Plausch & Rausch – Whiskytreff in Offenbach

Seit Dezember 2017 veranstalten wir alle paar Wochen unseren Whiskytreff unter dem Namen Plausch & Rausch. Das Prozedere ist so, dass jede/r  eine Flasche Whisky mitbringt und wir am Abend gemeinsam alle Whiskys verkosten und darüber fachsimpeln und uns austauschen. Meist sind wir so 10 Personen. Viel größer soll die Runde erst mal auch nicht werden. Denn es soll ja alles auch in Ruhe verkostet werden.

Beim Plausch & Rausch im August waren es am Ende 12 Whiskys, darunter wirkliche Exoten wie den »Black Ram« aus Bulgarien, einen vietnamesischen Spirit namens »Wall Street«, den baskischen »Agot« Whisky oder den »Paul John« aus Indien.

Aber manchmal sind auch ganz einfach nur schottische und irische Whiskys. Aber auch schon Whiskys aus Deutschland, aus der Schweiz, Bourbon oder japanische Whiskys waren schon dabei.

Wenn ihr auch mal vorbeikommen wollt, oder einfach nur so neugierig seid, dann  könnt ihr unserer FB-Gruppe Stay Rude, Drink Rebel beitreten oder uns eine Mail Schreiben.

          

          

     

 

Rozelieures Single Cask Whisky Finish in Tokaj-Fässern

Ein Whisky aus Lothringen, der in ungarischen Weinfässern nachgereift ist. Der Mix macht’s!

In der Nase ein süßer Geruch nach reifen Früchten. Im Mund kräftig mit einer leichten Rauchnote, ein wenig herber Kräutergeschmack und auch hier eine leichte Süße. Spannend, oder?

Es handelt sich hier um eine Single Cask Abfüllung. Also alle der 382 Flaschen stammen aus einem einzigen Fass. Und ihr ahnt es schon, wenn diese Flaschen leer getrunken sind, wird es diesen Whisky so nicht noch einmal geben. Wir nennen es gerne „Freud & Leid der Single Cask Liebhaber und Liebhaberinnen“ – eine Tränen beim letzten Schluck und eine Freudenträne, dass jetzt wieder Platz im Schrank ist.

Und jetzt noch ein paar Fakten für euch! 
Für diesen Whisky wurde leicht rauchiges Malz verwendet. Er ist zweifach destilliert und wurde zunächst in Bourbon- und Cognac Fässer gefüllt. Ein Teil aus beiden Fässern wurde dann für 6 Monate in einem Tokaj-Weinfass gefinished.

Tokajer, benannt nach der Stadt Tokaj in Ungarn, ist ein Wein, der aus Weißweintrauben hergestellt wird. Er wird in unterschiedlichen Süßegraden und Qualitätsstufen produziert.

Wenn ihr neugierig seid, kommt vorbei und probiert einfach mal, ob euch dieser Whisky gefällt.

Buffalo Trace – Whiskey aus Frankfort

Whiskey aus Frankfort? Das ist kein Tippfehler. Denn Frankfort liegt im US-Bundesstaat Kentucky und in der Buffalo Trace Brennerei wird der gleichnamige Straight Bourbon Whiskey hergestellt.

Und ja, wir schrieben Whiskey auch mit »e« und das nicht nur bei irischem Whiskey. Im Gegensatz zu Schottland wird bei Bourbon nicht nur Gerste verwendet, sondern wie in diesem Fall vor allem Mais und Roggen. Ein Bourbon muss dementsprechend aus mindestens 51 Prozent Mais bestehen. Die Reifung erfolgt für 8 bis 12 Jahre in für Bourbon typischen frischen Fässer aus amerikanischer Weißeiche. Laut dem angesehenen Whiskyautor Jim Murray ist er einer der besten Bourbons der Welt. Am besten prüft ihr das selbst, denn auch diesen Whiskey haben wir natürlich zum Probieren offen im Laden.

Wir fanden, dass er im Glas nach ganz viel Vanille, Toffee und kandierte Früchten duftet. Im Mund dann recht weich, wieder Vanille, Süße, Waldhonig und natürlich auch viel Holz. Schöner wärmender und süßer Abgang.

Mackmyra Äppelblom – ein Whisky mit Apfelblüten? 


Nein, natürlich nicht. Aber wer die Mackmyra Destillerie ein wenig verfolgt, kennt ihre Affinität zu ausgefallenen Finishs. Denken wir nur an den Blomstertid – hier waren Kirschweinfässer mit im Spiel oder den Skördetid, mit einem 6-monatigem Finish in Amaronefässern.

Die diesjährige Frühlingsedition bekam ein Finish in Calvados Fässern. Hier kommt also der Apfel ins Spiel, denn Calvados ist ein Apfelbranntwein aus der Normandie.

Die Fässer stammen aus dem renommierten Calvados Traditionshaus Christian Drouin. Dass Drouin ungewohnte Wege geht, zeigt auch sein „Le Gin“, der auf Basis seines Calvados produziert wird. Die Apfelnoten geben der Spirituose eine wunderbare Frische.

Aber jetzt zurück zum Whisky. In der Nase ist er fruchtig, frisch und weich. Wir riechen Apfel- und Blütennoten sowie einen leichten Geruch von Honig und Karamell. Was uns die Nase verspricht, schmecken wir auch im Mund – frische Apfelnoten mit dezentem Holzgeschmack gepaart, etwas Salzkaramell – das Calvados-Aroma unterstützt angenehm und gibt dem Whisky seine Besonderheit.

Ein schöner „Sommerwhisky“, wenn man denn in solchen Kategorien denken möchte.

Die Empfehlung des Hauses Mackmyra ist es, den Äppleblom pur oder als Begleitung zu einem warmen Apfeldessert zu genießen. Hört sich beides sehr verlockend an.

Mackmyra Äppelblom, 46,1 Prozent

Mackmyra 10 – Svenk Whisky is like Rock ’n’ Roll

Whisky aus Schweden? Warum nicht? Seit vielen Jahren verfolge ich das Treiben von Mackmyra. Erinnere mich nur gut an die Preludium Reihe, als noch keine feste Range bestand und noch viel expermentiert wurde. Jetzt gibt es eine Basisrange, aber das experimentiere haben sie nicht verlernt. Gleich ob Moltebeerwein-, Amarone- oder Rumfässern von Plantation zum Finishen benutzt werden, immer spannend was da aus dem hohen Norden kommt. Ich finde das ganz große Klasse, anders als vieles aus Schottland oder Irland, aber eben auch lecker. Es kann ja auch nicht drum gehen andere nachzuahmen. Allein das Design der Verpackungen ist schon typisch skandinawisch.

Und nun ist auch der erste 10jährige Malt auf dem Markt.
Sehr bescheiden trägt dieser Whisky die erste Altersangabe in Form einer Ziffer auf seiner Brust. Verborgen in der 50 Meter tiefen Bodås Mine schlief ein großer Teil dieses Whiskys weit über 10 Jahre. Eine Auswahl aus Ex-Bourbon, Oloroso- und neuen amerikanischen Eichenfässern, abgefüllt in einer limitierten Auflage, beschert diesem schwedischen Single Malt einen eleganten Charakter mit Noten von Vanille, grünen Früchten, Karamell und ausbalancierter Eiche.
Im Glas ganz viele würzige Aromen, dazu Beerenaromen, aber auch florale Anklänge, Kräuter und auch das Holz der Fässer kommt durch. Im Mund super ölig, cremig mit Vanille, Rosinen und Gewürznoten.

Ein Whisky mit Rock ’n‘ Roll-Potenzial und dazu einfach mal die ebenso großartigen The Baboon Show aus Schweden.