Mackmyra 10 – Svenk Whisky is like Rock ’n’ Roll

Whisky aus Schweden? Warum nicht? Seit vielen Jahren verfolge ich das Treiben von Mackmyra. Erinnere mich nur gut an die Preludium Reihe, als noch keine feste Range bestand und noch viel expermentiert wurde. Jetzt gibt es eine Basisrange, aber das experimentiere haben sie nicht verlernt. Gleich ob Moltebeerwein-, Amarone- oder Rumfässern von Plantation zum Finishen benutzt werden, immer spannend was da aus dem hohen Norden kommt. Ich finde das ganz große Klasse, anders als vieles aus Schottland oder Irland, aber eben auch lecker. Es kann ja auch nicht drum gehen andere nachzuahmen. Allein das Design der Verpackungen ist schon typisch skandinawisch.

Und nun ist auch der erste 10jährige Malt auf dem Markt.
Sehr bescheiden trägt dieser Whisky die erste Altersangabe in Form einer Ziffer auf seiner Brust. Verborgen in der 50 Meter tiefen Bodås Mine schlief ein großer Teil dieses Whiskys weit über 10 Jahre. Eine Auswahl aus Ex-Bourbon, Oloroso- und neuen amerikanischen Eichenfässern, abgefüllt in einer limitierten Auflage, beschert diesem schwedischen Single Malt einen eleganten Charakter mit Noten von Vanille, grünen Früchten, Karamell und ausbalancierter Eiche.
Im Glas ganz viele würzige Aromen, dazu Beerenaromen, aber auch florale Anklänge, Kräuter und auch das Holz der Fässer kommt durch. Im Mund super ölig, cremig mit Vanille, Rosinen und Gewürznoten.

Ein Whisky mit Rock ’n‘ Roll-Potenzial und dazu einfach mal die ebenso großartigen The Baboon Show aus Schweden.

Whisky-Geheimtipp: Rozelieures Whisky aus Lothringen

Bereits im letzten Jahr konnten wir das erste Mal Whiskys von Rozelieures verkosten und waren direkt begeistert. Whiskys gibt es seit Jahren eben nicht nur aus Schottland und Irland, sondern auch aus anderen europäischen Ländern. Durch ein Faible für Frankreich haben wir schon seit einigen Jahren die franzöisischen bzw. bretonischen Whiskys von Armorik im Sortiment.

Im lothringischen Rozelieures entstand die Idee für Whiskys zu Beginn der 2000er Jahre als Hubert Grallet, Brenner und Christophe Dupic, Landwirt, nicht nur gemeinsam Whisky tranken und Schottland besuchten, sondern bei dem ein oder anderen Dram die Idee entwickelten selbst Whisky zu produzieren. Der eine kannte sich mit dem Brennen aus, der andere mit Gerste und aus der Idee wurde ein Plan. Mittlerweile gibt es vier Standardabfüllungen und das besondere dabei ist, dass alle mit mehr oder stark torf-rauchiger Gerste hergestellt werden.

Letztes Jahr haben wir die Destillerie besucht. Wobei man das etwas vorsichtig ausdrücken muss, wenn man dabei ein Bild von schottischen Brennereien vor Augen hat. Als jemand, der ursprünglich aus dem Saarland stammt, kenne ich Lothringen, wusste aber nicht wie landschaftlich idyllisch diese Region sein kann. In dem kleinen Dörfchen gibt es keine großartigen Hinweisschilder und selbst wenn man vor der Destillerie steht, erinnert sie eher an den örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Dazu passt der Titel »Maison de la Mirabelle«. Die Region ist nämlich das Zentrum für Mirabellen und Mirabellenbrände. Hier wird der Whisky auf eher ungewohnten Charenteser-Brennblasen (Alambic-Verfahren) zweifach destilliert, die man von der Coganc-Herstellung kennt. Und neben Obstbränden und Whisky wird auf den gleichen Brennblasen auch Parfum (!) auf Alkoholbasis destilliert. Etwas was ich sonst auch noch nie gehört habe.


Im Hintergrund hinter der Destillerie sieht man auch den Vulkan, der das Label ziert. Der besuch der Destillerie kostet nichts, aber ausser einem kleinen Film und einer grafischen Animation der Herstellung wird einem nicht viel weitere Information geboten. Das was dort jedoch in die Flaschen gefüllt wird hat uns jedoch total überzeugt.

Zumal die Fumé und Thourbé Collection immerhin 8 Jahre alt sind, das zu einem angemessenen Preis. Vergleichbare Whiskys aus Deutschland sind da mindestens doppelt so teuer, wenn man sie überhaupt als 8jährige bekommt.

Wir stellen die einzelnen Abfüllungen noch mal gesondert und ausführlicher vor und ihr könnt sie natürlich auch bei uns im Laden probieren.

Armorik Lightly Peated – der kleine torfige Bretone

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Alba Import bringt uns mal wieder etwas Neues aus der Bretagne. Und zwar der erste, wenn auch nur leicht, getorfte Armorik Whisky. Die Auflage des Armorik »Lightly Peated« beträgt nur 800 Flaschen, abgefüllt mit leicht erhöhter Trinkstärke von 48% Vol. und natürlich unchillfiltered und ohne Zusatz von Farbstoff. 
 
Der Armorik »Lightly Peated« basiert auf dem Armorik »Classic«, ergänzt mit 45ppm schwer getorften Armorik Single Malt. So ergibt sich eine sehr schöne Verbindung aus fruchtigen, maritim-salzigen und torfigen Aromen. 
Er besitzt einen Duft, der an erdige und zugleich maritime Aromen erinnert, dazu etwas Zitrus und ein Hauch von Lagerfeuer, Im Geschmack dann gelbe Früchte, malzig, Haferkekse, Nuss. Der Rauch kommt vorallem im Abgang noch mal dezent zur Geltung. Fein und dezent wurde die Rauchnote mit den bekannten salzigen und nussigen Aromen des »Classic« verbunden. Bin gespannt ob und wann auch mal stärker getorfte Whiskys den Weg in unsere Nosinggläser finden. Aber wieder einmal hat die Destillerie Warenghem aus dem Norden der Bretagne gezeigt, dass guter Whisky nicht nur aus Schottland oder Irland kommt.

 

Besuch bei der Destillerie Warenghem – Whisky Breton

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Unseren diesjährigen Urlaub in der Bretagne konnten wir verbinden mit einem Besuch bei der bretonischen Destillerie Warenghem, die u.a. den Armorik Whisky produziert. 
Die Destillerie die bereits Ende der 80er Jahre Whisky zu produzieren hatte zu vor bereits verschiedene Kräuterbrände und Liköre produziert. Damit war sie die erste französische Destillerie, die Whisky produziert und sich dabei ein Kriterien für Single Malt aus Schottland orientiert.

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Morgens nach dem Frühstück setzen wir uns in Auto und fuhren etwa knapp zweieinhalb Stunden von der südlichen Bretagne in den raueren Norden, nach Lannion. Die Destillerie liegt am Stadtrand in einem Gewerbegebiet. Wer jetzt eine idyllische Brennerei im Stile von Edradour erwartet hat ist zunächst ein klein wenig enttäuscht. Es sind zwei großen Hallen mit einer Blechaußenhaut. Nichts ausser der Firmenname deutet zunächst auf Whisky hin. Erst beim zweiten Blick sieht man die Malereiwn, die die Gebäude, die sicherlich noch mal eine neuen Anstrich gut vertragen könnten, aufwerten. 

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Aber das wichtigste ist ja, was im Innern entsteht.
Die Führungen sind kostenlos und starten wenn die Gruppe groß genug sind. Dafür sind sie kostenfrei. Clemence führte uns in die eigentliche Brennerei und berichtet von der Destillation.

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Die Whiskys werden wie meistens in Schottland zweifach destilliert, die Gerste stammt aus Frankreich, wird aber in Belgien gemälzt. Das Wasser kommt von einem eigenen Brunnen.

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Danach ging es in die Lagerhalle, mit den reifenden Fässern. Die meisten verwendeten Fässer sind ex-Bourbon- und ex-Sherry-Fässer. Für den Double Maturation werden aber auch frische bretonische Eichenfässer verwendet. Je drei Jahre in Sherry- und drei Jahre in frischen Fächern wird dieser malt gelagert. Der Classic Whisky besteht aus verschiedenen Fasstypen, unter anderem auch Weinfässer. Die verwendeten Fässer sind zwischen fünf und acht Jahre alt.
Aber auch ehemalige Port- und Sauternefässer finden Verwendungen für Single Cask-Abfüllungen.

Die Armorik Whiskys gehören für mich immer noch zu den besten Whiskys ausserhalb dertypischen Whiskyregionen und das zu einem hervorragenden Preisleistungsverhältnis.

Wir führen zur Zeit folgende Abfüllungen:
Armorik Classic
Armorik Double Maturation
Armorik Breizh (Blended Whisky)
Wechselnde Single Cask Abfüllungen

 

Noch ein paar weitere Impressionen:

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Säntis Edition for Germany II // Spezialabfüllung von Säntis Malts

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Mit dem neuen Importeur Wine & Spirit Partner Andrea Caminneci gibt es auch endlich wieder eine exklusive Abfüllung für Deutschland. Es handelt sich dabei um einen insgesamt fünf-jährigen Single Malt Whisky, der die ersten drei Jahre seiner Reifung in den für Säntis-Malt so typischen traditionellen Bierfässern verbracht hat. Die anschließende zweijährige Reifung in einem Sherry-Fass hat dem Whisky dann seine hauptsächliche, geschmackliche Prägung gegeben.

Was diesen Whisky von einem Großteil anderer Säntis-Abfüllungen unterscheidet, ist das Ausgangsmaterial, denn es wurde Rauchmalz verarbeitet. Das langsame Trocknen der keimenden Gerste über brennenden Buchenholz-Spänen und dem Schweizer Torf gibt dem Whisky eine geschmackliche Tiefe, ohne die Raucharomen allzu dominant im Vordergrund stehen zu lassen. Es bleibt also genügend Raum für die weichen, fruchtigen und fast süßlichen Akzente des Sherry-Fasses, die lediglich durch warme Rauch- und Röstnoten des Malzes untermauert werden.

Farbe dunkles Gold

Nase reife Früchte, Birnenschale und etwas Banane, aber auch Trockenfrüchte wie Birne und Feige, fast wie ein saftiger britischer Fruitcake mit rumgetränkten Rosinen, intensive Karamell-Noten, Vanille, buttrig und cremig wie Milchschokolade, die Rauchnoten sind lediglich in Form einer erkalteten Karamell-Creme durch weiche Röstnoten erkennbar

Gaumen wiederum reife Früchte und Trockenfrüchte insbesondere Feigen und Birnen, dezente warme Rauchnoten die sich wiederum hauptsächlich wie bei Karamell zeigen, Orangeat und buttriges Toffee, weiche Lebkuchen-Würznoten, dazu eine Prise Salz und Aromen von pfannengerösteten Pfefferkörnern

Abgang zart-bittere Schokoladen-Noten, Röstnuss-Aromen wie von Wal- und Haselnüssen, die ursprüngliche Fruchtsüße kommt erst wieder mit der sich entwickelnden Wärme im Mundraum zurück.

Tastingnotes von Julia Nourney