Bunnahabhain 12 Jahre, Sherry Butt, Dun Bheagan

Als Fan dieser Brennerei freue ich mich immer wieder auf Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern. Dieses mal hat Ian McLeod Distillers unter dem Markennamen Dun Bheagen einen 12jährigen »Bunna« abgefüllt. Abgefüllt ein Sherry Butt mit am Ende 756 laschen bei 48 Vol %.

In die Nase strömt deutlich der Sherryduft, aber auch getrocknete Aprikosen und Mango. Das macht schnell Lust ihn zu probieren. Auf der Zunge vollmundig und cremig. Nüsse, Milchschokolade, Orangen und ein hauch Rauch. auf der Zunge. Reife Orangen und Bananen gehen über in geröstete Nüsse, Milchschokolade und einem Hauch Rauch.
Im Abgang bleibt lange der Eindruck von Trockenfrüchten und Holz.

Scarabus Specially Selected von Hunter Laing – Secret Islay Malt

Als ich meine Tour bei Ardnahoe dieses Jahr beendet hatte, bekam ich ihn das erste mal zum Probieren. Denn Ardnahoe hat noch keinen eigenen Single Malt, so dass man statt dessen am Ende der Tour aus einer Reihe von Abfüllugen des unabhängigen Abfüllers Hunter Laing auswählen kann. Denn Hunter Laing ist auch Inhaber der mittlerweile zehnten aktiven Brennerei auf Islay.

Die Verpackung (Flasche und Geschenk-Tub) ist natürlich schon mal ein Hingucker. Der Scarabus wurde erstmals 2019 zum Feis Ile, dem Islay Whisky and Music Festival abgefüllt und der Whiskyfangemeinde vorgestellt. Nun gibt es ihn auch bei uns im Laden.

Welche Brenenrei dahinter steckt kann man nur vermuten. Ob der gleichnamige Name des kleinen Ortes zwischen Port Askaig und Ballygrant gelegen einen Hinweis auf die Herkunft gibt bleibt offen. Demnach könnte es ein Bunnahabhain oder Caol Ila sein. Doch wer weiß das schon genau. Andere tippen auch einen Bowmore oder einen Bruichladdich. Aber das entscheidende ist, schmeckt oder schmeckt nicht. Mir hat er sehr gut gefallen.

Doch wie schmeckt er nun. Im Glas kommt einem als erstes der typische Islay-Torfrauch entgegen, aber auch Äpfeln und maritime Noten, die an Seetang und Meersalz erinnern. Im Mund dann wärmend mit Ledernoten, säuerliches Fruchtkompott aber auch cremige Karamell- und Vanillesüße.
Der Abgang ist lange, rauchige, Röstaromen wie Kaffee und Bitterschokolade und wieder Vanille.
Dazu ein sehr gute Preis-Genuss-Verhältnis.

Kilchoman STR Cask Matured – 3 Buchstaben, 30 Fässer, 1 Whisky

Für diese Abfüllung wurden 30 Fässer aus dem Jahr 2012 verwendet, in denen der Kilchoman durchgehend für fast 7 Jahre reifte. STR Fässer sind ex-Rotwein Hogsheads, die in einem speziellen Verfahren aufgearbeitet werden – shaving, toasting, recharring – also durch Abtragen der Oberfläche, Erhitzen über Holzfeuer und anschließendem Auskohlen. Dadurch werden die Weinaromen abgeschwächt und es tritt eine prägnante Würze und Nussigkeit hinzu. Dieses Verfahren wurde durch den verstorbenen Dr. Jim Swan entwickelt, der mit seiner umfassenden Expertise Kilchoman Distillery seit den ersten Tagen begleitet hat.

Dies ist ungewöhnlich, denn STR-Fässer wurden bisher nur für Finishing oder als kleiner Anteil an einem Vatting benutzt. Kilchoman geht jetzt den anderen Weg und präsentiert eine durchgehende Lagerung im STR Fass, die zu schweren und üppigen Aromen von Beeren, Gewürzen und dunkler Schokolade führt.

In der Nase hat man frische Fruchtaromen wie für Kilchoman typisch Zitrusaromen, aber auch Zimt, Toffee und warmen rauch. Im Geschmack, dann Karamell, Zitronenkuchen und rote Beeren, dazu wieder gut eingebunden der Rauch, Was alles zusammen einen langen, würzigen Abgang bietet. Die 50 Vol % sind hervorragend eingebunden.

Die Abfüllung ist auf 14.500 Flaschen limitiert, davon kamen natürlich nur wenige Tausend in Deutschland an. Wir konnten jetzt noch mal eine kleine Menge nachordern. So lange der Vorrat reicht.

 

Auchentoshan und die dreifach Destillation (Reisebericht)

Auchentoshan war ebenfalls eine Station der Mitarbeiter/innenreise und zwar weil es die einzige ausschließlich dreifach destillierende Brennerei Schottlands ist. Die Brennerei wird zu den Lowlands gezählt und liegt in Alexandria, einem Vorort von Glasgow.

Bis vor wenigen Jahren war es recht still um die Brennerei. Als sie noch zu Morrisson Bowmore gehört, legte die Unternehmensleitung viel mehr wert auf die Islay Brennerei Bowmore. Auchentoshan wurde etwas stiefmütterlich behandelt. So wurde erst 2004 überhaupt ein Visitor Center eingerichtet. Damals wurde gerade mal etwa 500.000 Liter im jahr destilliert. Mittlerweile hat sich allein n den letzten zwei Jahren der Anteil an verkafuten Flaschen um 60 %, auf 1,4 Millionen, gesteigert.

Dabei hat sie bereits eine lange Geschichte. Sie wurde 1817 gegründet, noch unter dem Namen Duntocher Distillery. Durch den Verkauf im Jahr 1834 bekam sie ihren heutigen Namen. 1941 wurde die Brennerei und Warehouses durch einen Luftangriff der Nazi-Luftwaffe stark zerstört. In den 60 Jahren wurde die brennerei wie einige andere in Schottland von Brauereien betrieben, unter anderem von dem Unternehmen Tennent’s, welches heute noch aus viele Zapfhähnen schottischer Pubs strömt.

Die normale Tour ist klassisch wie man es schon aus anderen Brennereien kennt.man durchläuft die verschiedenen Produktionsschritte. Das schöne hier, man kann über all fotografieren, ausser in den Warehouses. Also ganz andersherum als in anderen Brennereien. Da merkt man schnell, dass es da im seltenstens Falle darum geht Explosionen durch elektrische Geräte wie Handy und Kameras zu verhindern.

Mashtun mit Kupferdeckel


Innenleben der leeren Mashtun

Das spannenste war sicherlich die dreifache Destillation und die drei Proben, die das Ergebnis jeden einzelnen Brennvorgangs abbilden. Üblicherweise wird in Schottland lediglich zweifach destilliert.

Wir durften auch an allen dreien riechen und da weiß man schnell, warum man die ersten beiden Durchläufe noch nicht ins Fass füllt. Das Grün entsteht übrigens durch das Kupfer der Brennblasen, erst nach durch mehrmaliges destillieren wird der Spirit immer klarer. Der New Make hat durch die dreifache Destillation einen höheren Alkohol als üblich und liegt bei 81 %. Aber bevor er ins Fass kommt wird er auch üblicherweise auf 63,5 Vol % herunter verdünnt.

Ebenfalls eher unüblich ist bei einer Brennerei in dieser Größenordnung, dass die gesamte Produktion für Single Malts verwendet wird und keine Blends bedient werden.

Am Ende gab es dann einen Dram und, was ich eher unnötig fand einen Cocktail mit Whisky, Bier und Zitronensaft. Immerhin hübsch serviert in der kleinen E-Mail-Tasse, die man auch mitnehmen durfte.


Der Distillery Cask durfte dann natürlich auch noch mit und wird in einem der nächsten Tastings verkostet.

Die »harten« Fakten:
• Aktuelle Abfüllungen: American oak 12 Yers, Three Woods, 18 Years,
21 Years, Blood Oak, Noble Oak (24 Years), Bartenders malt
• Produktionsmenge: 1,75 Millionen Liter
• Mashtun: 1 x Stainless Steel mit Kupferdeckel
• Washbacks: 4 x Oregon Pine, 4 x Stainless Steal jeweils 38,000 l
• Brennblasen: 3 Brennblasen für dreifache Destillation
• Fermentation: 50 bis 120 Stunden


Washbacks


The Spirit Safe


Warehouse

Fotos u.a. Berit Abel und LP

12. & 13. Oktober: »Die Genussverstärker« auf der 4. Mühlheimer Whiskymesse

Am 12. und 13. Oktober findet in Mühlheim am Main, die 4. Whiskymesse statt. Dieses Jahr sind wir wieder mit dabei und freuen uns auf diese familiäre und gemütliche Messe. Hier st es noch möglich in Ruhe seine Drams zu verkosten mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und sich unter einander auszutauschen.

Wir werden eine spannende Auswahl an Abfüllungen The Whisky Chamber, Berry Bros & Rudd, House of McCallum, St. Kilian, Glen Scotia, Kilchoman sowie eine kleine Auswahl an Rum.

Samstag: 12–20 Uhr

Sonntag: 12_ 18 Uhr

Fährensraße 2, in der AWO Mühlheim

Eintritt: 7 Euro (inkl. Tastingglas)