Auchentoshan und die dreifach Destillation (Reisebericht)

Auchentoshan war ebenfalls eine Station der Mitarbeiter/innenreise und zwar weil es die einzige ausschließlich dreifach destillierende Brennerei Schottlands ist. Die Brennerei wird zu den Lowlands gezählt und liegt in Alexandria, einem Vorort von Glasgow.

Bis vor wenigen Jahren war es recht still um die Brennerei. Als sie noch zu Morrisson Bowmore gehört, legte die Unternehmensleitung viel mehr wert auf die Islay Brennerei Bowmore. Auchentoshan wurde etwas stiefmütterlich behandelt. So wurde erst 2004 überhaupt ein Visitor Center eingerichtet. Damals wurde gerade mal etwa 500.000 Liter im jahr destilliert. Mittlerweile hat sich allein n den letzten zwei Jahren der Anteil an verkafuten Flaschen um 60 %, auf 1,4 Millionen, gesteigert.

Dabei hat sie bereits eine lange Geschichte. Sie wurde 1817 gegründet, noch unter dem Namen Duntocher Distillery. Durch den Verkauf im Jahr 1834 bekam sie ihren heutigen Namen. 1941 wurde die Brennerei und Warehouses durch einen Luftangriff der Nazi-Luftwaffe stark zerstört. In den 60 Jahren wurde die brennerei wie einige andere in Schottland von Brauereien betrieben, unter anderem von dem Unternehmen Tennent’s, welches heute noch aus viele Zapfhähnen schottischer Pubs strömt.

Die normale Tour ist klassisch wie man es schon aus anderen Brennereien kennt.man durchläuft die verschiedenen Produktionsschritte. Das schöne hier, man kann über all fotografieren, ausser in den Warehouses. Also ganz andersherum als in anderen Brennereien. Da merkt man schnell, dass es da im seltenstens Falle darum geht Explosionen durch elektrische Geräte wie Handy und Kameras zu verhindern.

Mashtun mit Kupferdeckel


Innenleben der leeren Mashtun

Das spannenste war sicherlich die dreifache Destillation und die drei Proben, die das Ergebnis jeden einzelnen Brennvorgangs abbilden. Üblicherweise wird in Schottland lediglich zweifach destilliert.

Wir durften auch an allen dreien riechen und da weiß man schnell, warum man die ersten beiden Durchläufe noch nicht ins Fass füllt. Das Grün entsteht übrigens durch das Kupfer der Brennblasen, erst nach durch mehrmaliges destillieren wird der Spirit immer klarer. Der New Make hat durch die dreifache Destillation einen höheren Alkohol als üblich und liegt bei 81 %. Aber bevor er ins Fass kommt wird er auch üblicherweise auf 63,5 Vol % herunter verdünnt.

Ebenfalls eher unüblich ist bei einer Brennerei in dieser Größenordnung, dass die gesamte Produktion für Single Malts verwendet wird und keine Blends bedient werden.

Am Ende gab es dann einen Dram und, was ich eher unnötig fand einen Cocktail mit Whisky, Bier und Zitronensaft. Immerhin hübsch serviert in der kleinen E-Mail-Tasse, die man auch mitnehmen durfte.


Der Distillery Cask durfte dann natürlich auch noch mit und wird in einem der nächsten Tastings verkostet.

Die »harten« Fakten:
• Aktuelle Abfüllungen: American oak 12 Yers, Three Woods, 18 Years,
21 Years, Blood Oak, Noble Oak (24 Years), Bartenders malt
• Produktionsmenge: 1,75 Millionen Liter
• Mashtun: 1 x Stainless Steel mit Kupferdeckel
• Washbacks: 4 x Oregon Pine, 4 x Stainless Steal jeweils 38,000 l
• Brennblasen: 3 Brennblasen für dreifache Destillation
• Fermentation: 50 bis 120 Stunden


Washbacks


The Spirit Safe


Warehouse

Fotos u.a. Berit Abel und LP

Crossbill Gin – weniger ist mehr

Das Besondere am Crossbill Gin ist, dass er in Zeiten, in denen teilweise eine möglichst große Zahl an exotischen Botanicals die Ginwelt bestimmt, er nur mit zwei Botanicals auskommt: Wacholder und Hagebutte.

Beide werden im Cairngorm Nationalpark in den schottischen Highlands
gepflückt. Sie werden danach jedoch nicht getrocknet, sondern schockgefroren, um dann quasi frisch weiterverarbeitet zu werden. Damit ist der Crossbill ein Full Scottish Gin. Die Brennerei von Jonathan Engels liegt in Glasgow und destilliert dort in einer kleinen 150 Liter Pot Still.

Vor dem Hintergrund von »nur« zwei Botanicals, erwartet man vermutlich nicht diese Komplexität an Aromen. Natürlich dominiert der Wacholder – es ist ja auch ein Gin – aber auch viele fruchtige Noten, die man gar nicht genau beschreiben kann. Im Mund ist er sehr weich und cremig und daher auch sehr gut zum pur genießen geeignet. Voluminös, geradeaus, fruchtig und ohne Schnick-Schnack.

Distillery Spotting III: Tomatin, Dalwhinnie & Clydeside Distillery

In Schottland gibt es gut 140 Destillerien. Und mein Ziel ist es, jede wenigstens einmal besucht zu haben. Doch Besuch ist nicht gleich Besuch. Denn es haben nur etwa 60 ein Visitor Center bzw. einen Shop oder man kann zumindest eine Tour machen. Alle anderen können in der Regel überhaupt nicht besichtigt werden.
Diese Destillerien fahre ich auf meinen Schottlandtouren also nur für ein Foto – einem “Distillery Spot” – an. Zum Teil sind es eher kleinere Brennereien, die keine Besucher möchten bzw. keine Kapazitäten haben, diese zu empfangen. Oftmals sind es aber auch große Destillerien, in erster Linie für die Blendindustrie produzieren.

Es soll aber auch vorkommen, dass eine Destillerie zwar generell für Besucher zugänglich ist (siehe Distillery Spotting I) und auch an dem Tag, an dem ich vorbeifuhr, entspechend geöffnet war (siehe Distillery Spotting II), ich aber ganz einfach keine Zeit für eine Tour hatte, sondern nur für einen kurzen »Hop-on Hop-off« in den Shop.

Tomatin Distillery


An Tomatin fuhr ich zufällig vorbei. Auf der Schnellstraße A9 sah ich einen Hinweis und entschied spontan, wenigstens einen Blick zu erhaschen. Wie schön, dass ich dann auch noch einen Hand-filled mitnehmen konnte.

Dalwhinnie Distillery

Bei Dalwhinnie war vorher klar, dass ich keine Zeit hätte für mehr als ein paar Fotos von Außen und einen Blick in den Shop. Aber so eine hübsche Distillery sollte man sich nicht entgehen lassen.

Clydeside DistilleryDie Clydeside Distillery ist eine noch sehr junge Brennerei und entsprechend haben sie noch keinen eigenen Whisky. Ich habe sie zufällig bei einem Spaziergang durch Glasgow entdeckt.

Reisebericht: Glengoyne Destillerie (Highlands)

Nach einem kurzen Aufenthalt in Glasgow, starteten wir die Reise Richtung Islay. Doch wenn man schon gerade mal auf dem Weg dort hin ist, wollten wir auch auf dem Weg liegenden Destillerien »mitnehmen«. Doch nicht nur rein pragmatische Gründe haben uns nach Glengoyne gebracht, sondern auch unsere Vorliebe für die süßlich-aromatischen Malts dieser Destillerie.

Die 1883 gegründete Destillerie liegt am Rande der imaginären Grenze zwischen Highland und Lowland und gerade noch so in den Highlands. Heute gehört die Destillerie dem Unabhängigen Abfüller Ian Macleod Dsitillers Ltd. Obwohl die Destillerie doch beschaulich wirkt werden pro Jahr über 1 Million Liter Alkohol produziert. Die Standardabfüllungen sind 10, 12, 17 bzw. 21 Jahre alt, ergänzt wird die Range durch einen Cask Strength sowie diverse Fass-Finishs und Single-Cask-Abfüllungen. Überrascht war ich, dass viele der Woodfinishs, die man in Deutschland von Glengoyne bekommen kann, im Shop nicht vertreten waren.

Unsere Führung begann mit einem Dram des Glengoyne 10 und einem mäßig interessanten Werbevideo. Daraufhin führte uns Arthur durch die Destillerie. Leider durfte man drinnen nicht fotografieren, so dass nur Außenaufnahmen entstanden. Als wir im Juli die Destillerie besuchten war sie gerade nicht in Produktion und die Mitarbeiter brachten die Fassaden mit Pinsel und Farbe auf Hochglanz. Die Lagerhäuser liegen auf der anderen Straßenseite – leider konnten wir keinen Blick hineinwerfen.

Insgesamt war die Führung doch recht kurz und endete im etwas düsteren Shop. Wir hatten Glück, dass wir die erste Tour morgens bekamen, denn danach kamen ganze Busladungen aus Glasgow. Die morgendliche Ruhe und das Plätchern des Wasserfalls, der früher die Destillerie mit Wasser versorgte, waren sehr idyllisch und der perfekte Einstieg für unsere Whisky-Reise.

Einzig erlaubtes Foto vom Innenleben durch die große Eingangstür