Peat Monster von Compass Box

Ich mag das Peat Monster. Ich hab aber auch weder Angst vor Monstern noch vor Torfrauch. John Glaser und sein Team von Compass Box haben hier Laphroaig, Caol Ila, Ledaig und Ardmore in der Flasche vereint. Drei der vier Brennereien mag ich sehr. Zusammen bringen, Torfrauch aber auch Süße im Geruch.

Der Geschmack, wie man es von einem Blended Malt erwartet, sehr ausgewogen, rund. Aber auch eine volle Ladung süßlicher Rauch, Meersalz und etwas Kohle.

Für eine Monster eigentlich sehr geschmeidig, sofern man Torfrauch mag.

27. und 28. September: »Die Genussverstärker« auf der Whiskymesse Rüsselsheim

Die Whiskymesse in Rüsselsheim eröffnet wie in den zehn Jahren zuvor die Messe-Saison im Herbst im Rhein-Main-Gebiet. Von Anfang an war sie meine liebste Messe. Tolles Ambiente, tolle Auswahl, familiär und eigentich immer mit bestem Wetter an dem Termin, war und ist sie ein Pflichttermin. Dieses Jahr bin ich das erste mal hinter dem Stand dabei. Wir Genussverstärker haben einen kleinen aber feinen Stand mit Abfüllungen von Berry Bros & Rudd, Rozelieures Whisky, Mackmyra, Glen Scotia und Old Friends dabei sowie ausgesuchte Whiskys aus Weinfässern und Distillery Only Abfüllungen sowie ein paar Rums von Compagnie des Indes.

Dieses Jahr wir die Messe nicht nur von zwei neuen Veranstaltern fortgeführt, sondern erstmals findet sie Freitag (16 bis 22 Uhr) und Samstag (12 bis 19 Uhr) statt.

Glasgow Blend Whisky by Compass Box – Unterschätze keine Blends


Compass Box sind eines der Paradebeispiele, dass Blended Whiskys keineswegs uninteressante Supermarkt-Whiskys sein müssen. John Glaser und sein Team zeigen mit jedem neuen Whisky, den sie herausbringen, aufs Neue, dass Blenden doch mehr ist als nur Whiskys zusammenzuschütten. Je nach »Rezept« lagert ein Teil des Blends noch eine Extrazeit in speziell aufbereiteten Fässern weiter. Und für den Glasgow Blend wurde gut ein Jahr mit rund 100 verschiedenen Rezepten gearbeitet, um diesen ausgewogenen Whisky zu schaffen.

Doch warum Glasgow Blend?
In seinem 1930 erschienenen Buch »Whisky« beschreibt der Autor Aeneas MacDonald die Glaswegians – wie die Einwohner/innen Glasgows genannt werden – zur damaligen Zeit kräftiger und körperreichere Whiskys bevorzugten als andere.

Was die verwendeten Grain und Malt Whiskys angeht, setzte Compass Box auf weitesgehende Transparenz:
35 % Cameronbridge Single Grain
34 % Aberlour
18 % Laphroaig
10 % Clynelish
3 % spezieller Highland Blended Malt aus Clynelish, Teaninich and Dailuaine, der zwei Jahre in speziellen, sehr aktiven Fässern aus frischer französischer Eiche lagerte.

Im Glas spürt man warmen Rauch, aber auch getrocknete Früchte, Eiche und etwas Karamell.

Im Mund spätestens weiß man, was das Etikett mit »Bold, Peaty & Sherried« meint. Süße, Rauch und Würzigkeit sind zu einem gemeinsamen Aromeneindruck verschmolzen. Im Abgang lange, aber jetzt wieder trocken und mit Rauch.
Da ist alles stimmig: Kräftig und aber nicht fett, süß aber nicht pappig, würzig, aber nicht überwürzt. Der Rauch lässt den anderen Aromen noch genügend Platz. Blend kann mehr, als ihm zugetraut wird.

Whiskys – neu eingetroffen im Juli

Hier wieder die aktuellen Neuzugänge in unseren Whiskyregalen:

• Glen Scotia Campbeltown 1832
• Deanston Virgin Oak Cask Finish
• Glenrothes 1997/2019 Ibisco Decanter Cask No. 6369

• Tobermory 2008 – Sherry Butt – (Berry Bros and Rudd)
• Bunnahabhain 1990/2016 Cask No. 11 (Berry Bros and Rudd)
• Kilchoman German Small Batch No. 1 Port Influence
• Kilchoman STR Cask Matured 2012/2019
• Great King Street – Glasgow Blend by Compass Box
• J. J. Corry, Mezcal & Tequilla Casks (Irland)

• Islay’s South Coast 11 Jahre, (The Whisky Trail)
• Orkneys Isles PX Sherry Cask Finish 13 Jahre (The Whisky Trail)
• High Five 15 Jahre Sherry Cask (The Whisky Trail)
             

• Caol Ila 1999/2011 (The Whisky Trail UK)
• Mars Maltage Cosmo (Japan)
• Laphroaig Four Oak

             

Compass Box Whisky – The Art of Blending

John Glaser – für die einen ein Rebel gegen die Regularien der Scotch Whisky Association (SWA), für die anderen ein Frevler am Whisky. Er selbst beschreibt sich als Whiskymaker, ein Begriff den er aus der Welt des Weines adaptiert hat. Denn für Diageo war er jahrelang als Master Blender für deren Weinsegment tätig. Dort spricht man auch von Winemakern, wenn Menschen aus den Weinen der Winzer ihre Weine kreieren und blenden.

Und da sind wir schon beim Unwort viele Single-Malt-Fans. Ja, Compass Box steht für die Kunst des Blenden. Anfang 2000 machte sich Glaser auf die Tradition des klassischen Scotch Whisky Blending House neu zu beleben und das bei höchstem Qualitätsanspruch.
Beim Blenden geht es darum die beste Eigenschaften der jeweiligen Teile zu einem neuen, abgestimmten und hervorragenden Whiskys zusammen zu bringen. Denn das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.

Da für Glaser, das Alter kein Garant für Genuss ist, werden zwar die verwendeten Malts und/oder Grains recht transparent kommuniziert jedoch ohne Altersangabe. Alle Blends sind nicht gefärbt und nicht kühlfiltiert.

Glasers Freude am Experimentieren und am Brechen der Regeln mündete etwa in der Abfüllung wie »Orangerie«. Ein Blended Scotch Whisky der anschließend mit Orangenschalen mazeriert wurde. Er durfte sich natürlich nicht mehr Whisky nennen. Mittlerweile leider ausverkauft. Der aktuellste Streich ist »Affinity« ein Blend aus Whisky und Calvados von Christian Drouin.

Da bei der Fasslagerung ungefähr 70 % des Geschmacks eines Whisky entstehen, steht die Behandlung von Fässern bei Compass Box ganz in ihrem Focus. So wird mit verschiedenen Toasting-Methoden und einem eigens entwickelten Fassdesign gearbeitet, um neue und innovative Aromenprofile für die Whiskys zu schaffen. Da jeder einzelne Maltanteil zur Geltung kommen soll, wird im Gegensatz zu den großen Blendherstellern nicht mit 20 und mehr Malts gearbeitet , sondern meist nur mit 4 bis 6 verschiedenen Anteilen. Nach der Verheiratung der einzelnen Bestandteile reifen die Blends noch mal 6 Monate bis drei Jahren in speziellen Hybridfässern nach, damit die einzelnen Bestandteile sich zu einem neuen Whisky harmonisieren.

Wir haben mittlerweile einige der Standardabfüllungen wie Peat Monster, Spice Tree oder The Spaniard im Sortiment. Ebenso den leicht rauchigen Glasgow Blend.

Kommt einfach vorbei, probiert und entscheidend selbst. Es muss nicht immer Single Malt.