14. September: Online-Tasting // New Bottlings mit Idols of Scotland, Hepburns Choice, The Whisky Chamber und Kingsbrans

Wir lassen uns von Covid-19 nicht den Genuss vermiesen und darum haben wir für den Herbst ein umfangreiches Genuss-Programm an Online-Tastings entwickelt. Regelmäßig bieten wir das Format »New Bottlings« an.
Vier ausgewählte Proben von neu eingetroffenen Whiskys werden in einem Kurztasting, etwa 1-1,5 Stunden verkostet

Ihr könnt die Proben (4 x 5 cl) entweder im Laden abholen oder wir versenden auch per Post. Im Vorfeld bekommt ihr einen Link zur Zoom-Sitzung.

Wir verkosten vier neue Whiskys in unserem Sortiment.
• Kingsbarns Family Reserve, Cask Strength
• Idols of Scotland, Ardmore Apple Brandy Cask
• Hepburns Choice, Auchrosik Red Wine Finish
• The Whisky Chamber, Teaninich, Refill Sherry Cask, Cask Strength
Kosten 30 Euro bei Abholung / 36 Euro bei Versand
Dauer etwa 1,5 Stunden
Beginn 20 Uhr
Anmeldung bis 14. September
Anmeldung bis 9. September an tasting@die-genussverstaerker.de

Kingsbarns Family Reserve Batch 1 (2020)

Kingsbarns haben wir letztes Jahr noch mit dem Ladenteam besucht und die Standard-Abfüllung »Dream to Dram« wurde erst kürzlich zum Best Scotch Lowland Single Malt bei den World Whisky Awards gekürt.

Nun hat die Brennerei beschlossen, jedes Jahr eine Abfüllung in cask Strength als Family Reserve abzufüllen. Wir konnten beim besuch schon einige Fassstärken verkosten und waren begeistert.

Die erste Ausgabe orientiert sich dabei am Rezept für den »Dream to Dram« (90% Fresh Bourbon und 10% STR-Cask), wurde aber mit 59,2% abgefüllt, in einer Auflage von nur 3000 Flaschen, von denen gut ein Viertel nach Deutschland gekommen ist.

Offizielle Tasting-Notes
Geruch Floral in der Nase mit Jasmin und Heckenkirsche. Honig und Mango, Banane, Vanille-Saffran-Creme, Weingummi und Erdbeersoße.
Geschmack Shortbread mit Zucker, exotische Frucht wie Mango und Papaya, Kokosraspel. Entwickelt dunklere Aromen und komplexe Würze.
Nachklang Intensiv, jedoch frisch mit üppiger Frucht und würziger Eiche.

Gins made in Scotland

Gin ist nicht nur very british, sondern vor allem auch sehr schottisch. Hier eine kleine Auswahl der schottischen Gins in unserem Sortiment.

Noch echt neu ist der Nerabus Gin von der Insel Islay. Sehr floral mit etwas würziger Süße von Heidekraut ist er neben dem Botanist Gin nun der zweite von der Insel.

Den Blackwoods Gin von den Shetlands hatte ich 2019 in Schottland entdeckt. Eigentlich bekommt man ihn dort über all im Supermarkt. Aber nichts desto trotz ein schöner Easy-Drinking-Gin zu einem guten Preis-Genuss-Verhältnis.

Der Caorunn Gin aus der Whiskydestillerie Balmenach is ein alter Hase unter den Gins aus Schottland. Ihn gab es schon als noch keiner den heutigen Gin-Boom abzusehen vermochte.

Eden Mill aus St. Andrews ist Multitalent, dort wird nicht nur Gin, sondern auch Bier und Whisky produziert. Und was liegt da nicht näher als Gin auch in Fässern nachreifen zu lassen. Funktioniert pur wie im Longdrink. Eden Mill Oak Gin

Der Red Door Gin kommt aus der Brennerei Benromach im Norden der Speyside. Während der Lussa Gin von der Insel Jura stammt, jedoch nicht aus der Whiskybrenenrei der Insel. Dazu kommen noch der puristische Crossbill Gin mit nur zwei Botanicals, sowie die Gins von Darnleys View aus der Destillerie Kingsbarns.

Ihr seht, die Auswahl an schottischen Gins ist groß und jede/r findet etwas nach ihrem/seinem Geschmack

Besuch bei der Kingsbarns Distillery


Kingsbarns ist eine von vielen neuen Brennereien, die die letzten 5 bis 6 Jahre in Schottland gegründet wurden. Die Entstehungsgeschichte ist jedoch eine ganz Besondere.

Die ursprüngliche Idee, hatte der ehemalige Golf Caddie, Douglas Clement. Es dauerte jedoch fünf Jahre von der Idee bis zur Eröffnung der Brennerei. Clement fasste 2009 die Idee unweit des St. Andrews Golf Courts eine Brennerei in einem alten Farmgebäude zu errichten. Zu Beginn hatte er nur einen Stapel Visitenkarten von seinen Kunden auf dem Golfplatz. Diese schrieb er an, damit diese sich an seinem Crowdfunding Projekt beteiligen sollten. Auch die schottische Regierung wollte sich finanziell an dem Projekt beteiligen. Dies stieß auf Interesse der Familie Wemyys, die bereits als Independent Bottler in der Whiskybranche einen Namen hatten. Zumal ein Vorfahre, der 7. Earl of Wemyss von 1759 bis 1783 einen Teil des Cambo Estate besaß. Clement verkaufte an die Wemyss Familie und wurde Direktor der Brennerei.

Im Jahr 2014 konnte dann die Produktion starten und seit kurzem ist auch der erste Single malt von Kingsbarns unter dem Namen – Dream to Dram – erhältlich. Der etwa 3,5 Jahre alte Whisky kam mit Verspätung auf den Markt, da das besondere Flaschendesign zu Verzögerungen führte.

Mit rund 140.000 Liter Jahresproduktion Rohalkohol ist es eine eher kleine Brennerei. Pro Woche werden etwa 24 Fässer produziert. Diese lagern jedoch nicht vor Ort, da es bisher kein Bonded Warehourse auf dem Gelände gibt.

Die Brennerei liegt im nordöstlichsten Winkel der Lowlands und produziert für die Region typisch fruchtigen und leichten Whisky, jedoch lediglich zweifach destilliert. Hauptsächlich werden ex-Bourbon-Fässer verwendet, dazu ein kleinen Teil ex-Sherry und ex-Wein-Fässern (STR-Casks).

Insgesamt wirkte aber die gesamte Brennerei irgendwie unwirklich und unecht. Allein, dass es im Gegensatz zu anderen Destillerien einfach nicht nach einer Whiskybrennerei roch. Es wirkte doch alle sehr clean. Und ich hab schon einige neue Brennereien besucht und würde sagen, es liegt nicht an der noch nicht vorhandenen Patina. Irgendwie sprang von der Destillerie nicht der Funke so richtig über, den Whisky mag ich jedoch sehr.

Wer sich beim Besuch nicht für Whisky interessiert, kann statt dessen auch eine geführte Gin-Tour machen. Denn seit dem bau der Brennerei wird dort auch der Darnley’s View Gin aus dem haus Wemyss produziert. Wer länger Zeit hat, kann auch die Gin School besuchen und an einem Tag seinen eigenen Gin produzieren und auch eine Flasche davon mitnehmen. Dabei wird in kleinen Brennblasen die eigene Rezeptur hergestellt.

Zur Stärkung vor oder nach einem Besuch dort gibt es ein kleines, feines Café mit Sandwiches, Suppen und Kuchen. Im Shop gibt es neben dem üblichen Merch, auch die Single Cask Whiskys und Blended Malts von Wemyss sowie einen Distillery-Only von Kingsbarns in Fassstärke.

»Harte« Fakten:
• Abfüllungen (2019): Dream to Dram und Distillery Only
• Produktion: 140.000–200.000 Liter/Jahr
• Fermentationszeit: 65 bis 85 Stunden
• 4 Stainless Steel Washbacks à 8.000 Liter
• 1 Mashtun
• 1 Wash Still (4.800 l) und 1 Spirit Still (4.500 l)
• Wasser aus einem Bohrloch aus den Tiefen der Sandsteinböden in der Region

Fotos u.a. Berit Abel & LP

Das Laden-Team in Schottland – Impressionen einer Whiskyfortbildung

Im Juli war das Ladenteam in Schottland unterwegs und hat sich in den Lowlands und Higlands fünf Whiskybrennerei angeschaut und diverse tastings vor Ort besucht. Die Bandbreite der Destillerien reichte von der noch sehr jungen Lowland-Destillerie Kingsbarns bis zur hauptsächlich für die Blend von Dewars produzierende Aberfeldy Destillerie über Eradour und Deanston bis zur einzigen nur dreifach destillierenden Auchentoshan Brennerei. Einzelne ausführiche Berichte werden noch folgen, aber hier schon mal ein paar Eindrücke und Fotos.

Wir starteten am ersten Tag in Kingsbarns, eine Destillerie, die erst vor kurzem ihren ersten Whisky auf den Markt brachte – Dream to Dram – nicht mit Whisky, sondern mit Gin. Denn seit dem Bau der Brennerei wird dort auch der Darnley’s View Gin aus dem Hause Wemyss produziert. Danach ging es dann noch zur Whiskytour.

Das war ein guter Start für die Tour und das Wetter dazu war auch noch hervorragend.

Am zweiten Tag, kam für alles das Highlight. Warehouse No. 4 Experience bei Deanston. Nach einer ganz kurzen Führung ins Stilhouse ging es dann ins warehouse, in dem drei Fässer zu verkosten waren. Ein ex-Bourbon-Cask, eine Organic Fino Sherry Finish und ein Amotillado Sherry Cask. Atmosphäre, Tasting und das Team der Brennerei, da war alles einfach nur perfekt.

Danach als Kontrastprogramm wieder in die Lowlands zu Auchentoshan, der einzigen Brennerei, die nur dreifach destilliert.

Den Abschluß machten dann Aberfeldy und Edradour. Während es bei Deanston einfach authentisch und echt wirkte, war Aberfeldy sehr gestylt und für Touristen aufgebaut. Ist halt auch die Vorzeige Destillerie des Dewars Blended Whisky. Den leckeren Warehouse Dram ließen wir uns trotzdem nicht entgehen.

Und zu guter letzt Edradour. Optisch eine Bilderbuchbrennerei. Der alte Teil war jedoch wegen Bauarbeiten nicht begehbar, dafür konnten wir die Brennerei im Neubau auf der anderen Seite des Baches besichtigen. Spannend, da ich selbst in den Jahren zu vor bei Besuchen dort den Bauvorgang der Destillerieerweiterung und dadurch Kapazitätserweiterung nachvollziehen konnte.

Im Anschluss verkosteten wir uns noch in der Bar der Destillerie durch die Range der Edradour- und Ballechin-Abfüllungen.

Das waren drei Tage mit spannenden Eindrücken, leckeren Whiskys, viel Wissen und schottischem Lifestyle.