Deanston Virgin Oak

Nach unserem Besuch bei Deanston ist das gesamte Team noch mehr Fans dieser Highland Destillerie. Der Virgin Oak ist sozusagen der Einstiegs-Whisky in die Range der Brennerei.
Erst lagen die Whiskys in ex-bourbon-Fässern, dann wurden sie in Virgin Oak Casks – Fässern, in denen nicht zuvor etwas anderes wie etwa Bourbon oder Sherry lagerte – nachgereift.
Damit verbindet man die typischen Noten von Vanille und Toffee aus den Ex-Bourbon-Fässern mit den kräftigeren Holznoten der frischen Fässern.
Im Geruch, dann neben der Vanille und Holz auch für Deanston recht typische Orangen- und Bitterorangennoten und eine malzige Süße. Im Geschmack dann kräftig-würzige Holznoten, kandierte Früchte, Bitterorangen und Vanille.



Beim Warehouse-Tasting in Deanston.

Brecon Botanicals Gin aus dem Land des Drachen

Land der Drachen meint nicht ein Königreich von Game of Thrones, sondern ist eine Anspielung auf den Drachen in der walisischen Flagge.

Der Brecon Botanical Gin unterschiedet sich vom normalen Brecon Gin nicht nur durch den leicht erhöhten Alkoholgehalt 43 statt 40 Vol %, sondern auch über die Botanicals. Der Brecon Botanicals ist mehr von Zitrus, Orange und Bergamotte, Safran sowie Zimt bzw. Cassia geprägt. Insgesamt wirkt er mit seinen »nur« 8 Botanicals etwas erdiger wie der Special Reserve Gin. Ich mag ihn sehr gerne pur, aber auch in Long Drinks wie dem Gin & Tonic oder Cocktails macht er sich gut.

Whiskyfans dürfte der Ort, wo dieser Gin entsteht, etwas sagen, denn er kommt aus der Penderyn Whisky Brennerei. Dort wird er zwar nicht vor Ort produziert, aber das Rezept hat das Unternehmen entwickelt und er wird in der Brennerei abgefüllt. Der Hintergrund ist natürlich darin zu sehen, dass eine Brennapparatur durch die Gin mit seinen aromatischen Botanicals geflossen ist sehr stark gereinigt werden muss, um danach Whiskys in der gleichen Apparatur zu brennen, ohne dass dieser den Geschmack von Wacholder & Co annimmt.

Deanston 18 Jahre

Ich bin ja der Überzeugung, dass Whiskys ihre Hochpunkt bei der Reifung zwischen 12 und 25 Jahren haben. Sie haben ihre jugendliche Rauheit abgelegt haben, sind aber auch noch nicht zu stark nur von den Eichenfassaromen der langen Lagerung geprägt. Und genau so eine Vertreter ist der 18jährige Deanston.

Er ist elegant, ausbalanciert und langanhaltend zu gleich. In der Nase süße Aromen, die an Honig und Apfel erinnern, dazu Toffee und Malz. Dieser Eindruck wird auch beim Trinken bestätigt. Weich und süß, wieder Apfel aber auch etwas Orange, Vanille und wieder Honig.

Er reifte die komplette Zeit in ex-Bourbon-Fässern, ist nicht kühl gefiltert und nicht gefärbt.

Nikka from the Barrel – Whisky made in Japan

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Whisky aus Japan ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Auf Wunsch einiger Kunden haben wir nun auch den ersten japanischen Whisky im Sortiment. 
Whisky hat in Japan bereits eine lange Tradition. Masataka Taketsuru gründete bereits 1934 Nikka Whisky und lernte das Whisky-Handwerk unteranderem in der Longmorn Destillerie in der Speyside und der mittlerweile nicht mehr existierenden Hazelburn Brennerei in Campbeltown. (Hazelburn heißt heute noch der dreifach destillierte Whisky aus der Springbank Destillerie)

Der Nikka from the Barrel ist ein fruchtig-floraler Whisky mit feinen Holznoten, Gewürzen; Vanille und Aromen von Honig und Orangen. Ausgestattet mit kräftigen 51,4 Vol % ist er trotzdem ein Kandidat für einen All-Day-Whisky.

Weitere Infos zu Nikka und Masataka Taketsuru findet ihr im Blogartikel »Als der Whisky im Osten aufging«

OGMA Gin – eine Hommage an die Mispel

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OGMA Gin ist noch ein Unbekannter in der Gin-Welt, mal schauen wann sich das ändern wird. Uns hat er geschmacklich vor allem überzeugt. 
Dazukommt, dass der Gin nun wirklich mal aus meiner alten Heimat, dem Saarland stammt. Denn oft musst ich beim wesentlich bekannteren Ferdinands Saar Dry Gin immer hinweise, dass die namensgebende Saar auch durch das Bundesland Rheinland-Pfalz fließt und Ferndiands gerade von dieser Weinregion geprägt ist. 

Doch nun zurück zum Gin. Sein Ursprung liegt im Saargau und stellt die Mispel neben dem Wacholder in den Vordergrund.Mispel(chen) da frohlockt der Hesse – doch ich muss ihn zunächst enttäuschen. Die asiatische Mispel, die den Calavdos ergänzt hat nur wenig mit der so genannten Wintermispel zu tun. Ein knorriger Obstbaum mit einer unscheinbaren, braun-grünen Frucht. Ihre eigentliche Heimat: die Hochländer Vorder- und Mittelasiens.
Über Jahrhunderte wurde diese eigentümliche Frucht in Mitteleuropa kultiviert. Doch Anbau und Verarbeitung sind hart und schwierig. Die Mispel liefert niedrigen Ertrag. So verschwand sie mit der Zeit fast gänzlich vom europäischen Kontinent.

Die Brennerei Monter pflegt Mispelbaumbestand auf Streuobstwiesen und kaufen Kleinmengen von regionalen Privaterzeugern. 

Ihre Frucht ist hart, voll Säure und bitterer Tannine. Doch am Jahresende, mit Kälte und Frost, geschieht ein kleines Wunder: Die Mispelfrucht wird weich und verwandelt sich in eine Aroma- und Vitaminbombe ersten Ranges. Kein anderes Obst zeigt eine vergleichbare Aromatik: Gleichzeitig gelbfruchtig, frisch und herb. Die Mispel verleiht OGMA Gin Aromen von Orange, Pfirsich und Süssholz, kombiniert mit einer zitronigen Frische und einer feinen Bitter-Angosturanote.

Bereits 1849 wurde die Destillerie Monter erstmals erwähnt. Beheimatet ist die Brennerei in einem dreihundertjährigen Lothringerhaus in Hemmersdorf, gelegen im Saargau, nahe der Grenze zu Frankreich – ein geschichtsträchtiger Ort. 

Im Familienbetrieb verarbeitet Wolfgang Maffert in sechster Generation Früchte alter Obstbäume der eigenen Streuobstwiesen. An den Südhängen des romantischen Niedtals gedeien Mirabellen, Äpfel und Mispel. Durch eine besonders schonende Verarbeitung der vollreifen Früchte hat sich Wolfgang Maffert einen Namen gemacht und zahlreiche Auszeichnungen über die Landesgrenzen hinaus erhalten.

OGMA wird in aufwändiger, traditioneller Handarbeit hergestellt. Beginnend mit dem Einmaischen der Mispelfrüchte für die Haupt-Infusion: der  Mispelbrand. Die Maische gärt mehrere Wochen, bis der erwünschte Alkohol entstanden und die feinen Aromen der Mispel extrahiert sind. Neben dem Brand nutzen Monter außerdem selbst hergestellten Mispelwein. Dieser außergewöhnliche, ungeschwefelte Obstwein existiert nirgendwo anders und wird exklusiv für die Herstellung von OGMA verwendet.

Destilliert wird mit zwei seit Anfang des letzten Jahrhunderts im Einsatz befindlichen französische Alambiques für den Roh- und Feinbrand. Zweifach destillierte Wacholderbeeren aus Serbien sind der Grundstoff, um im Small-Batch-Verfahren den OGMA Gin in traditioneller Handarbeit mit viel Liebe zum Detail zu fertigen.

Heraus kommt ein ungewöhnlicher Gin, geprägt von der herben Mispel, warmen Zitrusnoten, Kräutern udn Wacholder gepaart mit einer feinen Süße. Leicht gekühlt und pur ein wunderbarer Degistif oder mit einem klassischen, nicht zu süßen Indian Tonic Water.