Ardnahoe – die neunte Whiskybrennerei auf Islay

Nach dem ich 2017 nur den Baugrund der mittlerweile neunten aktiven Whisky Destillerie auf Islay besuchte, konnte ich zwei Jahre später nicht nur das Gebäude sehen, sondern auch gleich eine Führung mit machen. Nach dem Warehouse Experience bei Bunnahabhain wanderte ich dann weiter zu Ardnahoe.

Whisky gab es dementsprechend noch nicht aus der Brenenrei zum Verkosten, aber der Besuch lohnt sich auch so. Wer Zeit überbrücken oder einfach etwas essen möchte kann dies im angeschlossenen Restaurant tun. In der dazugehörenden Bar gibt es Kaffee und Kuchen und natürlich jede Menge ausgezeichneter Whiskys. Denn Besitzer der Brennerei ist der unabhängige Abfüller Hunter Laing und dessen Bottlings gibt es in der Bar zu trinken.

Ziel ist es eine Bandbreite unterschiedlicher Whiskys dort zu produzieren, von Whiskys mit ungetorftem bzw. nur sehr geringem ppm-Gehalt bis hin zu stark getorftem Malz mit 40 ppm. Wir sind weiterhin gespannt.
Man sagte mir, dass sie eigentlich nicht vor haben bereits nach drei Jahren, das wäre dieses Jahr, den ersten Whisky abzufüllen, sondern es sei geplant 5–8 Jahre mindestens zu warten. 2019 wurden rund 600.000 Liter Rohalkohol produziert, man möchte am Ende auf etwa 1 Million Liter kommen.

Mehrheitlich sollen ex-Bourbon-Fässer zur Lagerung benutzt werden, lediglich etwa 20 Prozent werden in ex-Sherry-Fässern gelagert. Das Team wird von Jim McEwan (ehemals Bowmore und Bruichladdich) beraten.

Es folgen ein paar Fotos aus der Brennerei bzw. von der Brennerei.


Mashtun mit 2,5 Tonnen Fassungsvermögen


Washbacks, Fermentation 60-70 Stunden


Potstills: Wash Still 12.500 Liter, Spirit Still 7.500 Liter


Der längste Lyne Arm Schottlands mit 7,5 Meter


Die einzige hölzernen Worm Tubs auf Islay

Und der Blick auf die Paps of Jura von der Destillerie aus ist auch nicht zu verachten.

Sind Whisky, Gin und Rum unbegrenzt haltbar?

Diese Frage taucht öfters in unseren Tastings auf. Ich bin zwar kein Chemiker, aber man kann sich ja schlau machen. Spirituosen wie Whisky, Gin oder Rum haben keine Mindesthaltbarkeitsdatum. Der in ihnen enthaltene Alkohol von mindestens 37,5 % Vol bei Gin und Rum, sowie 40 % Vol bei Whisky führt dazu, dass sie nicht „schlecht“ werden.

Lagerung
Zunächst ein mal schauen wir uns an wie das mit geschlossenen Flaschen aussieht.
Wichtig ist natürlich eine ordentliche Lagerung, also nicht in direktem Sonnenlicht auf dem Regal präsentieren. Also in Tube oder Verpackung dunkel aufbewahren. Eine gleichbleibende und nicht zu hohe Raumtemperatur sind ebenfalls sinnvoll. Also nicht das im Winter gut beheizte Wohnzimmer, sondern eigentlich besser im mäßig warmen Schlafzimmer aufbewahren.

Flaschenreifung
Grundsätzlich gibt es auch eine Flaschenreifung bei Spirituosen wie man sie von Wein kennt. Aber der deutlich höhere Alkohol verlangsamt diese Veränderung. Das »Problem« ist der Sauerstoff in der Flasche. Aber der Alkoholgehalt sorgt dafür, dass Aromenmoleküle weniger mit Sauerstoff in Kontakt geraten und somit weniger Aromenveränderung eintritt. Die Veränderung kann zu nicht mal so unleckeren Aromen wie Vanille, Pfirsich und ätherischen Noten führen, im schlimmsten falle aber auch zu absolut unerwünschten Aromen wie Benzin, Gummi oder Metall.

Ein weiteres Problem sind Whiskys, die mit Zuckerkulör oder E150a gefärbt wurden. Durch deren Abbau im Zusammenspiel mit Sauerstoff können ranzige Aromen entstehen.

Was ist mit geöffneten Flaschen?
Auch Spirituosen in bereits geöffneten Flaschen werden nicht »schlecht«, zumindest nicht im lebensmitteltechnischen Sinne von ungenießbar oder gar schädlich. Aber auch hier ist der Sauerstoff unser »Problem«. Und je mehr die Flasche geleert wird, desto größer wird das Problem. Im Grund verändert sich der Whisky, Gin oder Rum bereits ab dem ersten öffnen. Das ist zu Beginn vielleicht sogar noch erwünscht, da gerade – so mein Eindruck – bei frisch geöffneten Flaschen in Fassstärke der Alkohol deutlicher im Vordergrund ist als bei Flaschen, die bereits länger geöffnet sind.

Grundsätzlich empfehle ich, dass man je nach Füllstand, eine geöffnete Flasche so zwischen 6 und 9 Monaten langsam geleert haben sollte. Ja geringer der Füllstand, desto wichtiger, um sich vor Enttäuschungen zu schützen. Es kann zu starken Veränderungen kommen, muss aber natürlich nicht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu nur raten. Ich hatte mal einen 25jährigen Rosebank eines unabhängigen Abfüllers und die letzten 80-100 ml wollte ich für einen besonderen Anlass aufheben. Dann kam der passende Anlass und der Whisky hatte so viel von seinen Aromen verloren, dass es gar keinen Spaß mehr machte. Auch bei dem ein oder anderen Gin und Rum ist mir das bereits passiert. Mal verlieren sie an Aromen, mal werden sie schärfer oder alkoholischer oder Aromen von Waschbenzin und Nagellackentferner vermiesen einem den Genuss.
Aber auch das Gegenteil ist mir schon unter gekommen. Einen Rum, den ich anfangs gar nicht mochte, schmeckte nach ein paar Wochen aus der geöffneten Flaschen nicht nur besser, sondern dann richtig lecker. Also auch hier gilt, es gibt keine festen Regeln, nur Orientierungspunkte und dass man seine geöffneten Flaschen richtig im Auge haben sollte.

Was tun?
Nicht zu viele Flaschen gleichzeitig öffnen. Die geöffneten in entsprechendem Zeitrahmen leeren, am besten mit Freund*innen zusammen genießen, private Flaschenteilungen oder zu Whisky-Stammtischen oder anderen Event mitnehmen.
Ich selbst teste zur Zeit gerade den Einsatz von Vakuumpumpem, wie man sie vom Wein kennt aus. Auch das Umfüllen in kleinere Gebinde ist eine Möglichkeit den Veränderungsprozess zu verlangsamen. Die Glasmurmelmethode – den Leerraum in einer Flasche mit Glasmurmeln soweit aufzufüllen, damit möglichst wenig Sauerstoffs ich in der Flasche befindet – hat sich für mich als unfunktional erwiesen.

Spirituosen-Flohmarkt
Da wir im Laden nahezu alle Flaschen zum Probieren vor Ort geöffnet haben gibt es bei uns zwei bis drei Mal im Jahr den Spirituosen-Flohmarkt. Denn spätestens nach einem halben Jahr werden die geöffneten Flaschen ausgetauscht bzw. bei limitierten Einzelfassabfüllungen bieten wir die restliche, geöffnete Flasche an, wenn alle Abfüllungen verkauft wurden.

Und am Ende folgt doch nahch jedem Bottle Cleaning oder Bottle Kill doch auch wieder eine neue Flasche, die zu öffnen ist.

Funny Whisky Facts: The Beatles und Bruichladdich

Was haben die Beatles mit Whisky zu tun?
Genau genommen der Song Yellow Submarine mit Bruichladdich Whisky?

2005 ging einem Fischer vor der Insel Islay ein ungewöhnlicher Fang ins Netz.
Auf den ersten Blick war eine gelbe Tonne ins Netz gegangen, auf den zweiten Blick stellte es sich als ein unbemanntes, gelbes U-Boot der britischen Marina heraus. Man schleppte das U-Boot zunächst in den Hafen von Port Ellen.

Man verständigte die Polizei und auch das Verteidigungsministerium, doe Roal Navy leugnete jedoch zunächst den Verlust des immerhin 500.000 Pfund teuren U-Boots. Nach einigen Tagen stellte sich heraus, dass ein Minensuchboot das kleine U-Boot verloren hatte.

Es vergingen mehr als drei Monate, bis man das U-Boot abholte. Scheinbar wollte man zuerst klären ob und wieviel Finderlohn dem Fischer zustand.

Da das U-Boot einige Meilen vor der Brennerei Bruichladdich dem Fischer ins Netz ging witterte Mark Reynier, Geschäftsführer, der erst kürzlich wieder eröffneten Destillerie eine tolle Marketing-Geschichte und brachte eine passende Sonderabfüllung heraus: Bruichladdich Yellow Submarine 1991 WMD II

WMD ist eine Anspielung auf die Abfüllung von 1984, Buichladdich WMD „Whisky of Mass Distinction“.  Die Besatzung jenes Schiffes, welches das U-Boot schlussendlich in Port Ellen abholte, bekam eine Kiste dieser neuen Abfüllung überreicht. Und bis vor einigen Jahren durfte ein Yellow Submarine auf im Hof der Brennerei daran erinnern.

Mittlerweile gab es einige Neuauflage, die alte Abfüllung ist mittlerweile von Sammlern heiß begehrt. Ich muss sagen, ich hab meine Abfüllung damals leer getrunken. Das einzig ärgerliche dabei, dass ich die Tube nicht aufbewahrt habe.

Laphroaig 10 Cask Strength 2020

Der Laphroaig 10 ist das Flagschiff der Islay-Destillerie und die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Wir mögen ihn und die besondere medizinische Note, die mit einem Augenzwinkern in Schottland gerne als “Smells like burned hospital” bezeichnet wird, macht ihn unverkennbar.

Jedes Jahr wird nun auch der 10jährige Laphroaig in Fassstärke abgefüllt.
Hier konnten wir einige Flaschen ergattern und wollen euch auch den kräftigen Bruder des 10er Laphroaig ans Herz legen.

Mit kräftigen 60,1 Vol % ist er weder gefärbt noch kühlgefiltert und reifte ausschließlich in Ex-Bourbon-Fässern

Aroma: ein körftiger Schwunge von laphroaig-typischen Medizin und Raucharomen, martime Noten von am Strand angespültem Seetang kommen dazu, aber auch die feine Süße von Vanille
Geschmack wow, das ist richtig schöner Rauch in Kombination von Vanille, Süße und Toffee durch die ex-Bourbon-Fässer. Alkohol schön eingebunden.
Abgang der bleibt lange im Mund und endet mit einer leicht pfeffrigen Note

Laphroaig 10 Cask Strength in unserem Online-Shop >>>

Dizonv – der Zebra-Gin aus der Bretagne

Neben Schottland mögen wir die Bretgane sehr und wenn der Gin, dann auch noch aus der gleichen Brennerei wie die leckeren Fine Bretagne und die Armorik Whisky stammt, dann kommt zusammen, was zusammen gehört.
»Dizonv« heißt Zebra in der bretonischen Sprache – eine Anspielung auf die schwarz-weiß gestreifte bretonische Flagge.

Zudem weist der „Lannion Dry Gin“ zwei Besonderheiten auf – er ist BIO zertifiziert, da alle Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Desweiteren ist er typisch für die Region und die Brennerei. Hier eine vollständige Liste der Botanicals: Wachholder, Koriander, Zitronenschalen, Kardamom, Mädesüß, Iriswurzel, Zimt, Fenchelsamen, Seetang und ein wenig Fine Bretagne (aus frischen bretonischen Äpfeln)!

Pur sehr weich und süffig, der Seetang kommt dezent durch und gibt ihm eine leicht maritime Note. Mit Tonic (Empfehlung Fever Tree Indian Tonic) kommen die Apfelnoten mehr durch, er wird herb-würzig und bleibt trotzdem sehr süffig.