Es muss nicht immer Single Malt sein! Gib Grain Whisky eine Chance!

Auf dem Foto eine kleine Auswahl an Grain Whiskys. Noch immer führen sie ein Schattendasein und werden noch oft – völlig zu unrecht – lediglich als Beigabe zu Blended Whisky angesehen. Single malt Whisky gilt immer noch an die Königsklasse. Doch muss das so bleiben?

Aber sortieren wir mal die Begriffe.
Malt Whisky, ist Whisky der aus der Maische von gemälzter Gerste (Malted Barley) destilliert wurde und in Schottland per Definition auf einer Pot Still destilliert wurde.

Bei Grain Whisky ist das verwendete Getreide nicht näher beschrieben. Da das Mäzen von Gerste aufwendig und kostenintensiv ist, wird meist nur ein kleine Teil gemälzter Gerste verwendet um die Gärung besser anzuschieben. Das Gros ist unbehandeltes Getreide, meist Weizen oder auch Mais. Nur selten wird dies genau angegeben. Aber auch dieses Destillat lagert für mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern (sofern er aus Schottland kommt). Zudem wird die Maische daraus meist auf sogenannten kontinuierlichen Brennblasen* destilliert.

Blended Whiskys sind dann Mischungen aus Malt Whiskys (meist) verschiedener Brennerei und einem in der Regel deutlich größeren Anteil an Grain Whisky(s).

Grain Whiskys sind deutlich leichtere Whiskys als Malt Whiskys. Aber auch hier kann mensch nicht alles über einen Kamm scheren. Die Fässer machen halt auch beim Grain Whisky mal gut 70–80 % des Geschmacks aus. Und der große Vorteil stellt sich heraus, wenn du mal einen 30jährigen oder älteren Whisky zum bezahlbaren Preis suchst, vielleicht auch noch als Single Cask und Fassstärke, dann ist Grain die erste Wahl, wenn es deutlich unter 200 Euro/Flasche sein soll.

Einfach neugierig bleiben, sich selbst ein Urteil bilden und in unseren Blind-Tastings ist das immer wieder überraschend, was ihr da im Glas habt und es vielleicht gar nicht als Grain erkennt.
Stay Rude, Drink Rebel!

* Der Loch Lomond Single Grain ist dabei ein kleiner Exot. Per Gesetz muss er sich Grain nennen. Die Maische basiert zwar auf gemälzter Gerste, er wurde aber nicht auf einer Pot Still Brennblase destilliert, sondern auf einer Lomond Still. Eine Kombination aus zwei Destillationsformen.

15. September: Whisky Blind-Tasting (Online-Tasting)

Ein Whisky-Tasting bei dem nur Ihr Geschmack zählt – ein Blindtasting. Wir Whiskys verkosten, von denen ihr erst am Ende erfahrt aus welcher Destillerie, aus welcher Region und welchem Land sie stammen. Im Tasting werden wir Farbe, Geruch und Geschmack beschreiben und jeder kann, wenn er möchte einen Tipp abgeben. Desweiteren erfahrt ihr etwas über die Whiskyherstellung, über die Aromenwelt von Whisky sowie über das Schmecken und Riechen.

Wir versprechen euch einige ungeahnte Überraschungen.
Umfang sind 6 x 2cl Samples.

Ihr könnt die Proben entweder im Laden abholen oder wir versenden auch per Post (Dann kommen jedoch 6 Euro für Porto/Verpackung hinzu). Im Vorfeld bekommt ihr einen Link zur Zoom-Sitzung

Da wir momentan nicht im Absehen können wie sich die Situation im September entwickelt, bieten wir erstmals nur Online-Tastings an. Wenn irgendwann klar ist ob und wie das im Laden ablaufen kann, gibt es auch wieder stationäre Tastings.

Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens 3. September
via E-Mail: tasting@die-genussverstaerker.de

WICHTIG! Der Versand der Samples erfolgt erst nach dem spätesten Anmeldetermin, da diese erst gemeinsam gefüllt werden. 

Preis 50 Euro pro Person (pro Versandadresse 6 Euro Porto)
Datum/Beginn 15. September 2021, 20:00 Uhr (Dauer ca. 2,5 Stunden)

Scottish Whisky Basics – ein kleiner Einblick in die Whisky Stile


Es kann manchmal schon verwirrend in der schottischen Whisky-Welt sein – Single Malt, Blended Malt, Single Cask, Blended Whisky – alles klar? Deshalb wollen wir heute ein wenig Licht ins Dunkle bringen und euch ein paar wesentliche Whisky Begriffe erläutern.

Single Malt
Single Malts sind Whiskys aus gemälzter Gerste, die in einer einzigen Destillerie produziert werden. Dafür werden verschiedene Fässer aus dieser Destillerie zunächst in einem großen Bottich vermischt und dann in Flaschen abgefüllt.  Soll der Whisky eine Altersangabe z.B. 10 Jahre tragen, bestimmt das jüngste Fass aus der Auswahl der Fässer das angegebene Alter auf der Flasche. Es dürfen auch ältere Fässer enthalten sein, doch die Altersangabe ist durch den am kürzesten gelagerten Whisky definiert.

Single Cask
Single Cask Whiskys sind Abfüllungen, die ausschließlich aus einem einzigen Fass aus einer einzigen Destillerie stammen. Oft sind zusätzliche Informationen wie z.B. Angabe der Fassnummer und Fassart, Destillations- und Abfülldatum, Anzahl der Flaschen auf dem Etikett enthalten. Der Geschmack von Einzelfass-Abfüllungen (Single Cask) ist einzigartig, denn das Fass formt wesentlich den Geschmack  eines Whisky. Wenn alle Flaschen der Abfüllung aus dem Fass ausgetrunken sind, wird es diesen Whisky in diesem Geschmack nicht noch einmal geben.

Blended Malt
Auch hier werden verschiedene Fässer mit Whisky aus gemälzter Gerste gemischt. Allerdings kommen bei den Blended Malts die Fässer nicht aus einer Destillerie sondern sie werden in unterschiedlichen Destillerien produziert.

Blended Whisky 
Blended Whisky besteht aus Malt Whiskys (Whiskys aus gemälzter Gerste) verschiedener Destillerien und Grain Whiskys (Whiskys aus nicht gemälzten Getreidearten mit einem kleinen Anteil gemälzter Gerste) verschiedener Destillerien. Die einzelnen Bestandteile des Blended Whisky können aus 20 oder mehr verschiedenen Destillerien kommen. Es werden Whiskys mit einem eigenen Stil kreiiert, die sich aber nicht einzelnen Destillerie-Stilen zuordnen lassen.

Auch bei den Whisky-Stilen sollte nicht nach gut oder schlecht kategorisiert werden. Eine Empfehlung sind daher die Kategorien „schmeckt mir“ und „schmeckt mit nicht“. Der persönliche Geschmack ist letztendlich das, was zählt. In diesem Sinne > Slàinte < lasst es euch schmecken!

Neu eingetroffen – Abfüllungen von The Whisky Chamber

the-whisky-chamber-abfuellungen-2017

Die neuen Abfüllungen von The Whisky Chamber sind eingetroffen. Neben dem Teufel Nummer XII sind sicherlich der 20jährige Glenrothes und der 25 jährige Cambus hervorzuheben, aber auch der Speyburn aus dem eher selten zu findenden Brandy Cask. 

Aberlour 2006, 10 Jahre, 54,1%vol., 0,5l
Region: Speyside
Aroma: reifer Früchte-Mix (dunkle Früchte und Honignoten (sehr weich)
Geschmack: Rote Äpfel, Orange und Gewürznoten (ein Hauch von Herbst)
Nachklang: mittel bis lang und zum Ende dezente Eichennoten

»buair an diabhail« Vol. XII – 58,1%vol. 0,5l
Region: Islay
Aroma: Rauch, Vanille, Toffee, frisch, fruchtig – Phenole
Geschmack: Torf (Phenole), süße Malzbonbons und frisches Kernobst – sehr cremig
Nachklang: lange anhaltend und sehr komplex

Cambus 1991, 25 Jahre, 55,3%vol. ex refill Sherry cask, 0,5l (Single Grain)
Region: Lowlands
Aroma: Toffee mit einem Hauch vom Sherry (ein alter Brandy)
Geschmack: Fudge & Sherry sind auch am Gaumen zu finden – sehr komplex
Nachklang: Für 25 Jahre sehr lange anhaltend

Fettercairn 2006, 10 Jahre, 55,2%vol., ex Bourbon barrel , 0,5l
Region: Highlands
Aroma Geröstetes Malz, Marmalade (Orange) & tropische Früchte
Geschmack: Süße Früchte, Orangenschale & Waldhonig
Nachklang: Mittel bis lang und sehr ausgewogen

Glenrothes 2006, 20 Jahre, 53.1%vol., ex Bourbon cask , 0,5l
Region: Speyside
Aroma Malz, leicht floral mit eine dezente Vanille Note
Geschmack: Malzbonbon mit einer floralen Note – wie man es für einen älteren „Speysider“ erwartet
Nachklang: Lang und komplex am Gaumen

Speyburn 2005, 11 Jahre, 60,4%vol., ex Brandy cask , 0,5l
Region: Speyside
Aroma Toffee & Vanille, süßes Malz mit einem Hauch vom Brandy Fass
Geschmack: würzig mit einer leichten Sü.e und das Brandy Cask kommt nur Dezent zum Vorschein
Nachklang: Lang mit einer leichten Eichennote

Foto: The Whisky Chamber