Impressionen von der Whisky Time Frankfurt 2019


Dieses Jahr waren wir bereits zum vierten mal auf der Whisky Time Frankfurt. Die WTF, wie sie kurz genannt wird, ist die Hausmesse von Gregor Haslingers Whisky Spirits. Er lädt jedes Jahr rund ein Dutzend Kolleg/innen ein, um mit ihnen gemeinsam Whisky-Fans mit leckeren Tropfen zu erfreuen.

Wir hatten wie die Jahre zuvor in erster Linie Abfüllungen von The Whisky Chamber dabei, sowie die bretonischen Armorik Whiskys und die torf-rauchigen Islay Whiskys von Kilchoman. Neu dabei waren in unserem Sortiment die lothringischen Rozelieures Whisky, die Abfüllungen von Spirit & Cask Range, The Old Friends sowie Scotch Universe. Ein Highlight waren die Spirits von St. Kilian. Dazu kam dann am Sonntag auch Pat Hock von der Brennerei zu uns und stand den Interssierten Rede und Antwort zu den aktuellen Spirit Batches und dem Whisky, den es ab Mai endlich geben wird.

Unsere angebotenen Kurztastings wurden super angenommen. Am Samstag war das Tasting »In den Frühling mit the Whisky Chamber« nicht nur komplett ausgebucht, sondern es mussten auch weitere Interessierte vertröstet werden, da nicht mehr Leute in den Raum hineingingen. Aber selbst das Tasting mit dem »Exoten« von Rozelieures am Sonntag wurde sehr gut angenommen.

Danke, an alle, die uns am Stand besucht haben. Danke an Pat Hock von St. Kilian Distillers für seinen Besuch.

Besonderer Dank gilt Gregor Haslinger und seinem Team für diese grandiose Messe. Und natürlich auch an mein Team, Sabrina und Martin, ohne die das alles gar nicht möglich wäre.

Impressionen von unserem Stand bei der Land und Genuss

Ich möchte mich bei allen Besucher/innen am Stand bedanken. Es war toll, so viele interessierte Genuss-Menschen zu treffen, sich mit Euch auszutauschen. Schön zu sehen, war auch, wie Euch die mitgebrachten Whiskys von The House of McCallum und St. Kilian aus Miltenberg, die Gins von OriGINal Gin und Brockmans sowie die südamerikanischen Rums von Cihuatan und La Hechicera gemundet haben. Meine Stimme blieb trotz massiver Heiserkeit zum Glück doch bis zum Ende einigermaßen verständlich.

Wir werden uns im Laden oder bei Tastings wiedersehen.

Danke auch an das gesamte Team – auch an diejenigen, die nicht mit auf dem Foto sind, die es aber erst ermöglicht haben, dass wir kurzfristig Messe, Laden und Tasting noch am Freitag Abend unter einen Hut bekommen haben.

Mein Dank gilt auch OriGINal Gin, St. Kilian Distillers, Perola und Whiskymax für die Unterstützung.


4,5 Liter Gin von OriGINal aus Heusenstamm – für den großen Durst, äh, Genuss natürlich.

St. Kilian Distillers – Tschörmän Wiskij


Whiskys aus Deutschland?! Daran scheiden sich die Geister. Uns hatte lange keiner so wirklich überzeugt. Doch eine deutsche Brennerei hat uns mit ihren Whiskys eines Besseren belehrt: St. Kilian aus Rüdenau, in der Nähe von Miltenberg. Und weil das nicht so weit von Offenbach weg ist, haben wir einen Teamausflug gemacht, um uns die Brennerei einmal genau anzuschauen und um der Frage nachzugehen: Wie kommt eine Destillerie ist ein 700-Seelen-Dorf an der hessisch-bayerischen Grenze?

Whisky-Brennerei auf dem Lande
Andreas Thümmler ist ein großer Whiskysammler. Bereits vor Jahre lernte er in Irland den damaligen Master Distiller von Cooley (Killbegan, Connemara) kennen. David Heynes und Thümmler blieben in Kontakt und bei Tümmler reifte die Idee einer eigenen Whisky-Brennerei. Eine geeignete Immobilie fand er auch auch: In Rüdenau hatte er bereits eine leerstehende Textilfabrik mit eigener Quelle gekauft.

Das war kurz bevor 2011 Hynes zur Interwhisky in Frankfurt kam. Dort trafen sich die beiden. Thümmler stellte dem Iren seine Idee vor und bat ihn, die Brennerei zu konzipieren. Hynes lehnte ab: Er wollte sich zur Ruhe setzen und die Rente genießen.

»German Scotch«
Dann ließ er sich doch für das Projekt begeistern; er würde Tümmler unterstützen – unter einer Bedinung: Er durfte alles so bestellen, wie er es wollte. Ohne Diskussionen über Kosten oder Erforderlichkeiten. Die beiden kamen ins Geschäft und die Single-Malt-Whisky-Destillerie nach schottischem Vorbild wurde 2012 gegründet.

Hynes kaufte nur das Beste: u.a. Washbacks aus Holz und Pot Stills von Forsyth aus der Speyside. 

Dazu entschied Hynes neben den technischen Aspekten, dass das beste Ergebnisse nur mit einem Brau- und einen Brennmeister erzielt werden kann. Es sollte keine »eierlegende Wollmilchsau« für beide Produktionsschritte zuständig sein.

Think big
Bis alles geliefert und eingerichtet war, gingen nach der Gründung noch einmal vier Jahre ins Land, bis endlich produziert werden konnte. Pünktlich zum St. Patrick’s Day 2016 floß der erste New Make aus den Pot Stills, die mit 6.000 Liter Fassungsvermögen die größten Pot Stills auf dem europäischen Kontinent sind. Think big – Tümmler und Hynes waren sich einig, dass in St. Kilian nicht nur ein paar Dutzend Fässer pro Jahr produziert werden sollen.

Think big gilt auch beim Fassmanagement: Bereits heute wird der Spirit in vielen verschiedenen Fasstypen gelagert. Doch Ziel ist es, mittelfristig den St.-Kilian-Spirit in allen 87 zugelassenen Fasstypen (Größen und Vorbelegungen) reifen zu lassen. Denn eine solche Fassvielfalt ermöglicht verschiedenste Single-Malt-Kombinationen und eine riesige Single-Cask-Auswahl.

Alles neu macht der Mai
Auch wenn es noch (!) kein Whisky in St. Kilian abgefüllt werden kann, so ist das, was in Rüdenau auf die Flaschen kommt, schon jetzt sehr spannend. Es gibt vor allem Small-Batch-Abfüllungen aus unterschiedlichen Fässern, die alle sehr gut trink- und genießbar sind (und bei uns erhältlich) und anhand derer gut nachzuvollziehen ist, wie sich die Fässer auf den Spirit auswirken.

Aber im Mai ist es endlich soweit: Dann sind drei Jahre und ein Tag vergangen und der erste St.-Kilian-Whisky darf in die Flasche.

Wir sind gespannt.

Harte Fakten
Produktionsvolumen: 200.000 Liter Rohalkohol (Stand: 01/2019)
4 hölzerne Washbacks (je 10.800 Liter), deren Temperatur mit Kühlplatten gesteuert werden kann

Stills: eine Wash Still, eine Spirit Still (je 6.000 l)

Malz: ungetroftes Pilsener Malz von der Mälzerei Weyermann
getorftes Malz bis 100 ppm aus Schottland Glenesk Maltings

Fermentationszeit 3 Tage, 62–70 Stunden

New Make: 69 Vol %, herunterverdünnt auf 63,5 Vol %

Standardabfüllungen:
verscheidene Liköre auf Basis des White Dog oder Turf Dog (nicht rauchiger oder rauchiger New Make)
zur Zeit fassgelagerte Malzbrände/Spirits verschiedene Batch-Abfüllungen

Für eine größere Ansicht, Bilder in neuem Tab öffnen.
          

               

Tastingnotes der Whiskyeuropatour mit Whiskys aus Schweden, Dänemark, Irland, Frankreich, Deutschland und der Schweiz

tastingnotes-whiskyeuropa

Mit sechs Whiskys, die allesamt nicht aus Schottland stammen, machten wir uns mit den Gästen auf den Weg durch Europa. Die Tour begann in Schweden und endete in der Schweiz.

Mackmyra Brukswhisky, 41,4 Vol % (Schweden)
Die Idee für die Destillerie entstand bei einem Skiurlaub von fünf Freunden. Nach einer Phase des Experimentierens und der der Preludium-Reihe stellt die Brennerei mehrere Abfüllungen her. Der Brukswhisky steht dabei am besten für den Destillerie-Charakter.
Im Glas duftet er nach Zitrusfrüchten und Pfirsich und einer frischen Malzigkeit. Im Mund kombiniert sich die frische Frucht mit etwas Karamell und einem würzigen Abgang. Ein Sommerwhisky und leckerer Aperitif.

Stauning Traditional, 55 Vol. % (Dänemark)
Diese Flasche brachten wir von unserem Besuch in der westdänischen Destillerie Stauning mit. In Deutschland ist er nirgends zu bekommen. Auch hier haben sich einige Freunde zusammen getan, um Whisky zu produzieren. Mehr zur Destillerie in unserem Reisebericht.
In der Nase machen sich neben dem hohen Alkohol zu nächst grüne Getreide-Aromen breit. Lässt man ihn zwanzig oder dreißig Minuten im Glas stehen, verliert sich die Spritigkeit und er wird ausgewogener – in der Nase und im Mund.
Der Geschmack ist geprägt von Aromen, die an Malz, Karamell und vor allem an eine reife Birne erinnern.

Redbreast 12 Jahre, 40 % (Irland)
Einerseits der älteste Whisky in der Reihe und auch der mit dem geringsten Alkoholgehalt. Beim Redbreast (Rotkehlchen) handelt es sich um einen Exoten, einen Pure Pot Still. Das bedeutet, dass ein großer Anteil ungemälzte Gerste für die Herstellung verwendet wird. Ein Relikt aus der Zeit, als die britischen Kolonialherren in Irland die Malzsteuer erhöhten und die irischen Whiskybrenner darauf reagieren mussten.
Im Geruch zeigen sich dunkle, warme Fruchtaromen und eher selten anzutreffen Aromen einer reifen Banane. Dieses Bananennoten finden sich auch wieder im Abgang.

Armorik – Double Maturation, 46 Vol. % (Frankreich)
Von Irland geht es dann in die Bretagne. Die Brennerei Warenghem produziert schon seit den 90er Jahren diesen Single Malt namens Armorik. Nach dem David Roussier die Leitung vor einigen Jahren übernommen hat, wurde die Qualität noch einmal gesteigert. Mit Hilfe von Beratern, die zu vor bereits die Islay Destillerie Kilchoman unterstützt hatten, sind die Whiskys aus der Bretagne bei einer Blindverkostung kaum von den schottischen Vorbildern mehr zu unterscheiden.
Der Double Maturation wurde zunächst in frischen Fässern aus bretonischer Eiche gelagert und durfte anschließende noch eine Zeit in Sherry-Fässern reifen.
Sein Duft erinnert an Zitrusfrüchte und grünen Apfel, dazu einen salzige Meeresbrise. Im Mund entfalten sich noch mehr diese maritimen Noten nach Salz und Seetang, etwas dunkle Trockenfrüchte sowie ein ganz feiner Hauch Rauchigkeit. Dazu kommen wärmende Röstaromen vom Holz.

Glen Els – Journey, 43 Vol. % (Deutschland)
Wir taten uns etwas schwer für einen Whisky aus Deutschland uns zu entscheiden. Da der Slyrs doch recht bekannt und verbreitet ist, haben wir uns für einen Whisky aus der Harzer Hammerschmiede entschieden.Der Whisky ist etwa 4,5 Jahre gelagert worden und es kamen mehrere Fässer hierbei zum Einsatz. Neben Sherry- und Portfässern, auch welche, die zu vor mit verschiedenen Süßweinen belegt waren.
Diese Süße, die an Rosinen, Gebäck, Vanille und Toffee erinnert wird kombiniert mit einem Hauch Rauch. Hierbei werden 5% Woodsmoke Gerste verwendet, also nicht wie sonst mit einem Torffeuer »aromatisiert«, sondern mit einem Feuer aus Buchen- und Eichenholz.
Im Mund erinnert der Whisky an einen Früchtekuchen, süßes Karamell sowie Mandarine. Im Abgang macht sich erneut der leichte Rauch bemerkbar.

Säntis – Dreifaltigkeit, 52 Vol. % (Schweiz)
Den Abschluss machte dann der Säntis Malt aus Appenzell. Von den drei Standardabfüllungen dieser Brennerei, die auf die Initiative der Privatbrauerei Locher zurückgeht, haben wir uns für den rauchigen Dreifaltigkeit entschieden.
Hat man ihm im Glas strömen einem rauchige Aromen von Räucherschinken, aber auch Kräutern entgegen. Ein komplett anderer Rauch, wie man es von den schottischen Whiskys kennt. Denn der verwendete Torf von einem Schweizer Hochmoor besteht eben aus anderen Gräsern und vor allem vielen Kräutern als der schottische Torf, dazu ein anderes, eben nicht maritimes, sondern alpines Klima.
Im Mund breitet sich ein warmer kräftiger Kräuterrauch aus, und bleibt lange im Abgang. Dazu kommt noch die besondere Note durch die Lagerung, denn alle Malts von Säntis werden in alten Bierholzfässern 5 Jahre lang gelagert. Selbst bei der Rauchigen Dreifaltigkeit kommt das Bierarome noch durch und erinnerte einige bei der Verkostung an ein Bamberger Rauchbier in destillierter Form.

Und bei Abstimmung am Ende des Tastings war der Favorit der Gäste auch der Säntis Malt. Gefolgt vom Armorik Double Maturation und dem Redbreast. Also Schweiz vor Frankreich und Irland. Aber testen Sie selbst, bis auf den Stauning – da haben wir nur eine einzige Flasche mitgebracht – können Sie die Whiskys bei uns im Laden probieren.