Authentischer Rum abseits der Massenprodukte – Venezuela 14 Jahre, Compagnie des Indes

Rum aus Venezuela ist beliebt. Man findet ihn fast in jedem besseren Supermarkt in der bauchigen Flasche mit der »Briefmarke« auf dem Etikett. Außerhalb Deutschlands heißt er Diplomatico, hier – aus Markenrechtsgründen – Botucal. Er gilt als süß und süffig und ist für viele der Inbegriff von Rum, zumindest für Einsteiger/innen. Der Botucal Reserva Exklusiva ist jedoch nicht so süß, weil er eben aus Zuckerrohr produziert wird, sondern weil er mit über 40 g Zucker pro Liter nachträglich gesüßt wird. Dass es auch ungesüßten, authentischen Rum aus diesem Land gibt zeigen u.a. immer wieder die Abfüllungen von Compagnie des Indes aus der Corporation Alcoolés del Caribe in Venezuela. Hier wird kein Zucker für die Abfüllungen zugesetzt und auch kein Zuckerkulör.

Doch wie schmeckt er nun?
In der Nase Nuss, Vanille, Orangenschalen, etwas Lakritz und Mango.
Beim Geschmack hat man anfänglich eine dezente Süße, dann Aromen von Bitterorange, Minze und dunkler Schokolade und warmen Gewürzen. Im Abgang kommt noch mal ein ganzer Obstkorb mit exotischen Früchten dazu. Alles mit einer dezenten Süße und der Abgang wird dann hinten heraus trocken. Eben ein Rum wie er von Fermentation, Destillation und Fassreifung geprägt wurde und nicht durch Zucker auf easy Drinking gepimpt wurde.

Natürlich trinkt jeder was einem schmeckt, aber probiert mal bei uns unverfälschte Rums, wie diesen und entscheidet dann.

Pastis de la Sarre – Französisches Savoir-Vivre aus dem Saarland

Pastis ist für viele ein typisch französisches Getränk. Man kennt es aus den Bars und Cafés oder aus Filmen. Dieser Pastis kommt jedoch nicht aus Frankreich, sondern aus meiner alten Heimat, dem Saarland und zwar zwei Orte weiter wo ich aufgewachsen bin. Also liegt es nahe diese Spirituosen bei uns mit ins Sortiment zu nehmen.

Unser Pastis de la Sarre ist sehr rund und weich und benötigt nicht viel Wasser. Aber dann entfalten sich einfach auch noch mal die weiteren Aromen am besten. Die Aromen von Sternanis, Fenchel, Koriander und Süßholz werden eingebunden durch eine feine Süße.
Lang war ich selbst kein großer Freund von Lakritz und Anis, aber dieser Pastis hat mich gänzlich überzeugt.

Pastis ist als Aperitif ebenso geeignet wie ihn den gesamten Abend zu genießen … oder auch schon am Nachmittag. Er steht für entspannten und mediterranen Sommergenuss.

Viele fragten schon: »Ja, was ist denn Pastis genau?« 
Verkürzt könnte man sagen so etwas wie »Absinth light« oder eine mit Kräutern und Gewürzen vor allem Anis, Fenchel und Süßholz mazerierte und gesüßte Spirituose. Sie ist durch das Einlegen der Kräuter/Gewürze gelblich bis bräunlich und trübt durch die Beigabe von Wasser ein. Meist trinkt man ihn nicht pur, sondern eben mit gekühltem Wasser wird er je nach persönlichem Geschmack ausgegossen.

West Indies – neuer komplexer Rum von Compagnie des Indes

Der West Indies ergänzt die Basisrange von Compagnie des Indes Rums. Neben dem »Caraibes«, dem »Latino« und »Jamaika Navy Strength« gibt es nun den achtjährigen Blend mit Rums aus Guyana, Panama, der Dominikanischen Republik und Barbados.

8 Jahre Reifezeit steht hier für die tatasächliche minimale Reifezeit der verwendeten Rums, kein Soleraverfahren.
Neuzugang bei den dauerhaft erhältlichen Rum-Blends von Compagnie des Indes: Der West Indies ist wie die Single-Cask- und Small-Batch-Abfüllungen von Compagnie des Indes weder nachträglich gesüßt ncoh mit Zuckerkulör gefärbt.

In der Nase zeigt er sich ausnehmend aromatisch, mit Noten von fermentierten Früchten, Eindrücken von Kandiszucker und Honig sowie Pfirsichen und süßen Gewürzen. Er erinnert an ein orientalisches Gericht mit seiner sehr eigenen Mischung aus Frucht, Gewürzen und Süße.
Auch auf der Zunge erscheint er zunächst mit dem Eindruck von sehr würzigem Honig, der Kandiszucker findet sich sofort wieder, geht aber schnell in gebrannte Karamell und Vanille über. Rhabarber und Lakritze gesellen sich dazu und machen den Rum ungleich komplexer. Das wunderbare Finish zeigt Noten von Obstbränden und tolle, holzige Aromen.

Ledaig 2005/20017 Signatory Vintage – Lagerfeuer am Strand mit Trockenfrüchten und Kräutern AUSGETRUNKEN

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Die Abfüllungen des Vorgängerfasses waren auch bei uns schnell ausverkauft. Jetzt hat Kirsch Whisky noch mal nachgelegt und das Schwesterfass abgefüllt. 11 Jahre im First Fill Sherry Butt gelagert, so dass sich die typische torf-rauchigen Noten des Ledaig verschmelzen mit den Sherry-Noten.

In der Nase jede Menge Torfrauch, salzig bis jodische Meeresaromen, Lagerfeuer, süß-herbe Aromen. Im Mund dann wieder Rauch, aber dazu Kräuter und Lakritz, erdige Noten, auf jeden Fall eine Explosion von Torfrauch und Trockenfrucht mit herben Kräutern. Unheimlich lange anhaltend. Sehr komplex. Ein Whisky mit dem man sich länger beschäftigen kann. Die Fassstärke (57,3 Vol %) ermöglicht es auch nach und nach mit ein paar Tropfen Wasser dem Whisky weitere Aromen zu entlocken. Großer Genuss und Spaß. Es wurden nur 653 Flaschen abgefüllt, einige wenige davon kamen auch zu uns.

Bio-Weine aus Rheinhessen (2): Weingut Feth

Vom Weingut Feth-Wehrhof, einem bio- und seit neustem auch demeter-zertifizierten Weingut haben wir einen ganze Bandbreite an Weinen probiert, jedoch haben uns nur einige wenige wirklich überzeugt.

Und das waren in erster Linie die Rotweine, wie den 2007er Pfeddersheimer St. Georgenberg, einen Spätburgunder der im Mund durch frische Säure in Kombination mit seidigen Taninen, Röstaromen und roten Beeren überzeugte.

Auch der St. Laurent aus dem gleichen Jahrgang und gleicher Lage fand unsere Zustimmung. In der Nase nimmt man zunächst Brombeeren dann aber auch Kakao und dezente Lakritznoten wahr. Im Mund ist er fruchtig und weich, wenn man man ihm 1 bis 2 Stunden Zeit lässt, ist er ideal. Bei der AWC Vienna 2009 wurde er mit der Silber-Medaille ausgezeichnet.

Der Spätburgunder 2010 aus der Reihe der Gutsabfüllungen war absolut überraschend. In der Nase fanden wir ganz untypische Blutorangen und Grapefruitnoten, dazu Nelken und Zimt. Nach einer Zeit im Glas kamen noch erdige Komponenten hinzu. Auch im Geschmack fanden wir die Grapefruit und Blutorangenaromen wieder, dazu eine leichte bittere-Würzigkeit.