Tasting-Impressionen: Whisky made by Women

Viel zu oft muss man immer wieder hören: »Whisky ist etwas für Männer!« Oder in der »abgeschwächten« Form: »Schön kräftig rauchig, so ein richtiger Männerwhisky!« Wir sagen immer dazu, dass das alles Quatsch ist. Trinkt was euch schmeckt. Und es gibt so viele Männer, die mit rauchigen Whiskys so gar nichts anfangen können.

Im Tasting haben wir aufgezeigt, wie zu früheren Zeiten und vor allem heute Frauen maßgeblich Whisky prägen uns zwar als Destilleriemanagerinnen, Blendmasterinnen, Produktionsleiterinnen, Whiskybonderin oder Whiskyhändlerinnen.

Die Whiskys standen dementsprechend immer auch für eine Erfolgsgeschichte und eine oder gar mehrere Geschichte von Frauen in der Whiskywelt

Penderyn Red Flag (Aista Jukneviciute, Master Blenderin und Master Distillerin)
Laphroaig Four Oak (Bessie Williamson, Distillery Managerin)
Deanston 18 und Ganymed I Madeira Cask (aka. Bunnahabhain) (Dr. Kirstie Mccallum, Master Blenderin) 
Mackmyra Vintersol (Angela D’Orazio, Master Blenderin)
J. J. Corry The Batallion (Louise McGuane, Whiskybonderin)

Neue Whiskys im August

Whisky kann man ja in jeder Jahreszeit genießen, darum haben wir auch im Sommer wieder viele Neuzugänge in unserem Sortiment. Hier ein kleiner Überblick.

4 x Neues von The Whisky Chamber
• Invergordon 2009, 9y, refill Port QC, 58,1%vol., 0,5l
• Ledaig 2008, 10y, ex Bourbon Hhd. 59%vol., 0,5l
• Buair an Diabhail Vol. XVII , 57,2%vol., 0,5l (Islay)
• Smoky Highlands (Loch Lomond)

• Glen Scotia 18
• Glen Scotia Bordeaux Cask
• Scarabus Islay Malt


• Dun Bheagan, Bunnahabhain Sherry Butt, 12 Jahre
• Dun Bheagan, Benriach Rum Finish, 21 Jahre

• St. Kilian Signature Edition Two Amarone Cask
• Laphroaig Four Cask

• Kilchoman STR Cask
• Ledaig 2004, Spirit & Cask Range
• Arran, Master of Distilling II Palo Cortado Finish
• Bunnahabhain 26 Jahre, Berry Bros & Rudd

 

 

Bunnahabhain 12 Jahre, Sherry Butt, Dun Bheagan

Als Fan dieser Brennerei freue ich mich immer wieder auf Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern. Dieses mal hat Ian McLeod Distillers unter dem Markennamen Dun Bheagen einen 12jährigen »Bunna« abgefüllt. Abgefüllt ein Sherry Butt mit am Ende 756 laschen bei 48 Vol %.

In die Nase strömt deutlich der Sherryduft, aber auch getrocknete Aprikosen und Mango. Das macht schnell Lust ihn zu probieren. Auf der Zunge vollmundig und cremig. Nüsse, Milchschokolade, Orangen und ein hauch Rauch. auf der Zunge. Reife Orangen und Bananen gehen über in geröstete Nüsse, Milchschokolade und einem Hauch Rauch.
Im Abgang bleibt lange der Eindruck von Trockenfrüchten und Holz.

Scarabus Specially Selected von Hunter Laing – Secret Islay Malt

Als ich meine Tour bei Ardnahoe dieses Jahr beendet hatte, bekam ich ihn das erste mal zum Probieren. Denn Ardnahoe hat noch keinen eigenen Single Malt, so dass man statt dessen am Ende der Tour aus einer Reihe von Abfüllugen des unabhängigen Abfüllers Hunter Laing auswählen kann. Denn Hunter Laing ist auch Inhaber der mittlerweile zehnten aktiven Brennerei auf Islay.

Die Verpackung (Flasche und Geschenk-Tub) ist natürlich schon mal ein Hingucker. Der Scarabus wurde erstmals 2019 zum Feis Ile, dem Islay Whisky and Music Festival abgefüllt und der Whiskyfangemeinde vorgestellt. Nun gibt es ihn auch bei uns im Laden.

Welche Brenenrei dahinter steckt kann man nur vermuten. Ob der gleichnamige Name des kleinen Ortes zwischen Port Askaig und Ballygrant gelegen einen Hinweis auf die Herkunft gibt bleibt offen. Demnach könnte es ein Bunnahabhain oder Caol Ila sein. Doch wer weiß das schon genau. Andere tippen auch einen Bowmore oder einen Bruichladdich. Aber das entscheidende ist, schmeckt oder schmeckt nicht. Mir hat er sehr gut gefallen.

Doch wie schmeckt er nun. Im Glas kommt einem als erstes der typische Islay-Torfrauch entgegen, aber auch Äpfeln und maritime Noten, die an Seetang und Meersalz erinnern. Im Mund dann wärmend mit Ledernoten, säuerliches Fruchtkompott aber auch cremige Karamell- und Vanillesüße.
Der Abgang ist lange, rauchige, Röstaromen wie Kaffee und Bitterschokolade und wieder Vanille.
Dazu ein sehr gute Preis-Genuss-Verhältnis.

The Bunnahabhain Warehouse No. 9 Experience

Sonntag Morgens 11 Uhr, Schottland, genauergesagt Islay, nördlich von Port Askaig. Warehouse No.9 Experience ganz allein für mich. Denn die anderen angemeldeten Teilnehmer/innen kamen einfach nicht.

Der Bunnahabhain 10 war mein erster Islay Whisky, der mir auf Anhieb gefiel. Heute ist es der Standard ein 12jähriger. Ist also schon etwas her und damals wurde ich mit den Torfmonstern der Insel noch nicht warm. So ist der Bunnahabhain früher 10 heute 12 auch mein traditioneller Whisky auf der CalMac-Fähre nach Islay.

Der erste Besuch 2011 verlief nicht ganz so glücklich und ich war von der damals etwas lieblosen Tour und Abfertigung enttäuscht. Als ich dann 2016 wieder auf der Insel war, wollte ich erst gar nicht wieder hin. Sabine und Rainer Münch, die auf Islay leben, organisierten dann mein erstes Warehouse-Tasting dort. Danach war ich hin und weg. Das war schon nach dem die Distell Group (Deanston & Tobermory) die Brennerei übernommen hatte und einiges umgekremplet hatte.

Auch die Baumaßnahmen, die gestartet wurden sind enorm. Hofffe nur, dass dieser Chamre, der an Kulissen von Peaky Blinders erinnert, ein wenig erhalten bleibt. Trotz der neuenn Gebäude, die entstehen und sobald sich der brenenrei nähert, an die Baumaßnahmen nicht übersehen kann.

Daher war dieses mal die Vorfreude wieder groß und sie wurde nicht enttäuscht.

Nach dem sich herausgestellt hatte, dass sonst niemand zum Tasting kommen würde, sind wir ins Warehouse No. 9 und mir wurde zur Einstimmung erst mal ein ordentlicher Dram aus einem experimentell Cask aus besonders kleinen ex-Bourbon-Fässern zur Verkostung eingeschenkt. Dann unterhielt ich mich mit dem Mitarbeiter über Whisky, Bunnahabhain, Trinkgewohnheiten als Jugendliche und Punkrock. Alles sehr entspannt und locker.

Er erzählte dabei auch von der Glocke, die im Hof hängt. Sie stammt vermutlich von einem Schiff und wurde irgendwann dort angebracht. In früheren Zeiten war ihr Läuten das Signal für die Mitarbeiter der Brennerei, dass jetzt ihre tägliche Whiskyration ausgeschenkt wurde. Fassstärke versteht sich. Und die läutete drei mal am Tag. Damals war das aber auch auch noch eine viel schwere körperliche Arbeit als heute.

Dann ging es im Warehouse weiter. Alle drei Fässer des Tastings waren ex-Sherry-Fässer und unpeated. Palo Cortado, Manzanilla und Pedro-Ximenez. Schön zu sehen wie unterschiedliche die drei verschiedenen Sherry-Typen den Whisky geprägt haben. Ex-Sherry-Cask allein genüget einfach nicht als Beschreibung eines Whisky, das propagiere ich ja schon länger.

Im Shop konnte ich dann noch den ein oder anderen peated Bunnahabhan verkosten. Leider gab es vom Palo Cortado keine Flasche mehr, aber der manzanilla und auch ein paar andere wanderten in den Rucksack. Dann hab ich dann auch noch Whiskykolleg/innen aus Deutschland im Shop getroffen und wir konnten bisschen fachsimpeln und uns austauschen.

Danach ging es zu Fuss zur neusten und zehnten Brennerei auf Islay, nach Ardnahoe.