Dufftown Pomerol Cask von Berry Bros. & Rudd –


Mit Berry Bros. & Rudd verbindet uns etwas. Das Unternemen kommt ursprünglich auch aus dem Weinhandel und hat sich neben bei verstärkt als unabhängiger Abfüller für Whisky, aber auch andere Spirituosen in den letzten Jahren auch in Deutschland einen Namen gemacht.

Dieser Whisky aus der Destillerie Dufftown aus dem gleichnamigen Städtchen in der Speyside wurde in einem französischem Rotweinfass aus dem Pomerol nachgereift.

In der Nase wunderbar fruchtig mit einer leichte Süße nach Kirschen. Mit seinen 55 Vol % sehr cremig am Gaumen, wieder die Kirsche mit Vanille und Toffee, dazu beerige Noten, wie man sie von roter Grütze kennt. Im Abgang kommen langanhaltende Aromen vom Holz und Noten von Gewürzen dazu. Insgesamt sehr vollmundig und aromatisch.

Bunnahabhain Moine – der rauchige Bunna


Bunnahabhain im Nordosten der Insel Islay gelegen ist vielleicht nicht so gefeiert wie Ardbeg, Laphraoig oder Bruichladdich, aber die Whiskys sind es alle mal wert näher betrachtet zu werden. Neben vielen tollen Single Cask Abfüllungen haben wir auch einige Standards bei uns im Sortiment. Neben dem Stiuireadair auch die rauchige Abfüllung unter dem Namen »Moine«. Moine is der gälische Name für Torf.

Für die Brennerei eher untypisch ist dies, wie der Name schon verrät, ein deutlich rauchiger Whisky, wie er im 19. Jahrhundert produziert wurde. Das war die Idee von Master Distiller Ian MacMillan. Er lagerte in Ex-Bourbonfässern, Sherryfässer sowie Rotweinfässern

In der Nase Nougat und Nuss mit Meersalz und warmem Rauch vom Grill. Im Mund dann süßer Rauch, Pfeffer, Ingwer und viel Würze. Er bleibt lange am Gaumen, mit einem salzig-rauchigen Nachklang.

Loch Lomond Single Grain from malted Barley – ein Unikat

Loch Lomond ist eine faszinierende Brennerei, die es mir angetan hat. Sie ist einzigartig in Schottland, denn dort werden auf vier verschiedenen Brennapparaten (Pot Still, Lomond Still, Coffey Stil, Destillationssäulenbrennanlagen) ganz unterschiedliche Whiskys produziert.

Teilweise führt das dazu, dass das Reglement der Scottish Whisky Association, damit überfordert ist.
So auch mit dem Single Grain (Grain = eigentlich steht dies Whisky aus ungemälztem Getreide wie Weizen oder Mais). Doch dieser »Single Grain« wird aus gemälzter Gerste produziert. Eigentlich wäre das ein normaler Single Malt. Doch er wird nicht auf einer kupfernen Pot-Still-Anlage produziert wird, sondern auf einer so genannten Coffey Stil. Damit ist er laut Reglement »nur« ein Single Grain. Da wir jedoch eh davon überzeugt sind, dass das gefällt, was schmeckt, hat uns dieser sommerliche Whisky sehr gut gefallen. Ganz nach dem Motto: Drink, what you like!

In der Nase schöne frische gelbe Früchte, etwas leicht forales, aber auch malzige Noten. Keine Sherry-Bombe, keine Rauch-Bombe, sondern ein feiner, fruchtiger und zugleich würziger Whisky mit etwas Vanille und einem ganz dezent-rauchigem Abgang. Also alles in allem ein Easy Drinking Whisky.

Weitere Abfüllungen von Loch Lomond:
Croftengea 11 Jahre, ein rauchiger Loch Lomind von The Whisky Chamber

Tokinoka Black – Whisky made in Japan


Whisky aus Japan ist gefragt. Die große Kunst der japanischen Whiskytradition, die immerhin schon auf die Anfänge des vorigen Jahrhunderts zurück reicht, ist jedoch nicht der Single Malt, sondern der Blended Whisky und Blended Malt. So ist auch der Tokinoka Black der die White Oak Distillery in Akashi, unweit der Metropole Kobe, ein Blended Whisky. Genau genommen ein Single Blend, da Grain und Malt aus der gleichen Brennerei stammen.

Die 50 Vol % geben dem Blend Kraft und Länge. Ergänzt wird dies durch die Rotweinaromen, die den Black vom »normalen« Tokinoka unterscheiden.
Dazu kommen erdige Noten, Holz und Leder, aber auch fruchtiges Wiengummi. Schöner kräftiger Blend mit langem Abgang, wärmend und aromatisch.

Die Brennerei ist der Legende nach die erste Brennerei, die 1919 die Genehmigung erhielt Spirituosen zu produzieren. Man produzierte zunächst nur für den heimischen markt. Erst 1984 wurde eine neue Brennerei produziert, in der ausschließlich Whisky und damit auch für den Export produziert wurde.

Gin – ein Getränk mit viel Stil und vielen Stilen! (Teil 2)

Weiter geht es auf unserer Reise durch die Welt der Gin-Stile. Gin, Destilled Gin, London Gin oder London Dry Gin – das kann schon verwirrend sein. Was diese Bezeichnungen bedeuten und wie sie verwendet werden hat die EU 2008 geregelt.

Keine Angst, es wird jetzt nicht so trocken. Wir bringen nur mal ein wenig Licht ins Dunkle und schauen mal, wie das alles so ist, mit den Spirituosen und dem Gin. Ist also ein Artikel zum Thema „Bildungstrinken“. Wer es dann ganz genau wissen will, kann es in der Verordnung (EG) Nr. 110/2008  nachlesen.

Ihr könnt euch aber auch gerne einen eurer Lieblingsgins einschenken und mal auf dem Etikett nachschauen, was es denn genau ist. Dann  liest es sich vielleicht doch gleich etwas flüssiger.

Gin

  • Gin ist eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren gewonnen wird.
  • Der Mindestalkoholgehalt von Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Bei der Herstellung von Gin dürfen nur definierte Aromastoffe und/oder Aromaextrakte verwendet werden, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss.

Destillierter Gin

  • Destillierter Gin ist  eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die ausschließlich durch erneute Destillation von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit einem ursprünglichen Alkoholgehalt von mindestens 96 % vol in Destillierapparaten, die herkömmlicherweise für Gin verwendet werden, unter Zusetzen von Wacholderbeeren und anderen pflanzlichen Stoffen hergestellt wird, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss, oder
  • eine Mischung eines so gewonnenen Destillats mit Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs der gleichen Zusammensetzung, Reinheit und gleichem Alkoholgehalt; zur Aromatisierung von destilliertem Gin können auch definierte Aromastoffe und/oder Aromaextrakte verwendet werden.
  • Der Mindestalkoholgehalt von destilliertem Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Gin, der durch den einfachen Zusatz von Essenzen oder Aromastoffen zu Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird, darf nicht die Bezeichnung destillierter Gin tragen.

London Gin

  • London Gin gehört zur Spirituosenart Destillierter Gin.
  • Er wird ausschließlich aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl reiner Alkohol) gewonnen; sein Aroma wird ausschließlich durch die erneute Destillation von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe gewonnen.
  • Der Mindestalkoholgehalt des hieraus gewonnenen Destillats beträgt 70 % vol.
  • Jeder weitere zugesetzte Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs muss definierten Merkmalen entsprechen, allerdings mit einem Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl reiner Alkohol.
  • Sein Gehalt an zugesetzten süßenden Erzeugnissen darf nicht mehr als 0,1 g Zucker je Liter des Fertigerzeugnisses betragen, und er enthält keine zugesetzten Farbstoffe.
  • Er enthält keine anderen zugesetzten Zutaten außer Wasser.
  • Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Die Bezeichnung London Gin kann durch den Begriff „dry“ ergänzt werden.

Ihr merkt also, Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und Wacholder sind irgendwie immer mit im Spiel. Dann geht es darum, ob noch einmal destilliert wird oder nicht. Und ob weitere Zutaten z.B. Zucker zugeben wurden. Begegnet euch Gin mit einem Alkoholgehalt von weniger als 37,5% vol, ist es kein Gin. (zur Besonderheit Sloe Gin erfahrt ihr im driten Teil mehr.)

Aus der Bezeichnung des Gins könnt ihr also die Herstellungsmethode erkennen und nun wisst ihr auch, dass ein London Gin nicht aus London kommen muss. Aber wie immer zählt euer persönlicher Geschmack und das ist mehr als eine Definition nach einer EU Verordnung.