Gin – ein Getränk mit viel Stil und vielen Stilen! (Teil 2)

Weiter geht es auf unserer Reise durch die Welt der Gin-Stile. Gin, Destilled Gin, London Gin oder London Dry Gin – das kann schon verwirrend sein. Was diese Bezeichnungen bedeuten und wie sie verwendet werden hat die EU 2008 geregelt.

Keine Angst, es wird jetzt nicht so trocken. Wir bringen nur mal ein wenig Licht ins Dunkle und schauen mal, wie das alles so ist, mit den Spirituosen und dem Gin. Ist also ein Artikel zum Thema „Bildungstrinken“. Wer es dann ganz genau wissen will, kann es in der Verordnung (EG) Nr. 110/2008  nachlesen.

Ihr könnt euch aber auch gerne einen eurer Lieblingsgins einschenken und mal auf dem Etikett nachschauen, was es denn genau ist. Dann  liest es sich vielleicht doch gleich etwas flüssiger.

Gin

  • Gin ist eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren gewonnen wird.
  • Der Mindestalkoholgehalt von Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Bei der Herstellung von Gin dürfen nur definierte Aromastoffe und/oder Aromaextrakte verwendet werden, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss.

Destillierter Gin

  • Destillierter Gin ist  eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die ausschließlich durch erneute Destillation von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit einem ursprünglichen Alkoholgehalt von mindestens 96 % vol in Destillierapparaten, die herkömmlicherweise für Gin verwendet werden, unter Zusetzen von Wacholderbeeren und anderen pflanzlichen Stoffen hergestellt wird, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss, oder
  • eine Mischung eines so gewonnenen Destillats mit Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs der gleichen Zusammensetzung, Reinheit und gleichem Alkoholgehalt; zur Aromatisierung von destilliertem Gin können auch definierte Aromastoffe und/oder Aromaextrakte verwendet werden.
  • Der Mindestalkoholgehalt von destilliertem Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Gin, der durch den einfachen Zusatz von Essenzen oder Aromastoffen zu Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen wird, darf nicht die Bezeichnung destillierter Gin tragen.

London Gin

  • London Gin gehört zur Spirituosenart Destillierter Gin.
  • Er wird ausschließlich aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl reiner Alkohol) gewonnen; sein Aroma wird ausschließlich durch die erneute Destillation von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe gewonnen.
  • Der Mindestalkoholgehalt des hieraus gewonnenen Destillats beträgt 70 % vol.
  • Jeder weitere zugesetzte Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs muss definierten Merkmalen entsprechen, allerdings mit einem Methanolgehalt von höchstens 5 g/hl reiner Alkohol.
  • Sein Gehalt an zugesetzten süßenden Erzeugnissen darf nicht mehr als 0,1 g Zucker je Liter des Fertigerzeugnisses betragen, und er enthält keine zugesetzten Farbstoffe.
  • Er enthält keine anderen zugesetzten Zutaten außer Wasser.
  • Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt 37,5 % vol.
  • Die Bezeichnung London Gin kann durch den Begriff „dry“ ergänzt werden.

Ihr merkt also, Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs und Wacholder sind irgendwie immer mit im Spiel. Dann geht es darum, ob noch einmal destilliert wird oder nicht. Und ob weitere Zutaten z.B. Zucker zugeben wurden. Begegnet euch Gin mit einem Alkoholgehalt von weniger als 37,5% vol, ist es kein Gin. (zur Besonderheit Sloe Gin erfahrt ihr im driten Teil mehr.)

Aus der Bezeichnung des Gins könnt ihr also die Herstellungsmethode erkennen und nun wisst ihr auch, dass ein London Gin nicht aus London kommen muss. Aber wie immer zählt euer persönlicher Geschmack und das ist mehr als eine Definition nach einer EU Verordnung.

Delirium Gin – Pfalz dir Wein zu langweilig ist …


Mit der Pfalz verbinden wir hervorragende Weine. Aber „Zum Wohl die Pfalz“, der Slogan, der so manchen Weinkarton ziert, passt in diesem Fall auch für diesen leckeren Gin.

Die Basis für den Delirium Pfxlz. II ist ein Traubenbrand aus Sauvignon Blanc, Riesling und Muskateller Qualitätstrauben. Den insgesamt 11 Botanicals verdankt der Gin seine Geschmackskomplexität und die Hersteller verraten uns, dass Jasminblüte, grüner Apfel, schwarzer Pfeffer und Ingwer ihre Hände mit im Spiel haben.

Aber jetzt genug palavert. Was ist denn los in der Nase, wenn man an dem Gin riecht? Ihr wisst ja, erst riechen dann trinken. Da ist eine Menge los – Frucht, Apfel, eine leichte Schärfe und ganz viele Blüten. So riecht der Frühling! Und im Mund? Fragt ihr euch jetzt vielleicht … ein ziemliches Hin und Her zwischen angenehmer Süße und angenehmer Schärfe, etwas herb und trotzdem zitrusfrisch – Ingwer sowie grüner Apfel lassen sich nicht verleugnen.

Wie immer geht Probieren über Studieren! Und diese Chance solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Delirium Pfxlz. II, 42%

Martin empfiehlt … Gin


Eine wunderbare Verbindung von Ost und West schmeichelt schon in der Nase mit frischem Zitronengrasaroma. Die Niederländer machen es vor. Bobby‘s Schiedam Dry Gin ist meine Empfehlung für alle, die es ausgefallener mögen, wobei keineswegs eine überbordernde Exotik den Genuss stört. Traditionelle Indonesische Botanicals wie Zitronengras, Coriander oder Zimt mischen sich unauffällig mit Wacholder, Fenchel und Wildrosen. Klar, dass Schiedam mit der langen Genevertradition auch einen hervorragenden Gin kreiert hat, der übrigens vom Großvater Jacobus Alfons, für Freunde und Familie Bobby, inspiriert wurde. In eine moderne Interpretation der klassischen Geneverflasche abgefüllt, weist das aufgedruckte traditionelle indonesische Muster auf die gelungene Verbindung von Ost und West hin. Pur oder mit Fever Tree Indian Tonic. Das Zitronengras verleiht dem Gin den richtigen frischen Kick.

30. August: Gin made in Hessen (Gin-Tasting)

Gin kann auch hessisch. Im Fokus dieses Tastings stehen Gins aus Hessen, denn auch hier hat der Boom viele Brennerei zu eigenen Kreationen inspiriert. Wir präsentieren bei der Verkostung sechs aussergewöhnliche Gins – abseits der bekannten Marken und aus kleinen Manufaktur-Destillerien. Alles andere als alltäglich, dafür überraschend und lecker.

Mit dabei sind: Francois Gin (Hanau), GinGer (Frankfurt), Gin Sieben (Frankfurt), Little Crab Rheingau Gin, OriGINal Gin (Heusenstamm), Ursel Gin (Taunus)
(Die Gins können leicht variieren, da nicht immer alle Gins vorrätig sind.)

In der Pause gibt es ein paar Snacks zur Stärkung und zur Neutralisierung bieten wir Wasser und Weißbrot an. (Wie läuft ein Gin-Tasting bei uns ab?)

Bitte sorgt für eine gute »Grundlage« (Essen) vor der Verkostung und eine sichere Heimreise danach. Don’t drink and drive!

Wir bitten um verbindliche Anmeldung via E-Mail:
tasting@die-genussverstaerker.de

Preis 45 Euro inklusive Getränke (pro Person)
Ort Die Genussverstärker, Laden in der Bernardstr. 63a, Offenbach
Datum/Beginn 30. August, Freitag 20:00 Uhr (Dauer ca. 3 Stunden)

16. August: Gin international (Gin-Tasting)


Gin ist international. Pur oder in Longdrinks, wie dem Klassiker Gin Tonic, erfreut sich Gin wachsender Beliebtheit. Wir stellen bei der Verkostung sechs Gin aus verschiedenen Ländern bzw. mit Botanicals aus aller Welt vor. Verkostet werden die verschiedenen Gins zunächst pur und dann mit dazu passendem Tonic Water. So läuft ein Gin-Tasting bei uns ab.

Mit dabei sind unter anderem Gins aus den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Japan, oder Südamerika.

In der Pause gibt es ein paar Snacks zur Stärkung und zur Neutralisierung bieten wir Wasser und Weißbrot an.

Bitte sorgt für eine gute »Grundlage« (Essen) vor der Verkostung und eine sichere Heimreise danach. Don’t drink and drive!

Wir bitten um verbindliche Anmeldung via E-Mail oder im Laden:
tasting@die-genussverstaerker.de

Preis 45 Euro inklusive Getränke und Snacks (pro Person)
Ort Die Genussverstärker, Laden in der Bernardstr. 63a, Offenbach
Datum/Beginn 16. August 2019, Freitag, 20:00 Uhr (Dauer ca. 3 Stunden)