Abstecher zur 069 Spirits – Neuentdeckung Burgen Drinks & Rozelieurs Whisky

An einem Sonntag Nachmittag hab ich mit Martin zum Besuch auf der neuen Spirituosenmesse, 069 Spirits, in der Klassikstadt verabredet. Als Fachhändler bekamen wir zum Glück Freikarten, denn 20 Euro Eintritt ist schon ein Wort und geht damit noch deutlich über die ebenfalls nicht günstige Inter Whisky hinaus. Ich weiß nicht ob der Preis, oder das gute Wetter oder die nicht verkehrsgünstig gewählte Lage im hintersten Fechenheim der Grund war, aber die Messe war nur sehr mau besucht. Was für die anwesenden Aussteller eher negativ war, war für uns gut, denn es gab viel Platz, wenig Gedränge und damit viele Möglichkeiten mit den Anbietern zu fachsimpeln. Schön auch alte oder noch neue Bekannte dort zu treffen, wie etwa Phillip von Perola mit Rums von Compagnie des Indes bzw. Brockmans Gin sowie Cap Corse Aperitif.

Oder Charles von Spirit of Rum, die die Abfüllungen u.a. von Tres Hombres sowie Don Q vertreten, die bereits einen festen Platz bei uns im Sortiment haben.

Hervorzuheben sind zunächst die Burgen Drinks. Dahinter steckt niemand geringeres als Europas älteste Destillerei, nämlich die Schlitzer Destillerie. Vor allem haben es uns die beiden Gin angetan. Dazu kam, dass Andre von We Love Cocktails, der bereits selbst zwei Gin-Tastings bei mir besucht hat, dort die Gins präsentiert. Einfach schön Leute wieder zu treffen, die von unseren Tastings so angetan sind, dass mich Andre sogar als seinen Gin-Mentor bezeichnete. Wer Cocktails für seine Events sucht ist bei Andre und seinem Team genau richtig.

Die Gins von Burgen Drinks, so nennet sich die Linie hochwertiger Spirituosen aus der Schlitzer Brennerei werden sicherlich demnächst bei uns ins Sortiment aufgenommen werden. Während der klassische Burgen Gin sich durch Zitrus und Anis-/Fenchelaromen
auszeichnet ist der Distillers Cut geschmacklich wesentlich ausgefallener. Hier dominiert die Mandel den Gin, etwas was ich bisher so nicht kannte.

Letzte größere Station war Ferrand mit den Whiskys von Rozelieures aus Lothringen, Rums von Plantation, dem Citadelle Gin sowie natürlich deren Cognacs. Bis auf die Cogancs sind alle mittlerweile schon in unserem Laden vertreten.

Wir haben hier und da auch noch andere Dinge probiert und ich hab mir von Cadenhead auch noch einen wunderbaren 18jährigen Glen Scotia mitgenommen, aber die vorgestellten Spirituosen waren die für den Laden spannensten Tropfen.

Über die Schulter geschaut – Mitarbeiter/innen-Schulung bei den Genussverstärkern

Einmal im Monat setzen wir uns alle zusammen hin und probieren gemeinsam die aktuellen Neuheiten, also das was an Whisky, Gin, Rum oder Weinen neu zum Sortiment dazu gekommen ist. Denn alles was bei uns im Laden steht haben wir selbst schon verkostet und wir verkaufen nur, was wir selbst auch trinken würden.
Im Juni lag der Schwerpunkt auf Whisky und Gin. Lediglich ein Rum, der Fiji von Plantation war mit in der Verkostungsreihe. Was so locker und lustig aussieht ist trotzdem echte Arbeit und nach 20 verschiedenen Spirituosen merkt man auch schnell, dass man, was die feinen Nuancen angeht, schnell an seine Grenzen kommt.

Aber der Reihe nach. Den Start machten fünf neue Gins. Wie bei uns üblich verkosten wir sie zunächst pur und dann mit verschiedenen Tonic Water, so dass wir euch immer auch eine Empfehlung für Gin Tonic mit auf den Weg geben können.


Neu im Sortiment sind die beiden irischen Gin Beara Ocean Pink Gin und der auf Molke basierende Bertha’s Revenge Gin, der Klassiker von Citadelle sowie der gesüßte und fassgelagerte Old Tom Gin von Citadelle. Aromatisch ausgefallen ist der Apostoles Gin aus Argentinien mit den Aromen von Mate und Eukalyptus, die einen an die berühmten englischen Minz-Schokoloaden-Täfelchen erinnern lassen.

Die Whiskys haben den Großteil der neuen Spirituosen dargestellt. Dabei waren der Wolfburn Small Batch 270, zwei Abfüllungen von James Eadie (Caol Ila & Inchgover), Auchentoshan 14 Jahre, Secret Speyside von The Maltman, die neuen Abfüllungen von Spirit & Cask Range, der Bunnahabhain Stiùireadair und der neue Blended Malt Nectar Grove von Wemyss.

Nach drei Stunden angestrengten Verkosten, Austauschen, Notizen machen ging es dann noch zum Chicken Palace, auch bekannt als Speyereck, wo man die besten Hähnchen Offenbachs bekommt.

Passend dazu als Soundtrack The Oppressed* mit »All togeher now«.


* The Oppressed waren eine der ersten antirassistischen Skinheadbands, die für die Wurzeln des Ska und der Rude Boys & Rude Girls aus Jamaika stehen und nichts mit den antirassistischen Boneheads zu tun haben.

Batavia Arrack von By The Dutch – Rum Indonesiens

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Beim Rum denkt man schnell an Karibik, aber das Zuckerrohr aus dem er produziert wird, stammt ursprünglich aus Asien. So liegt es Nahe beim Thema Rum auch einfach mal nach Asien, in diesem Falle nach Indonesien zu schauen. Dort nennt man ihn Arrack.

Der Batavia Arrack wird aus Zuckerrohrmelasse, welche ausschließlich nur auf der Insel Java in Indonesien produziert wird, destilliert Schon seit dem 17. Jahrhundert wird der Batavia Arrack in Indonesien hergestellt. Während der Fermentation wird lokaler roter Reis hinzugefügt, um die Gärung anzuschieben, was ihm seinen außergewöhnlichen Charakter verleiht.
Er wird in traditionellen Pot Stills destilliert und reift anschließend in Amsterdam bis zu 8 Jahre in Eichenholzfässern. Der By the Dutch Batavia Arrack hat ein von Apfel, Birne, Banane, Zimt, Muskat, Vanille, altes Leder, Sternanis und Nelke geprägtes Aroma. 

 

9. Dezember: Präsentation von Compagnie des Indes Rum durch Philipp Riehm

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Am 9. Dezemer wird Philipp Riehm von Perola, dem Importeur der spannenden Rum-Abfüllungen von Compagnie des Indes, bei uns im Laden sein. Er stellt diese authentischen Rums aus Ländern wie Cuba, Guyana, Haiti, Guatemala, Indonesien, Jamaika, Guadeloupe. Lasst euch überraschen von Rums, die nicht nachträglich gezuckert oder aromatisiert wurden, wie sie sonst üblichen Rums auf dem Markt. Aber er hat noch mehr im Gepäck, Rum von Cihuatan aus  El Salvador, sowie La Hechicera aus Kolumbien. Also für alle Rum-Fans ein besonderer Tag.

Ort Die Genussverstärker, Laden in der Bernardstr. 63a, Offenbach


Datum/Beginn 9. Dezember, Samstag 13–17 Uhr

Authentischer Rum vs. Mainstream Rum

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Rum wird meistens mit starker Süße, Vanille, Rosinenaromen, Orangen und ähnlichem assoziiert. Doch bei genauerem Hinschauen liegt das nicht immer am Zuckerrohr, welches die Basis für den Rum ist. Leider sind viele Rums, vorallem solche großer Marken, nachträglich starkt gezuckert worden. Teilweise bis zu 40 g Zucker pro Liter werden den Destilatten nachträglich untergemischt. Das macht die Destillate natürlich unheimlich geschmeidig und gefällig, hat aber meist nur nch wenig mit der Stilistik der Brennerei zu tun. Die Zuckerung und Beigabe von Aromaten – ohne, dass es ein Spiced Rum wäre – nimmt den eigentlichen Charakter weg. Für Rum gibt es kaum Regeln, Rum ist sozusagen der Pirat unter den Spirituosen. Oft fehlt die gewünschte Transparenz. Lediglich bei Rhum Agricole u.a. Martinique ist eine Zuckerung ausdrücklich verboten.
Die Grundlage Zuckerrohr beitet zwar eine grundlegende Süße, aber nicht so intensiv wie viele Marken uns vorgauckeln. Die nachträgliche Zuckerung muss nirgend aufgeführt werden. Hier zwei Artikel mit konkreten Werten zu diesem Thema: Zucker im Rum und Capn Jimbos Rum Forum)

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Zucker ist prinzipiell nichts Schädliches und jeder sollte das trinken, was einem schmeckt. Aber man muss auch feststellen, dass das, was Rum ausmacht, damit verfälscht wird. Leider kommen nicht selten noch Zuagben wie Glycerin und/oder Vanillin hinzu. Diese Zugaben sollen die vorhanden Aromen verstärken. Oft kommen dabei Rums heraus, die wie ein Vanille-Karamell-Dessert schmecken. Und nicht wegen der durch die Fasslagerung entstehenden Vanille-Aromen, sondern durch die später zugegebenen Aromen.

Wir sind mittlerweile große Fans des unabhängiegn Abfüller Compagnie des Indes. Florent Beuchet gründet das Unternehmen 2014, um authentischen, sprich unveränderten Rum, einem größeren Publikum näher zubringen. Seine Single Cask Abfüllungen bzw. Small Batches sind nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert und nicht nachträglich gezuckert. Lediglich seine Einsteigerblends sind leicht nachträglich gesüßt. Darum empfehlen wir: lasst euch auf authentische und veränderte Rums ein und ihr werdet eine riesige Aromenvielfalt entdecken.

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