Unendliche Weiten: Ursa Major von Scotch Universe

In der Reihe »Scotch Universe« hat Michel Reick immer aussergewöhnliche Whiskys abgefüllt, aber deren Herkunft allesamt hinter einem Code und dem Namen eines Stern oder Himmelskörpers versteckt sind.

Ursa Major ist der »Große Bär« oder »Großer Wagen« als Sternenbild. Das gibt natürlich noch keinen Aufschluss über die Herkunft. Aber die Unterzeile sagt viel aus.

141° U.4.1’ 1843.1’’ TS

Lösen wir mal auf. Also 141 Monate gereift. U steht für Unpeated. Die 4 steht in der eigenen Kategorisierung für Rotweinfass (Marquise de Therme Barrique). die 1 dahinter für First fill. 1843 gibt Aufschluss über die Brennerei, die 1 steht wiederum für die Region Highlands. TS, dann für Tea spooned.

Allem Anschein nach könnte es sich damit um einen Westport handeln. Also ein Glenmorangie, welcher – zumindest offiziell – mit einem Teelöffel eines anderen Whisky gemischt wurde.

Der Charakter könnte zur Destillerie passen. Glenmorangie ist in seinen Standardabfüllungen mir persönlich oft zu perfekt, zu glatt, zu weich, ohne jeglichen Ecken und Kanten. Als ich im Herbst 2018 dort die Möglichkeit hatte mit dem Destilleriemanager ein privates Warehouse-Tasting zu machen, hab ich Glenmorangie in Fassstärke noch mal ganz anders kennen gelernt. Der starke Alkohol gibt dem ansonsten nahezu perfekten Whisky wieder ein starkes Rückgrat und für mich gleichzeitig wieder mehr Tiefe. Manchmal brauch es eben ein wenig mehr.

Die 60,3 Vol % beim Ursa Major sind zwar einen Ansage, aber sind kaum im Mund zu spüren.

Im Glas duftet er nach rote Früchten, wirkt aber eher leicht und selbst in der Nase ist der Alkohol kaum zu spüren.

Beim Trinken spürt man erst die Süße, dann geht kommen aber herbe Noten vom Rotweinfass und den Taninen. Aber die Süße bleibt dabei wie ein Schleier darüber stehen, sehr langer aber wieder eher trockener Abgang. Purer Genuss und die perfekte Kombination eines großen Whiskys mit einem spannenden Fass.

19. Mai: Magie der Fässer – Whisky-Tasting


Der besondere Geschmacks eines Whisky entsteht hauptsächlich bei der Fasslagerung. Meist lagert schottischer Whisky in Ex-Bourbon-Fässern, also Fässern, in denen US-amerikanischer Bourbon einmalig lagerte. Oft ist dies jedoch nur der Anfang der individuellen Lagerungs- und Reifungsgeschichte eines Whiskys und nach dem Ex-Bourbon-Fass kommt Brand in weitere – im Normalfall ebenfalls bereits gebrauchte – Fässer. Und je nachdem was vorher in dem Fass gelagert wurde – Sherry, Port, Rum, Cognac, Bier oder Wein –, prägt dies den Whisky. Diesen Reifungsprozess nennt man Finishing. Aber es können auch Whiskys aus verschiedenen Fasstypen geblended werden oder sie reifen sogar die gesamte Zeit z.B. in Wein oder Rum-Fässern. Jedes mal wird der Whisky von den unterschiedlichen Fässern geschmacklich stark geprägt.

Im Tasting stellen wir fünf Whiskys und jeweils einen Vertreter des entsprechenden »Fass-Vormieters« als Paar vor. Also zu einem Whisky mit Rum-Fass-Finish gibt es einen Rum, bei Wine-Cask-Finish einen passenden Wein. So wird im direkten Vergleich klar, wie die Aromen durch die verschiedenen Fassarten beeinflusst werden.

In der Pause gibt es ein Buffet mit verschiedenen Käsen und zwischen den Whiskys reichen wir Weißbrot sowie Wasser. Bitte sorgt für eine gute »Grundlage« (Essen) vor der Verkostung und eine sichere Heimreise danach. Don’t drink and drive!

Wir bitten um verbindliche Anmeldung via E-Mail:
tasting@die-genussverstaerker.de

Preis 55 Euro inklusive Whiskys und Pausenbuffet (pro Person)
Ort Die Genussverstärker, Bernardstraße 63a, 63067 Offenbach
Datum/Beginn 19. Mai 2019, Sonntag 16 Uhr (Dauer ca. 3 Stunden)

Die Feiertage stehen vor der Tür – Was trinkt man zum Essen? Teil 1


Sie kommen jedes Jahr sehr plötzlich, diese Feiertage und viele Menschen stellen sich die Frage, was denn zu diesem Anlass auf den Tisch kommt. Ist das Essen ausgewählt, bleibt noch auszusuchen, welches Getränk denn dazu passend ist. Vielleicht nicht immer einfach bei der großen Auswahl, deshalb bekommt ihr heute ein paar Ideen von uns.

Aperitif – klassisch oder aufwendig?
Glücklicherweise haben wir in Deutschland keine Aperitif-Kultur, der wir folgen sollten. Wir können die gesamte Bandbreite genießen. Ob nun klassisch mit einem Winzersekt, trockenem, weißen Portwein oder Sherry. Eventuell liebt ihr es auch etwas aufwendiger mit einem Gin Tonic oder einem Port Tonic. Der Aperitif versüßt die Zeit, bis alle Gäste da sind und stimmt uns auf den Abend ein. Dazu können schon ein paar kleine Knabbereien, Tapas oder auch frisches Brot mit Olivenöl gereicht werden.

Port Tonic
Byrrhte (4-6 cl Byrrh, mit trockenen Sekt oder Secco aufgießen)
Little Crab Wermut pur oder mit Tonic

Vorspeise – Suppe oder Salat?
Suppe oder Salat sind sicherlich die Klassiker bei den Vorspeisen. Doch bei den Variationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Die klassische Hühnersuppe oder doch eher eine Champignoncremesuppe – spannend ist auch die Kombination von herzhaft und fruchtig wie zum Beispiel bei einer Kürbis-Papaya-Suppe. Wer es eher saisonaler möchte kann statt Papaya auch Orangen nehmen. Zu Crèmesuppen könnt ihr gut mal einen Weiß- oder Grauburgunder probieren. Während zu klaren Suppen eher Weine mit feinen Kräuteraromen passen – das können zum Beispiel ein Sauvignon Blanc oder ein Silvaner sein.

Silvaner 1 Hut oder 2 Hut vom Lukas Krauß
Menage à Trois vom Weingut Eymann

Wer es etwas frischer mag, entscheidet sich vielleicht für einen Salat zur Vorspeise – Feldsalat, Rucola oder Wildkräuter, nur um die Phantasie ein wenig anzuregen. Lecker kombiniert mit Ziegenkäse oder Feigen, gebratenen Pilzen oder Rindfleischstreifen. Entscheidend für die Weinbegleitung ist die Art des Dressings, denn Essig gehört schon eher zu den natürlichen Feinden des Weins. Eine Alternative zum Essig für das Salatdressing ist daher Zitronensaft.

The Station Blanc 2015
Schwoaza Stoana, Weingute Hinterbichler

Insgesamt solltet ihr bei der Weinauswahl darauf achten, dass sich die Intensität und die Schwere der Weine während des Menüs steigert. Für die Vorspeise empfehlen sich daher eher leichte, trockene Weine.

15. Dezember: WINZER VOR ORT: Björn Steinemann von Invisus Wines (Spanien/Frankreich)

Am 8. Dezember besucht uns im Rahmen von WINZER VOR ORT Björn Steinemann von Invisus Wines. Björn importiert nicht nur leckere Weine aus Spanien und Frankreich, sondern ist auch selbst Weinmacher. Gemeinsam mit Kathy Jones von der gleichnamigen Domaine Jones in Südfrankreich macht er die Weine der »The Station«-Reihe.
Diese sowie die Weine von Pompaelo (Navarra), Bodega Aldonia (Rioja) und  andere spanische Weine können bei uns verkostet werden.

Anmeldung ist nicht erforderlich und es entstehen keine Kosten, aber ihr dürft natürlich gerne etwas fürs Verkosten in unsere Spendenkasse werfen. Kommt einfach zwischen 13 Uhr und 17 Uhr vorbei.

Wir freuen uns auf euren Besuch.

Rioja entdecken – Vendimia von der Bodega Aldonia


Wir haben unsere kleine Sektion an ausgewählten Weinen aus Spanien um einen weiteren Wein erweitert. Entdeckt mit dem Vedimia von der Bodega Aldonia das Rioja.

Im Glas Kirschrot und duftet sehr fruchtig. Dazu etwas Schokolade, aber auch Veilchen und Lakritz und Blutorange. Vollmundig, aber trotzdem mit süffiger Frische. Ideal zu Pasta, mittelkräftigen Käsen, Salami oder Schinken. Oder auch einfach auch nur auf ein Glas zum Genießen.

»Die Bodegas Aldonia befindet sich in Navarette, im Herzen der baskischen Region Rioja Alavesa, der unzweifelhaft besten Region der Rioja.

Mit dem gemäßigten Klima, dem Schutz durch die Sierra Cantabria und dem Kalksteinterroir ist sie traditionell eine der vielleicht besten Weinregionen Spaniens. Die Winzerbrüder Mario und Iván Santos, Winzer in der vierten Generation, erbauten in Navarette eine neue Bodega, um ihre hochwertigen Trauben selbst auszubauen und zu vermarkten. In der Zeit zuvor wurden die Trauben an andere Produzenten verkauft.

Unter Ertrag stehen lediglich 16 ha, überwiegend Garnacha, Graciano und ein wenig Tempranillo. Höhenlagen bis zu 840 Metern garantieren komplexe, mineralisch- intensive Weine.

Bei Aldonia ist man davon überzeugt, dass ein guter Wein in den Weinbergen geboren wird. Als Basis dafür gilt hier nachhaltiger Weinanbau und ein geringer Ernteertrag. Grüne Lese, Entblättern und eine kontinuierliche Kontrolle des Reifeprozesses gehören mit zur gängigen Praxis. Geerntet wird ausschlieslich per Hand. Zudem gibt eine ständige Selbstreflexion, was die angewandten Weinbaupraktiken und Arbeitsmethoden am Weinberg angeht, wertvolle Hinweise um die Qualität der Weine weiter zu verbessern. Obgleich noch ein vergleichsweise junges Projekt unter der oenologischen Leitung von Ruth de Andres (The Andres Sisters) haben die Weine der Bodegas Aldonia ein großes Entwicklungspotenzial.« (Invisus Wines)