrecher. Und übersetzt heißt es  so viel wie die Verführung des Teufel von Islay.

Invergordon 2009 Port refill Octave Cask AUSGETRUNKEN

In der Nase für einen Whisky aus einem Portwein-Fass eher unerwartet – geröstete Haselnüsse, Nusscreme statt Aromen von roten Früchten. Also vermutlich ein Tawny-Port-Cask und dazu das kleine Octave-Fass macht das übrige dazu.

Im Mund dann wieder dieses wohlige Gefühl von warmer Haselnusscreme, dazu etwas rote Früchte, dunkles Karamell und einen würzigen Abgang.

Dies ist, wie bereits auf dem Etikett zu lesen, kein Malt, sondern ein Single Grain – Whisky aus ungemälztem Getreide, meist Weizen – aus der in den nördlichen Highlands gelegenen Invergordon Destillerie von Whyte & Mackay. Wenn man davor steht, wie ich im Jahr 2018, weiß man warum so eine Grain-Destillerie kein Besucherzentrum hat und warum man auch nicht zu unrecht von Whiskyindustrie spricht. Aber was ich aus de Brenenrei bereits im Glas hatte, hat es sich immer gelohnt über seinen Single-Malt-Whisky-Schatten zu springen und den Invergordon zu verkosten. Und ich denke, die Beschreibung oben macht Laune ihn zu probieren.