Weine vom Margaretenhof

Den Margaretenhof haben wir auf der Wein am Main im Mai kennengelernt. Auf der Messe hat uns bereits der Auxerrois überzeugt, der auch nach der Probe einiger weiterer Weine unser Favorit ist. Das Weingut wurde in den 60er Jahren gergündet und wird seit 1999 von Steve Eckardt geführt.

Neben traditionellen Rebsorten wie Riesling, Silvaner, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder und Dornfelder angebaut. Durch die Ausweitung auf 30 Hektar wurde das Rebsorten-Programm um Chardonnay, Sauvignon Blanc, Frühburgunder, St. Laurent, Schwarzriesling, Syrah, Cabernet Sauvigon und Merlot ergänzt.

Auxerrois, Klostergarten 2009
Schöne und harmonische Kombination von Würze, dezenter Säure und leichter Fruchtsüße. Einfach gut und nicht alltäglich!
 

Morio-Muskat, 2009
Spritzig und mit schöner aromatischer Süße von Birnenkompott.

Maître Blanc, 2007
Fast schon buttriger Weißwein mit viel Kräuter und Heuaromen, die Frucht kommt jedoch dabei etwas kurz.
Die buttrigen, fast schon tranigen Noten sind für meinen Geschmack zu störend.

Frühburgunder Weissherbst, 2009
Leichter. aber auch aromatischer Rosé. Man sollte ihn nicht zu kalt trinken!

Riesling 2009, Schwabenheimer Sonnenberg
Feiner und säurearmer Riesling, aber zu wenig Eigenheiten.

Grand Maître 2009 – Eckard Collection
Cuvée aus Syrah und Cabernet Sauvignon. Ein Rotwein aus Deutschland, den man hier so nicht erwartet. Cassis, Rauch, Tabak und am Ende Pfeffer. Schöner Schmelz, gutes Mundgefühl. Kräftige, aber runde Tannine. Passt hervorragend zu gegrilltem Rindfleisch oder auch Lamm.
 

Neben dem Weingut gibt es dort ein Café mit hauseigener Konditorei und ein Restaurant. Die Kuchen waren sehr gut, der Rest muss noch bei einem nächsten Besuch getestet werden.

Impressionen von Wein am Main 2011

Am Sonntag waren wir zum ersten mal bei Wein am Main. Uns haben vor allem die Winzer und Weißweine aus Deutschland interessiert. Da wir noch am frühen Mittag mit unsere Tour gestartet sind war es noch nicht zu voll. Positiv fand ich sehr viele junge Leute (20-30 Jahre), die sich für Wein interessierten. Die Aussteller waren in erster Linie Weingüter aus Deutschland, einige wenige Weinhändler mit französischen oder spanischen Weinen. Desweiteren noch den ein oder anderen Anbieter von Weinregalen oder ein Stand mit hochpreisigem Eiskonfekt. Was allerdings der Schmuckstand dort sollte blieb wir schleierhaft.

Entdeckungen
Eine meiner positivsten Entdeckungen war der Margaretenhof aus Rhein-Hessen. Dort fand ich den selten anzutreffenden reinsortigen Auxerrois sehr spannend, das er sich vom Wein-Mainstream positiv abhebt. Ein ganz eigenständiges Geschmackserlebnis. Und auch die Rotweine des Weingutes waren eine positive Überraschung. Bisher hat ich keine guten Erfahrungen mit Rotweinen aus hiesigen Landen gemacht. Der Grand Maître 2009 (Syrah und Cabernet Sauvignon) war da schon ein ganz andere Welt, eher Weinen aus südlichem Klima zu vergleichen. Aber mit 14,90 Euro für einen Flasche doch um einige Euro teurer als gleichwertige Rote aus dem Languedoc-Roussillon.

Ansonsten hat uns noch der Helios, 2010 von Fränkisches Gewächs sowie der Blanc de Noir Spätburgunder 2010 vom Weingut Axel Müller gefallen.

Unangenehme Angewohnheiten?
Unangenehm aufgefallen sind solche Leute, die sich an den Ständen breit machten und somit teilweise des Herankommen verhinderten. Damit meine ich, dass an teils sehr kleinen Ständen sich zwei bis drei Leute »festtranken«, anstatt ihre Probe zu nehmen und für andere Platz zu machen. Der ein oder andere Standbetreiber sah sich wohl dazu genötigt, einen »Gesichtkontrolle« durchzuführen. »Sieht der Mann aus als würde er Geld für Wein ausgaben oder soll ich doch ihn links liegen lassen und mich mit den älteren, gut situierten Damen beschäftigen.« Zu Mal man mich zunächst begrüßte, um sich dann zu den Damen umzuwenden.

Fazit
Trotz Verbrauchermesse eine gute Möglichkeit in tollem Ambiente die ein oder andere Neuentdeckung zu machen.

Das Bockenheimer Depot von außen