Liebfraumilch – Alter Name mit neuem Gewand und modernem Weingenuss

Liebfraumilch ist in angelsächsischen Ländern auch heute noch ein Inbegriff für Wein aus Deutschland. Hier steht er eher für übersüße Massenware, welche die Eltern bzw. Großeltern gerne tranken.
Lukas Krauß hat Wein unter diesem Namen neuintepretiert und zum Erfolgswein gemacht, für alle, die eben nicht immer nur trockene Weine möchten.

Nicht nur ein schön süffiges Weißwein-Cuvée aus Müller-Thurgau (60%), Kerner (30 %) und Riesling (10%), sondern ein toller Speisenbegleiter für scharfe asiatische Gerichte, Currys, Chili con Carne etc.

Im Glas entwickeln sich Fruchtaromen, die an Stachelbeere und Melone erinnern, aber auch eine gewisse kräutrige Würze. Der Riesling gibt die notwendige Säure dazu, damit der Trinkspaß gegeben ist und die Süße eine Gegenspielerin bekommt.

P.S.
Liebfraumilch ist sogar im deutschen Weingesetz geregelt und ein geschützter Begriff. Verwendete Rebsorten, zugelassene Weinregionen und Mindestzuckgehalt ist darin festgeschrieben.

Finlaggan Red Wine Finish

Dieser Whisky ist nach dem alten Herrschaftssitz der Lords of the Isles im Norden von Islay benannt. Die Brennerei bleibt unbenannt, aber wenn man ihn probiert hat man eine gewisse Idee, zumal wenn man schaut, welche Brennerei im Norden der Insel gelegen sind.

Aroma Rote Beeren, dezenter Rauch erst mal, dazu eine Frische von Zitrusfrüchten.
Geschmack Mehr Torfrauch als rote Beeren, schwarzer Pfeffer, Holz, Tabak
Abgang Torfrauch, trocken, Holz, mittellang

VITAL SPARK, heavily peated & sherried Single Malt, 10 Jahre, 53,5 % vol.


Auch beim vierten Batch handelt es sich wieder um einen rauchigen Single Malt, der im Sherry Butt reifte, diesmal für 10 Jahre. Von diesem Small Batch wurden 1891 Flaschen abgefüllt.

Aroma Pflaume, Rauch, Salz, frische Brise Meeresluft, gesalzene Zitrone, trotz 53,5 % nicht alkoholisch in der Nase
Geschmack Sehr ölig, Jod, Phenol, Torfrauch, schwarzer Pfeffer, Datteln, medizinisch mit schwerer Süße
Abgang trockener werdend und noch weiter medizinisch

An den Whisky erinnert man sich. Trotz aller medizinische Note und der Fassstärke »gefährlich« süffig.

Black Tot Rum – flüssige Rum-Geschichte

Da ja Trinken bilden kann, zunächst bei diesem Rum einen kleinen Abstecher in die Geschichte.

Fast 300 Jahre bekamen die Soldaten der Royal British Navy eine tägliche Rum-Ration ausgeteilt. Zunächst ein half pint (etwa 250 ml) pro Tag, später wurde dies immer mehr reduziert. Doch am 31. Juli wurde dem ganzen ein Ende gesetzt. An diesem Tag wurde zuletzt Rum ausgegeben. Dieser Tag ging als Black Tot Day in die Geschichte ein. Zum 50. Jahrestag hat Elixir Distillers – den Whisky-Fans als Abfüller von Port Askaig Whiskys bekannt – den Black Tot Rum herausgebracht. Es ist ein Blend von Rums aus Barbados, Guyana und Jamaika.

Im Glas vollmundige Aromen von dunkler dunkler Schokolade, Früchten und Nüssen. Im Geschmack dann erst mal eine schöne Süße, die ergänzt wird durch fruchtige Säure und Kakao und Kaffeeröstaromen. Im Abgang kommen Holznoten, Tabak und dunkle Früchte hinzu.

Mehr zu  Black Tot Day findet ihr im Blog eines geschätzten Kollegen:

Die Landschweine sind los! – trinkige Naturweine von Lukas Krauß

Lukas Krauß, bekannt als mann mit Hut, ist immer für eine Überraschung gut. Jetzt hat er gleich Landschweine losgelassen. Drei Weine, die nicht nur spontan vergoren sind, sondern komplett ungeschwefelt, ohne jegliche Zusätze und naturtrüb abgefüllt wurden. Dazu Bioland zertifiziert und für wen es wichtig ist auch vegan. Also, das was man unter dem Label Naturweine aktuelle versteht. Bei Naturwein zuckt vielleicht der ein oder andere und denkt an komplizierte, unzugängliche Weine. Doch nicht bei Lukas. Da ist Trinkspaß in der Flasche und im Glas.

Er beschriebt in seinem Newsletter wie es dazu kam und was dahinter steckt:

»Ich setze mich mit dem Haltbarmachen von Lebensmitteln auseinander, um diese ohne Zusätze zu konservieren. Ich habe inzwischen Hühner und Schweine, um meine Wurst- und Fleischprodukte selbst herzustellen. Ich produziere zB eigenes Sauerkraut und Tomatensoße aus meinem Gemüsegarten, um nur einige Beispiele zu nennen. Kurzum, spielt es für mich mehr und mehr eine Rolle, wo meine Nahrung herkommt und wie diese zubereitet wurde.

Als logische Konsequenz sehe ich für mein berufliches Handeln die Herstellung von Naturweinen.

Weine, welche in unbedingtem Einklang mit der Natur und ökologisch erzeugt werden wollen, da kleine Macken später nicht mehr korrigiert werden können. Weine, vinifiziert ohne zugesetzte Hefen und sonstige Behandlungsmittel, abgefüllt ohne Schwefel und Filtration, sind gepresste und vergorene Trauben. Nicht mehr und nicht weniger.
Diese Art des Weinmachens fordert Leidenschaft, die Bereitschaft zur Beobachtung und Hingabe.

Herausgekommen sind nun diese ersten Naturweine, welche ich als Landschweine bezeichne, in weiß, rosa und rot!

Diese Hingabe haben wir auch den Etiketten zuteilwerden lassen. Gemeinsam mit einem Illustrator aus Düsseldorf entstand ein großes und sehr persönliches Wimmelbild. Darin sind viele Elemente aus früheren Tagen, aber auch aus dem familiären und beruflichen Umfeld aufgenommen.  So haben die Eltern was zu trinken und die Kinder was zum Ausmalen.  Ich freue mich, die ausgemalten Bilder bei Instagram unter dem Hashtag #Landschwein zu sehen.«

Und was soll ich sagen, nach einer ersten Verkostung zu zweit zu Hause waren der Weißwein und Rosé so schnell leer, dass am nächsten Tag nichts mehr übrig blieb. Das Landschwein weiß ist cremig und frisch zugleich, unheimlich aromatisch. Ebenso wie das Landschwein Rosé ohne großen Trinkwiderstand. Der Rosé erinnerte mich in der Nase manchmal an einen Whisky aus dem Port Fass. Yummie! Das rote Landschwein ist vollmundig aber nicht schwer und fett. Zunächst moussiert er etwas und geht mit Sauerstoff im Glas auf und wird von Glas zu Glas besser.