Longrow Red 11 Pinot Noir

Der neue Rote von Longrow wurde dieses mal in einem Pinot-Noir-Fass aus Neuseeland gefinished. Die ersten 8 Jahre durfte der starkrauchige Longrow aus dem hause Springbank in einem ex-Bourbon-Cask lagern, dann bekam er sein dreijähriges Finish. Die limitierte Abfüllung zählt zwar 9000 Flaschen, was aber bei den vielen Fans international bedeutet, dass wir als Händler nur kleine Zuteilungen bekommen.

Im Glas kommen zunächst in erster Linie die Aromen nach roten Beeren zum Vorschein, etwas Kirschmarmelade, Cassis und Rotweinnoten. Dazu ein wenig Nuss-Mandel und Vanille. In der Nase ist der Rauch sehr fein.

Im Mund dann stärker vom rauchgeprägt , aber auch eine frische, säureartige Note zu den roten Früchten. Dazu etwas geräucherter Speck und Vanille wieder. Aber auch hier keine Rauchexplosion.
Insgesamt eine hervorragender Whisky, der für einen Longrow zwar etwas zurückhaltend im Rauch ist, aber so insgesamt sehr rund und aromatisch ist.

Leider haben wir auch nur noch wenige Flaschen davon. Etwas für Genießer sowie für alle Fans der Whiskys aus der Region Campbeltown bzw. aus der Springbank Destillerie.

3 x The Old Friends – Whiskys from Wine Casks

Noch kurz vor den Feiertagen hat uns ein Paket mit drei neuen Abfüllungen von The Old Friends erreicht. Diese Reihe, die ausschließlich im ausgesuchten, stationären Handel erhältlich ist, hat uns von Anfang an gefallen. Auch die neuen Whiskys, die alle in Weinfässern reifen durften.
Es handelt sich um keine Finishs, sondern alle Whiskys sind in den Wein bzw. Portweinfässern komplett gereift.

 

 

Sweet Smoke from Loch Lomond – Croftengea 11 Jahre, The Whisky Chamber

Wer die Übersichtskarten mit schottischen Destillerien nach Croftengea absucht, wird den Namen nicht finden. Doch so ganz unbekannt ist der Name letztlich doch nicht. Denn er ist ein Synonym für rauchige Abfüllungen aus der Loch Lomond Destillerie am gleichnamigen See. Diese Single Cask Abfüllung hat uns mal wieder Thomas Ide mit seiner »The Whisky Chamber« abgefüllt.

In der Nase ganz viele Aromen von gelben Früchten, Honig und Rauch sowie etwas Kohle. Im Mund viel süßer Rauch, fruchtig, Röstaromen, die einen an BBQ erinnern. Er ist ölig und weich, so dass man die 58,4 Vol % kaum wahr nimmt. Langer warmer Rauch im Abgang wie von Grillpfirsischen auf schönen Rindersteaks. Ich hab schon einige Croftengea-Abfüllungen verkostet und ja sie sind sich ähnlich, aber das was Thomas auf die Flasche gebracht hat, ist eine der besten, die ich kenne.

Spontan fiel mir da neben dem schon oft geposteten »Loch Lomond« von The Real McKenzies doch glatt »Smoke on the Water« von Deep Purple ein.

Cask Orkney 18 Jahre – A. D. Rattrays Hommage an die Whiskys von Orkney

Der beliebte CASK ISLAY – Islay Single Malt von A.D.Rattray hat einen “großen Bruder“ bekommen: CASK ORKNEY – Orkney Single Malt stammt aus der älteren – also eine ganze bestimmte von zweien – Brennerei der Orkney Inseln und reifte 18 Jahre.

In der Nase feine und weiche Aromen von grünem Apfel, Muskatnuss, Gewürzen sowie maritim-salzigen Anklängen und leichter Rauch. Im Mund dann Toffee, Pfirsich und Aprikose, üppig und cremig am Gaumen, süßer Rauch im Hintergrund mündet in einem nussigen Abgang.

Whisky-Geheimtipp: Rozelieures Whisky aus Lothringen

Bereits im letzten Jahr konnten wir das erste Mal Whiskys von Rozelieures verkosten und waren direkt begeistert. Whiskys gibt es seit Jahren eben nicht nur aus Schottland und Irland, sondern auch aus anderen europäischen Ländern. Durch ein Faible für Frankreich haben wir schon seit einigen Jahren die franzöisischen bzw. bretonischen Whiskys von Armorik im Sortiment.

Im lothringischen Rozelieures entstand die Idee für Whiskys zu Beginn der 2000er Jahre als Hubert Grallet, Brenner und Christophe Dupic, Landwirt, nicht nur gemeinsam Whisky tranken und Schottland besuchten, sondern bei dem ein oder anderen Dram die Idee entwickelten selbst Whisky zu produzieren. Der eine kannte sich mit dem Brennen aus, der andere mit Gerste und aus der Idee wurde ein Plan. Mittlerweile gibt es vier Standardabfüllungen und das besondere dabei ist, dass alle mit mehr oder stark torf-rauchiger Gerste hergestellt werden.

Letztes Jahr haben wir die Destillerie besucht. Wobei man das etwas vorsichtig ausdrücken muss, wenn man dabei ein Bild von schottischen Brennereien vor Augen hat. Als jemand, der ursprünglich aus dem Saarland stammt, kenne ich Lothringen, wusste aber nicht wie landschaftlich idyllisch diese Region sein kann. In dem kleinen Dörfchen gibt es keine großartigen Hinweisschilder und selbst wenn man vor der Destillerie steht, erinnert sie eher an den örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Dazu passt der Titel »Maison de la Mirabelle«. Die Region ist nämlich das Zentrum für Mirabellen und Mirabellenbrände. Hier wird der Whisky auf eher ungewohnten Charenteser-Brennblasen (Alambic-Verfahren) zweifach destilliert, die man von der Coganc-Herstellung kennt. Und neben Obstbränden und Whisky wird auf den gleichen Brennblasen auch Parfum (!) auf Alkoholbasis destilliert. Etwas was ich sonst auch noch nie gehört habe.


Im Hintergrund hinter der Destillerie sieht man auch den Vulkan, der das Label ziert. Der besuch der Destillerie kostet nichts, aber ausser einem kleinen Film und einer grafischen Animation der Herstellung wird einem nicht viel weitere Information geboten. Das was dort jedoch in die Flaschen gefüllt wird hat uns jedoch total überzeugt.

Zumal die Fumé und Thourbé Collection immerhin 8 Jahre alt sind, das zu einem angemessenen Preis. Vergleichbare Whiskys aus Deutschland sind da mindestens doppelt so teuer, wenn man sie überhaupt als 8jährige bekommt.

Wir stellen die einzelnen Abfüllungen noch mal gesondert und ausführlicher vor und ihr könnt sie natürlich auch bei uns im Laden probieren.