Deanston Distillery und »Angels Share«

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Unsere Whiskyrundreise begann mit dem Besuch bei Deanston. Die erst 1966 gegründete Brennerei hebt sich schon äußerlich von vielen traditionellen Destillerien ab. Es hat den Charme eines großen Industriegebäude. Und das nicht von ungefähr. Denn zuvor war es eine Baumwollspinnerei.

Im Jahr 1971 wird der erste Single Malt Whisky unter dem Namen Old Bannockburn auf den Markt gebracht. Erst drei Jahre später erhalte die Whiskys den Namen Deanston. 1982 wurde die Brennerei bereits wieder geschlossen und schlief 9 Jahre einen Dornröschen Schlaf. Heute gehört die Brennerei gemeinsam mit Bunnahabhain auf Islay und Tobermory auf Mull zum südafrikanischen Unternehmen Distell.

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Uns erwartete ein lauwarmer Regen und auf Grund der Silent Saison, Produktionsruhe im Sommer, bestand unsere Tour nur aus vier Personen. Aber der charmante Greg führte uns durch die Brennerei und neben dem sonst regulären Dram des 12jährigen gab es noch den 15 jährigen Organic Whisky und den 18 jährigen Malt. Der Organic ist übrigens der der älteste Bio-Whisky, den es zur Zeit in Schottland gibt.

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Doch die Brennerei bietet noch mehr Ungewöhnliches. So versorgt der Fluss Teith und entsprechende Turbinen die Destillerie mit eigenem Strom.

Zudem ist die Brennerei ein heimlicher Filmstar. In Ken Loachs Film »Angels Share« spielt Deanston eine kleine Rolle. Davon zeugen Filmplakate und Fotografien von den Schauspielern. Und sie haben sich mit Autogrammen auf einigen Fässern, die im Warehouse liegen verewigt.

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Wer sich nach der Tour stärken möchte kann das im Bothy Cafe in gemütlicher Atmosphäre tun. Wir haben uns für die großartigen Scones entschieden. Deanston ist absolut einen Besuch wert, die Range der Whiskys ist sehr überschaubar, aber wir fanden alle drei sehr lecker.  

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Reisebericht: Bowmore Destillerie

Auf unserer Islay-Tour standen alle Destillerien auf der Liste, obwohl wir bereits während der Tage mehrfach in Bowmore waren, besuchten wir die gleichnamige Destillerie erst am vorletzten Tag. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits 6 andere Destillerien besucht und konnte so sehr gut vergleichen. Die Stadt Bowmore ist mit rund 1500 Einwohner, die größte Ansiedlung und damit »Hauptstadt« von Islay.


Die runde Kirche in Bowmore soll es bösen Geistern verunmöglichen sich einzunisten.
Dabei tut es auch auch guter Malt.

Die 1779 gegründete Destillerie war die erste legale Whisky-Brennerei der Insel, heute gehört sie zum japanischen Suntory-Konzern. Zu Beginn bekommt man ein etwa 15 minütiges Video gezeigt. Diese Ankündigung schreckte mich zunächst etwas ab. Das Video, das wir in den leeren Maltings anschauten war aber sehr gut gemacht und gab einen Eindruck vom Produktionsprozess, aber auch von Islay als Insel. Und im Coop-Markt ums Eck der destillerie sieht man unter Umständen den ein oder anderen Mitarbeiter aus dem Video beim Einkauf wieder. Bowmore ist übrigens eine der wenigen Destillerien, die zumindest noch einen Teil (40 %) ihrer Gerste selbst mälzen. Insgesamt arbeiten gerade mal 15 Menschen in der Produktion der Whiskys, der typischer Weise mit 25 ppm in der mittleren Liga rauchiger Insel-Malts liegt.


Die Washbacks aus Oregon-Pine-Wood


Brennblasen und Spiritsafe


Im Warehouse No. 1 kann man auch die Schätze der Destillerie bewundern

Am Ende der Tour stand ein kleines Tasting, neben einem Bowmore Darkest 15 Jahre, gab es zwei Dram der Malts von Auchentoshen und Glen Garioch, die beide zum gleichen Konzern gehören. Alles schön angerichtet auf einer Schiefertafel mit kleinen Ergänzungen analog zu den Whiskyaromen. Kokos und kandierte Ananas zum Auchentoshen oder Rosinen und dunkle Schokolade zum Bowmore. Dazu der Blick auf Meer und schöne Atmosphäre in der Bar mit angrenzendem Mini-Museum.


Blick vom Hafen auf die Destillerie, wo wir in der Abendsonne einen Malt genossen. Aber Vorsicht, nicht erwischen lassen! In Bowmore ist das Trinken von Alkohol auf der Straße verboten, Strafe bis 500 Pfund.