Domaine Mirabel – Reisebericht von Le Midi Weine

Ich war vom 24.05–27.05. wieder im Languedoc unterwegs. Meine Aufmerksamkeit galt besonders den Appellationen Pic Saint Loup und Terras de Larsaz, wobei Pic Saint Loup seit Jahren die größere Reputation besitzt. Insgesamt ein Mammut-Unternehmen, in 4 Tagen 20 Weingüter zu besuchen und etwa 100 Weine zu probieren (nach so einer Reise reicht es mir dann auch erstmal).

Die erste Station meines Weges führte mich in das unscheinbare Weindörfchen Brouzet-les-Quissac, am nördlichen Rand der Appellation Pic Saint Loup gelegen. Ein Schild am Wegesrand trägt den Namen Domaine Mirabel, und wenn man nicht von der richtigen Straßenseite kommt, kann man es leicht übersehen – ich muss zugeben, dass mir das bereits mehrere Male passiert ist. Aber ich war froh, dass mir Einlass gewährt wurde, denn im letzten Jahr wahren alle Weine bereits im Oktober ausverkauft.

Die Geschichte der Domaine ist schnell erzählt: 2002 war der erste Jahrgang der Domain, bis dahin hatte das Weingut seine Trauben an die heimische Winzergenossenschaft abgegeben. Heute gehört Mirabel zu den Geheimtipps der Region. Sam Feuillade, einer der beiden Brüder, die die Domaine leiten, hat mich freundlich empfangen.

Der schweigsame und fast schüchterne Sam beantwortet Fragen wie seit wann er Winzer ist, mit einem Lächeln – und »er kann sich nicht erinnern seit wievielen Generationen sie schon den Beruf ausüben«. Auf meine Frage, warum sie keine Internet-Seite haben, folgt ein weiteres Lächeln: »Warum sollten wir? Aus kommerzieller Sicht ist es unnötig, da wir immer ausverkauft sind.«

Nun aber zu den Weinen: Die Domaine Mirabel zwei Rote und einen Weißen im Programm. Der «Loris« 2010 (Weißwein) ist eine Pracht, mit seinem feinen Duft nach Jasmin-Blüten und leichter pikanter Würze im Mund. »Chant du Sorbier« 2010 hat eine feine Nase nach Himbeere und ein wenig Johannisbeere, am Gaumen ist er fein fruchtig – ein Wein der Spaß macht. »Le Eclats« 2009 ist ein typischer 2009, sehr konzentriert und mächtig, der noch einige Zeit brauchen wird, aber jetzt schon seine Klasse erahnen lässt. Ich habe selbstverständlich einige Weine zu Probe mitgenommen.

Mein Fazit: Ich ziehe den Hut vor Ihnen, Messieurs Feuillade.
 

Gastbeitrag von Gregoris Revzin, Le Midi Weine