Invergordon 2009 Port refill Octave Cask AUSGETRUNKEN

In der Nase für einen Whisky aus einem Portwein-Fass eher unerwartet – geröstete Haselnüsse, Nusscreme statt Aromen von roten Früchten. Also vermutlich ein Tawny-Port-Cask und dazu das kleine Octave-Fass macht das übrige dazu.

Im Mund dann wieder dieses wohlige Gefühl von warmer Haselnusscreme, dazu etwas rote Früchte, dunkles Karamell und einen würzigen Abgang.

Dies ist, wie bereits auf dem Etikett zu lesen, kein Malt, sondern ein Single Grain – Whisky aus ungemälztem Getreide, meist Weizen – aus der in den nördlichen Highlands gelegenen Invergordon Destillerie von Whyte & Mackay. Wenn man davor steht, wie ich im Jahr 2018, weiß man warum so eine Grain-Destillerie kein Besucherzentrum hat und warum man auch nicht zu unrecht von Whiskyindustrie spricht. Aber was ich aus de Brenenrei bereits im Glas hatte, hat es sich immer gelohnt über seinen Single-Malt-Whisky-Schatten zu springen und den Invergordon zu verkosten. Und ich denke, die Beschreibung oben macht Laune ihn zu probieren.

Kilchoman STR Cask Matured – 3 Buchstaben, 30 Fässer, 1 Whisky

Für diese Abfüllung wurden 30 Fässer aus dem Jahr 2012 verwendet, in denen der Kilchoman durchgehend für fast 7 Jahre reifte. STR Fässer sind ex-Rotwein Hogsheads, die in einem speziellen Verfahren aufgearbeitet werden – shaving, toasting, recharring – also durch Abtragen der Oberfläche, Erhitzen über Holzfeuer und anschließendem Auskohlen. Dadurch werden die Weinaromen abgeschwächt und es tritt eine prägnante Würze und Nussigkeit hinzu. Dieses Verfahren wurde durch den verstorbenen Dr. Jim Swan entwickelt, der mit seiner umfassenden Expertise Kilchoman Distillery seit den ersten Tagen begleitet hat.

Dies ist ungewöhnlich, denn STR-Fässer wurden bisher nur für Finishing oder als kleiner Anteil an einem Vatting benutzt. Kilchoman geht jetzt den anderen Weg und präsentiert eine durchgehende Lagerung im STR Fass, die zu schweren und üppigen Aromen von Beeren, Gewürzen und dunkler Schokolade führt.

In der Nase hat man frische Fruchtaromen wie für Kilchoman typisch Zitrusaromen, aber auch Zimt, Toffee und warmen rauch. Im Geschmack, dann Karamell, Zitronenkuchen und rote Beeren, dazu wieder gut eingebunden der Rauch, Was alles zusammen einen langen, würzigen Abgang bietet. Die 50 Vol % sind hervorragend eingebunden.

Die Abfüllung ist auf 14.500 Flaschen limitiert, davon kamen natürlich nur wenige Tausend in Deutschland an. Wir konnten jetzt noch mal eine kleine Menge nachordern. So lange der Vorrat reicht.

 

Highland Tiger from Speyside – Mortlach 12 years Old Red Wine Finish AUSGETRUNKEN

Michael Reckhard und seine Mr. Whisky-Abfüllungen sind keine Unbekannte in der Whiskywelt. Er zeigt mit seiner Abfüllungen, dass er immer ungeahnte liquide Schätze auf die Flasche bringt. So auch dieser Mortlach. Ich mag die Brennerei sehr und gerade von unabhängigen Abfüllern bekommt man wirklich das in die Flasche was sie wirklich ausmacht: vollmundigen, schweren und würzigen Speyside Malt. Dies wird noch verstärkt durch die Rotwein-Nachreifung in einem Merlotfass von der Mosel (6 Monate) und einem Refill-Bordeaux-Cask (21 Monate).
Die Wahrnehmungen in Nase und Mund passen hier sehr gut zusammen. Warme Noten von Rotwein, gepaart mit Malz und Würze, welche fast etwas fleischig wirkt. Man bekommt Hunger auf einen Gulasch mit Rotweinsoße. Dazu etwas pfefferige Noten. Ich bin ja kein Fan von Beigabe von Wasser in Fassstärke Whiskys, aber bei diesem Mortlach lohnt es sich. Er ist pur schon eine wahre Wucht und vielleicht für den ein oder anderen auch zu wuchtig. Er verträgt aber sehr gut Wasser und zwar nicht nur 2 oder 3 Tropfen, sondern deutlich Wasser. Er öffnet sich richtig, rote Beerenfrucht entfaltet sich und eine tolle Cremigkeit.

Warum ein Speyside Whisky den Namen Highland Tiger trägt verrät uns Michael selbst:
„Seit ein paar Jahren schon wollte ich einmal eine Abfüllung mit diesem Titel auf den Weg bringen und nun ist es endlich soweit. Ich bin schon seit meinem Studium fachlich im Umweltschutz unterwegs und der Naturschutz liegt mir seit Jahrzehnten am Herzen. Was lag da näher, als der vom Aussterben bedrohten und nur in Schottland endemisch vorkommenden Wildkatze Felis silvestris silvestris mit Hilfe einer Sonderabfüllung zu etwas mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Auf unserem schönen neuen Etikett lugt der Tiger aus dem Dickicht.“

Zwei Mal Pinot Meunier – Zwei Mal Sommer im Glas

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Pinot Meunier, eine Rebsorte, die in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht so weit verbreitet ist, und auch unter dem Namen Schwarzriesling oder Müllerrebe bekannt ist. In der Champagne, wo sie rund 30% der Fläsche ausmacht, dient sie – neben Pinot Noir und Chardonnay – zur Herstellung eines Teils des Grundweines für Champagner. Wir haben diesen Sommer gleich zwei Weine aus dieser Traube im Sortiment. Einmal den Blanc de Noir vom Weingut Hinterbichler und ein Rosé vom Weingut Hahn-Pahlke, beide aus der Pfalz. Sie zeigen was man aus der gleichen Rebsorte so unterschiedliche Weine machen kann.

Der Blanc de Noir von Hinterbichler besticht durch saftige exotische Fruchtaromen, dominiert von Bananennoten, was man ja eher selten im Wein findet. Der Rosé von Hahn-Pahlke kommt mit einer vollen Portion roter Beeren im Geruch und Geschmack. Für beide gilt, schön gekühlt und man hat richtigen Sommer-Weinspaß damit.
Beide Weine sind trocken ausgebaut, aber jeweils doch mit einer guten Fruchstüße, die die Fruchtaromen voll unterstützt.