Tasting-Impressionen: Whisky made by Women

Viel zu oft muss man immer wieder hören: »Whisky ist etwas für Männer!« Oder in der »abgeschwächten« Form: »Schön kräftig rauchig, so ein richtiger Männerwhisky!« Wir sagen immer dazu, dass das alles Quatsch ist. Trinkt was euch schmeckt. Und es gibt so viele Männer, die mit rauchigen Whiskys so gar nichts anfangen können.

Im Tasting haben wir aufgezeigt, wie zu früheren Zeiten und vor allem heute Frauen maßgeblich Whisky prägen uns zwar als Destilleriemanagerinnen, Blendmasterinnen, Produktionsleiterinnen, Whiskybonderin oder Whiskyhändlerinnen.

Die Whiskys standen dementsprechend immer auch für eine Erfolgsgeschichte und eine oder gar mehrere Geschichte von Frauen in der Whiskywelt

Penderyn Red Flag (Aista Jukneviciute, Master Blenderin und Master Distillerin)
Laphroaig Four Oak (Bessie Williamson, Distillery Managerin)
Deanston 18 und Ganymed I Madeira Cask (aka. Bunnahabhain) (Dr. Kirstie Mccallum, Master Blenderin) 
Mackmyra Vintersol (Angela D’Orazio, Master Blenderin)
J. J. Corry The Batallion (Louise McGuane, Whiskybonderin)

Peat Monster von Compass Box

Ich mag das Peat Monster. Ich hab aber auch weder Angst vor Monstern noch vor Torfrauch. John Glaser und sein Team von Compass Box haben hier Laphroaig, Caol Ila, Ledaig und Ardmore in der Flasche vereint. Drei der vier Brennereien mag ich sehr. Zusammen bringen, Torfrauch aber auch Süße im Geruch.

Der Geschmack, wie man es von einem Blended Malt erwartet, sehr ausgewogen, rund. Aber auch eine volle Ladung süßlicher Rauch, Meersalz und etwas Kohle.

Für eine Monster eigentlich sehr geschmeidig, sofern man Torfrauch mag.

Des Teufels Nummer 17 von The Whisky Chamber

Der neue Teufel* aus den Warehouses von Thomas Ides The Whisky Chamber ist da. Schon der Siebzehnte seiner Art. Man weiß immer nur so viel, dass es sich um einen Islay Whisky handelt. Man munkelt und man mutmaßt, dass es sich um einen von der Südküste handelt. Aber ratet einfach selbst. Ich tippe auf eine Destillerie mit L im Namen.

Im Glas ist er zunächst verhalten rauchig und erinnert an Kräuter im Lagerfeuer. Aber geruchlich eher ein eleganter Vertreter dieser Brennerei. Der Geschmack dann überraschend trocken im ersten Schluck. Etwas Toffee aber wirkt trotzdem sehr frisch mit eher verhaltenem rauch. Alle Aromen wir aus einem Guss, nichts was extrem heraus sticht, aber einfach ein schöner torfrauchiger Islay Whisky. Normalerweise sind Thomas’ Whiskys eher »wasserscheu«, aber dieser Teufel wir mit Wasser etwas süßer und süffiger. Auch kommt der Rauch noch mal mehr hervor.

Immer wieder die gleiche Brennerei, ähnliches Alter, immer ex-Bourbon-Cask und trotzdem jeder Teufel ist ein Unikat.

* Die Kurzform »Teufel« hat sich eingebürgert, das der gälische Name »Buair an diabhail of Islay« ist schon ein kleiner Zungenbrecher. Und übersetzt heißt es  so viel wie die Verführung des Teufel von Islay.

Neue Whiskys im August

Whisky kann man ja in jeder Jahreszeit genießen, darum haben wir auch im Sommer wieder viele Neuzugänge in unserem Sortiment. Hier ein kleiner Überblick.

4 x Neues von The Whisky Chamber
• Invergordon 2009, 9y, refill Port QC, 58,1%vol., 0,5l
• Ledaig 2008, 10y, ex Bourbon Hhd. 59%vol., 0,5l
• Buair an Diabhail Vol. XVII , 57,2%vol., 0,5l (Islay)
• Smoky Highlands (Loch Lomond)

• Glen Scotia 18
• Glen Scotia Bordeaux Cask
• Scarabus Islay Malt


• Dun Bheagan, Bunnahabhain Sherry Butt, 12 Jahre
• Dun Bheagan, Benriach Rum Finish, 21 Jahre

• St. Kilian Signature Edition Two Amarone Cask
• Laphroaig Four Cask

• Kilchoman STR Cask
• Ledaig 2004, Spirit & Cask Range
• Arran, Master of Distilling II Palo Cortado Finish
• Bunnahabhain 26 Jahre, Berry Bros & Rudd

 

 

Laphroaig Four Oak – vier Fasstypen machen einen Whisky

Den Four Oak von Laphroaig habe ich für mich dieses Jahr beim Besuch der Brennerei auf Islay entdeckt. Die vier verwendeten Fasstypen setze sich übrigens wie folgt zusammen: ex-Bourbon-Cask, ex-Bourbon Quarter Casks, sowie jeweils amerikanische und europäische (Higsheads) Virgin Oak Casks.

Der Whisky wurde ursprünglich für den Travel retail entwickelt, so dass er auch in einer 1 L-Flasche abgefüllt wurde.

In der Nase ein warmer,süßer rauch, der an Obstkompott und Vanille erinnert. Also nichts von der medizinsichen Note à la »Smells like burnt hospital«. Im Mund mit seinen 40 % mild, aber nicht dünn, sondern wieder hier kommt wieder der süße Rauch aber auch Butterscotch, Vanille etwas Seetang und holzige Aromen dazu. Im Abgang wieder sehr eleganter Rauch und etwas salzig Herbes.

Wer sich nicht gleich an einen Laphroaig 10 herantraut, der ideale leichte Einstieg diese Brennerei kennen und lieben zu lernen.