The Art of Whisky – Antony McCallums neue Whisky-Serie


Ich kenne Antony McCallum nun schon seit einigen Jahren. Damals war er noch für den unabhängigen Abfüller Dun Bheagan tätig. Es muss so um 2017 gewesen sein, als die Nachricht kam, dass Antony Dun Bheagan den Rücken kehrte. Und im Herbst 2018 war es dann so weit, dass er seine eigene Whiskyrange präsentierte. Durch Zufall stolperte ich in die Präsentation bei seinem Importeur für Deutschland. Und so konnte ich die Abfüllungen bereits verkosten bevor sie auf dem Markt waren. Überzeugt hat mich an der ersten Range nicht nur der Geschmack, sondern vor allem das extrem gute Preis-Leistungsverhältnis.

Die Range von 5 Whiskys umfasst 3 Single Malts (Mc Peat, Mc Warrior und Mc Elegance), einen Blended Malt (Mc of the Isles) und einen Blended Whisky (McPink).
Alle Whiskys sind mir 43,5 Vol % abgefüllt, nicht gefärbt und nicht kühl gefiltert. Auf die Frage warum eine so ungewöhnlicher Alkoholgehalt gewählt wurde, sagte Antony ganz schmunzelnd: »5 ist meine Lieblingszahl«. Alle Labels zieren Gemälde und Kunstwerke schottischer Künstler, so entstand der Name der Serie »The Art of Whisky«.

Zu der Reihe gehört auch noch ein Rum Namens Mc Explorer.
Es handelt sich um Small Batches und die Geschmacksausrichtungen können bei den Batches variieren. Das bedeutet auch, dass der Mc Explorer beim nächsten Batch nicht unbedingt ein Rum sein. Mc Explorer ist immer eine Abfüllung ausserhalb der Whiskywelt.

Der Mc Pink ist der Preiskracher. Ein Blended Whisky mit über 50 % Maltanteil und gefinished in Portwein-Fässern überzeugt durch beerige Süße und einen ganz weichen und geschmeidigen Auftritt. Ein Whisky für jeden Tag, der zudem dem Geldbeutel nicht weh tut.

Mc Elegance, der Name ist Programm. Single Malt Whisky mit Sherry Cask Finish. Sehr elegant, fein, ein wenig florale Noten, dezente Süße und fein würziger Abgang.

Mc of the Ilses ist ein Blend verschiedener Single Malts der schottischen Inseln. Er bekam ein Finish in Rum-Fässern, was dazu führte, dass der Hauch an Torf und die Salzigkeit sich wunderbar mit der Rum-Süße verbinden.

Zum Mc Warrior sagte Antony: »Das ist ein echtes Highland-Whisky und dafür steht auch der Name und das ausgewählte Gemälde eines Clan-Mannes.« Die abschließende Reifung erhielt der Whisky in Pedro-Ximenez-Sherry-Casks. Er bringt typische Noten von Trockenfrüchten, aber auch etwas Heidekraut sowie einen Hauch von Schokolade ins Glas.

Der Mc Peat ist der torf-rauchige unter den fünf Abfüllungen. Ein warmer Rauch wie man ihn aus Highland-Brennereien wie Ardmore kennt. Dazu etwas von Zitrusfrüchten, leichte Süße und etwas Algen- und Seearomen.

Alle fünf Whiskys sind klassische Daily Drams mit geringem Trinkwiderstand. Ab März 2019 folgen dann die Vintage Collection mit Single Cask und Small Batch Abfüllungen.

Der Hauch des Teufels – Teagmháil leis an diabhail Vol. I

Der Hauch des Teufels hat meine Sinne vernebelt. Mit Fassstärke (57,1% vol.). Wunderbarer Islay-Rauch, gepaart mit einer schönen Sherry-Süße. Zwar wird beim „Teagmháil leis an diabhail Vol. I“ aus dem Sherry Cask von „The Whisky Chamber” die Destillerie nicht angegeben, der neue Bruder des beliebten „Buair an diabhail of Islay“ dürfte aber von Caol Ila stammen. Wie auch die anderen Teufel von Thomas Ide überzeugt der „Teagmháil leis an diabhail Vol. I“ mit einem intensiven, runden Geschmack und langem Finish. Der Whisky reifte in einem ausgewählten Sherry Cask und ist auf 366 Flaschen limitiert. Eine wunderbare Sherry-Süße paart sich am Gaumen mit dem Geschmack einer rauchigen Salzstange. Was spricht dagen, sich derart beeinflussen zu lassen?

Unendliche Weiten: Ursa Major von Scotch Universe

In der Reihe »Scotch Universe« hat Michel Reick immer aussergewöhnliche Whiskys abgefüllt, aber deren Herkunft allesamt hinter einem Code und dem Namen eines Stern oder Himmelskörpers versteckt sind.

Ursa Major ist der »Große Bär« oder »Großer Wagen« als Sternenbild. Das gibt natürlich noch keinen Aufschluss über die Herkunft. Aber die Unterzeile sagt viel aus.

141° U.4.1’ 1843.1’’ TS

Lösen wir mal auf. Also 141 Monate gereift. U steht für Unpeated. Die 4 steht in der eigenen Kategorisierung für Rotweinfass (Marquise de Therme Barrique). die 1 dahinter für First fill. 1843 gibt Aufschluss über die Brennerei, die 1 steht wiederum für die Region Highlands. TS, dann für Tea spooned.

Allem Anschein nach könnte es sich damit um einen Westport handeln. Also ein Glenmorangie, welcher – zumindest offiziell – mit einem Teelöffel eines anderen Whisky gemischt wurde.

Der Charakter könnte zur Destillerie passen. Glenmorangie ist in seinen Standardabfüllungen mir persönlich oft zu perfekt, zu glatt, zu weich, ohne jeglichen Ecken und Kanten. Als ich im Herbst 2018 dort die Möglichkeit hatte mit dem Destilleriemanager ein privates Warehouse-Tasting zu machen, hab ich Glenmorangie in Fassstärke noch mal ganz anders kennen gelernt. Der starke Alkohol gibt dem ansonsten nahezu perfekten Whisky wieder ein starkes Rückgrat und für mich gleichzeitig wieder mehr Tiefe. Manchmal brauch es eben ein wenig mehr.

Die 60,3 Vol % beim Ursa Major sind zwar einen Ansage, aber sind kaum im Mund zu spüren.

Im Glas duftet er nach rote Früchten, wirkt aber eher leicht und selbst in der Nase ist der Alkohol kaum zu spüren.

Beim Trinken spürt man erst die Süße, dann geht kommen aber herbe Noten vom Rotweinfass und den Taninen. Aber die Süße bleibt dabei wie ein Schleier darüber stehen, sehr langer aber wieder eher trockener Abgang. Purer Genuss und die perfekte Kombination eines großen Whiskys mit einem spannenden Fass.

3 x The Old Friends – Whiskys from Wine Casks

Noch kurz vor den Feiertagen hat uns ein Paket mit drei neuen Abfüllungen von The Old Friends erreicht. Diese Reihe, die ausschließlich im ausgesuchten, stationären Handel erhältlich ist, hat uns von Anfang an gefallen. Auch die neuen Whiskys, die alle in Weinfässern reifen durften.
Es handelt sich um keine Finishs, sondern alle Whiskys sind in den Wein bzw. Portweinfässern komplett gereift.

 

 

HYDE No. 7 „Presidents Cask“ Irish Single Malt

HYDE Whiskeys sind kleine (flüssige) Denkmäler. Denn mit den einzelnen Abfüllungen wird Douglas Hyde, der ersten Präsidenten Irlands, geehrt. Doch HYDE Whiskeys haben auch (mindestens) zwei Geheimnisse: Zum einen ist es „top secret“, woher der Spirit kommt. Und zum anderen – und dieses Geheimnis lässt sich mit etwas Recherche lüften – wird jeder Abfüllung eine Jahreszahl zugeordnet, die nichts mit dem Jahr der Abfüllung, sondern mit der Irischen Geschichte und im Besonderen mit Douglas Hyde zu tun hat.

Nun ist die siebte Abfüllung des HYDE Whiskeys erhältlich und auf der Flasche steht 1893. In diesem Jahr gründete Douglas Hyde die Gaelic League zur Wiederbelebung und Pflege der irischen Sprache.

Der HYDE No. 7 ist eine Small-Batch-Auflage mit nur 5.000 nummerierten Flaschen. Der Single Malt für diese Abfüllung ist dreifach destilliert und reifte danach komplett in frischen ex-Oloroso-Sherry-Butts in den HYDE-Lagerhäusern in West Cork. Abgefüllt werden Hyde Whiskeys ohne Kühlfiltrierung und ohne Zusatz von Farbstoff.

Und wie schmeckt er?
Im Glas sind zunächst süße Sherry-Noten, Trauben und Orangen. Im Hintergrund entwickelt sich würzige Aromen von Röstkaffee und gebrannten Mandeln.

Der Geschmack ist wieder von den nussigen Aromen geprägt, dazu etwas Schokolade und Gewürze. Hintenraus kommt noch eine kleine Explosion von Waldhonig, Feige und Holz.