Allt-A-Bhainne Burgundy White Cask 2008, House of McCallum

Wir freuen uns immer wieder spannende Abfüllungen zu finden, die etwas mit Weinfässern zu tun haben. Die Vormieter der Fässer, in diesem Fall ein Burgunder aus dem Weinanbaugebiet Monthélie, verleiht dem Whisky eine besondere Note. Im Monthélie wird hauptsächlich Rotwein angebaut, doch ein kleiner Teil ist Weißwein, der aus Chardonnay und Weißburgunder gekeltert wird.

In der Nase haben wir Apfel, grünes Obst, Honigmelone und eine schöne Frische. Im Mund ist dieser Whisky cremig, frisch, mit einer leichten Säure. Er erinnert im Geschmack an Honig, Apfel und Trauben. Die Lagerzeit von 10 Jahre in einem Weißweinfaß lassen sich also geschmacklich nicht verleugnen. Insgesamt also eher ein leichter Vertreter und ein schöner Sommerwhisky – passt ja gerade ganz gut.

Die Destillerie Allt-A-Bhainne ist mit ihrer Gründung 1974 eher eine der jüngeren Destillerien in Schottland. Sie befindet sich in der Speyside und Destillerie-Abfüllungen sind faktisch nicht zu finden. Nahezu die gesamte produzierte Menge geht in die Blended Whisky Produktion. Glücklicherweise gibt es unabhängige Abfüller, die einzelne Fässer von der Destillerie bekommen und wie in diesem Fall als Single Cask (Einzelfaßabfüllung) auf den Markt bringen.

Gerade für Whiskyliebhaber und Whiskyliebhaberinnen, die auch gerne Wein trinken, ist diese Kombination ein Gaumenschmaus. Überzeugt euch selbst und kommt auf einen Probierschluck im Laden vorbei.

Croftengea 2006, Sherry Cask Finish, Spirit & Cask Range

Croftengea – noch ‘ne neue Destillerie?
Da müssen wir euch leider enttäuschen. Auch wenn sich in der letzten Zeit die Nachrichten über  Neugründungen und Wiederbelebungen häufen, ist Croftengea keine neue Destillerie. Es handelt sich dabei um die rauchige Variante der Single Malt Whiskys aus der Loch Lomond Destillerie.

Aber jetzt zum Whisky – in der Nase eine schöne Note von roten Früchten, vielleicht Cranberries oder Berberitze. Außerdem kann man etwas Leder und Rauch riechen. Im Mund gibt der Whisky ein wohlig warmes Mundgefühl – malzig, rauchig und trotzdem eine frische Säure, wie wir sie aus Fruchtsaucen kennen. Eine leichte Bitterkeit wie von Kakaobohnen rundet den Geschmack ab.

Auch wenn ihr mit rauchigen Whiskys vielleicht in erster Linie andere Destillerien verbindet, lohnt es sich auch mal einen Croftengea zu probieren. Laßt euch überraschen! Wie immer zählt der Geschmack und nicht der Name.

Cream Dog von St. Kilian – der süße Genuss zum und als Dessert

Manchmal soll es einfach was Süßes sein. Wer Whisky-/Creamliköre mag findet beim Cream Dog von St. Kilian eine leckere Alternative zu den Produkten großen Markennamen. Hier wurde der New Make, White Dog, mit Sahne vermählt. Heraus kommt ein süßer, karameliger Sahnelikör, den man pur auf Eis, zu Desserts, zum oder gar im Kaffee genießen kann.

Was hat es mit dem Hund auf sich?New Make, also der frische Brand aus den Brennblasen, der noch nicht fassgelagert war, wird in Schottland auch manchmal White Dog genannt. Passend dazu hat das Örtchen Rüdenau, in dem sich die St. Kilian Whiskybrennerei befindet einen weißen Hundekopf im Wappen.

Tasting-Notes: Delta Cephei I von Scotch Universe


Delta Cephei ist ein veränderlicher Stern im Sternbild Kepheus oder auch eben eine unheimlich fruchtiger Single Malt, abgefüllt von Scotch Universe. Der Flaschen Code verrät uns, dass er von 2011 bis 2019 in einem Virgin Oak Cask reifte. Übrigens der erste Malt aus einem frischen Fass, welches von Michel Reick abgefüllt wurde. Bei der 1852 gegründete Destillerie der Speyside wird es sich vermutlich um Dailuaine handeln.

Der Whisky selbst ist eine sommerliche Fruchtbombe. In der Nase schon gleich ganz viel Ananas, Marille und gelbe Früchte, dazu feine Vanillearomen.
Bei den knapp 60 Vol. % verträgt er aber nur dezent Wasser. Wirklich nur 1-2 Tropfen reichen schon aus.

Ein Whisky für die sommerliche Terrasse oder Balkon oder als Dram zur gegrillten Ananas beim nächsten BBQ.

Gilors Port Cask Finish – Whisky aus Kriftel


In Deutschland gibt es mittlerweile mehr Whiskyproduzenten als in Schottland. Von den über 200 Produzenten sind aber viele, die gerade mal ein paar hundert oder tausend Liter Rohbrand im Jahr destillieren. Daher spreche ich von Produzenten nicht von Whiskybrennereien. Viele Brenner sind sehr ambitioniert und verbessern sich über Jahre mehr und mehr. Und vergessen wir nie in Schottland hat das Whiskybrennen eine jahrhundertelange Tradition, die sicherlich auch nicht ohne Fehl- und Rückschläge von statten ging. Auch in unserer Nachbarschaft, in Kriftel, gibt es einen dieser kleinen Whiskyproduzenten.

Die Brennerei Henrich, vormals Obsthof am Berg, brennt nun schon seit über 10 Jahren Whisky in Kleinmengen. Zur Zeit sind es rund 1000 Liter wie mir Brenner Ralf Henrich beim letzten Besuch sagte. Und nicht nur die Größenordnung ist anders als in Schottland, sondern auch die verwendete Brennanlage. Aber ich finde hier wird mit einem guten Fassmanagement gearbeitet. Und mein Favorit ist und bleibt der Gilors Port Cask Finish.

Ich erinnere mich noch gut,als ich den ersten Gilros Port Cask vor einigen Jahren verkostete. Und das sicherlich mit einer Grundskepsis gegenüber Whiskys aus Deutschland. Doch auch mit dem Gedanken immer jemandem eine Chance zu geben. Und ich weiß, wir haben unter unseren Kunden, auch ein paar Fans deutscher Whiskys.

Der aktuelle Gilors Port Cask Finish ist mit 5 Jahren bereits 2 Jahre älter als die ersten Abfüllungen. Drei Jahre reifte er in torf-rauchigen ex -Islay-Whisky-Fass und weitere 2 Jahre in einem Portweinfass.

In der Nase kommt zunächst der Port zur Geltung. Rote Früchte, Schokolade, Mandel und Marzipan und einen Hauch des Rauches. Im Mund dann wieder Kirsche, rote Beeren, Malz, Tannine vom Holz und im Abgang schöne warm eingepackte Torfrauchnoten. Das ganze in 45 Vol % erhöhte Trinkstärke gepackt.

Lasst euch überraschen und probiert selbst.

P.S. Aus der Brennerei Henrich kommen auch der Gin Sieben Gin, verschiedene Rums und natürlich hervorragende Obstbrände und Liköre