Sind Whisky, Gin und Rum unbegrenzt haltbar?

Diese Frage taucht öfters in unseren Tastings auf. Ich bin zwar kein Chemiker, aber man kann sich ja schlau machen. Spirituosen wie Whisky, Gin oder Rum haben keine Mindesthaltbarkeitsdatum. Der in ihnen enthaltene Alkohol von mindestens 37,5 % Vol bei Gin und Rum, sowie 40 % Vol bei Whisky führt dazu, dass sie nicht „schlecht“ werden.

Lagerung
Zunächst ein mal schauen wir uns an wie das mit geschlossenen Flaschen aussieht.
Wichtig ist natürlich eine ordentliche Lagerung, also nicht in direktem Sonnenlicht auf dem Regal präsentieren. Also in Tube oder Verpackung dunkel aufbewahren. Eine gleichbleibende und nicht zu hohe Raumtemperatur sind ebenfalls sinnvoll. Also nicht das im Winter gut beheizte Wohnzimmer, sondern eigentlich besser im mäßig warmen Schlafzimmer aufbewahren.

Flaschenreifung
Grundsätzlich gibt es auch eine Flaschenreifung bei Spirituosen wie man sie von Wein kennt. Aber der deutlich höhere Alkohol verlangsamt diese Veränderung. Das »Problem« ist der Sauerstoff in der Flasche. Aber der Alkoholgehalt sorgt dafür, dass Aromenmoleküle weniger mit Sauerstoff in Kontakt geraten und somit weniger Aromenveränderung eintritt. Die Veränderung kann zu nicht mal so unleckeren Aromen wie Vanille, Pfirsich und ätherischen Noten führen, im schlimmsten falle aber auch zu absolut unerwünschten Aromen wie Benzin, Gummi oder Metall.

Ein weiteres Problem sind Whiskys, die mit Zuckerkulör oder E150a gefärbt wurden. Durch deren Abbau im Zusammenspiel mit Sauerstoff können ranzige Aromen entstehen.

Was ist mit geöffneten Flaschen?
Auch Spirituosen in bereits geöffneten Flaschen werden nicht »schlecht«, zumindest nicht im lebensmitteltechnischen Sinne von ungenießbar oder gar schädlich. Aber auch hier ist der Sauerstoff unser »Problem«. Und je mehr die Flasche geleert wird, desto größer wird das Problem. Im Grund verändert sich der Whisky, Gin oder Rum bereits ab dem ersten öffnen. Das ist zu Beginn vielleicht sogar noch erwünscht, da gerade – so mein Eindruck – bei frisch geöffneten Flaschen in Fassstärke der Alkohol deutlicher im Vordergrund ist als bei Flaschen, die bereits länger geöffnet sind.

Grundsätzlich empfehle ich, dass man je nach Füllstand, eine geöffnete Flasche so zwischen 6 und 9 Monaten langsam geleert haben sollte. Ja geringer der Füllstand, desto wichtiger, um sich vor Enttäuschungen zu schützen. Es kann zu starken Veränderungen kommen, muss aber natürlich nicht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu nur raten. Ich hatte mal einen 25jährigen Rosebank eines unabhängigen Abfüllers und die letzten 80-100 ml wollte ich für einen besonderen Anlass aufheben. Dann kam der passende Anlass und der Whisky hatte so viel von seinen Aromen verloren, dass es gar keinen Spaß mehr machte. Auch bei dem ein oder anderen Gin und Rum ist mir das bereits passiert. Mal verlieren sie an Aromen, mal werden sie schärfer oder alkoholischer oder Aromen von Waschbenzin und Nagellackentferner vermiesen einem den Genuss.
Aber auch das Gegenteil ist mir schon unter gekommen. Einen Rum, den ich anfangs gar nicht mochte, schmeckte nach ein paar Wochen aus der geöffneten Flaschen nicht nur besser, sondern dann richtig lecker. Also auch hier gilt, es gibt keine festen Regeln, nur Orientierungspunkte und dass man seine geöffneten Flaschen richtig im Auge haben sollte.

Was tun?
Nicht zu viele Flaschen gleichzeitig öffnen. Die geöffneten in entsprechendem Zeitrahmen leeren, am besten mit Freund*innen zusammen genießen, private Flaschenteilungen oder zu Whisky-Stammtischen oder anderen Event mitnehmen.
Ich selbst teste zur Zeit gerade den Einsatz von Vakuumpumpem, wie man sie vom Wein kennt aus. Auch das Umfüllen in kleinere Gebinde ist eine Möglichkeit den Veränderungsprozess zu verlangsamen. Die Glasmurmelmethode – den Leerraum in einer Flasche mit Glasmurmeln soweit aufzufüllen, damit möglichst wenig Sauerstoffs ich in der Flasche befindet – hat sich für mich als unfunktional erwiesen.

Spirituosen-Flohmarkt
Da wir im Laden nahezu alle Flaschen zum Probieren vor Ort geöffnet haben gibt es bei uns zwei bis drei Mal im Jahr den Spirituosen-Flohmarkt. Denn spätestens nach einem halben Jahr werden die geöffneten Flaschen ausgetauscht bzw. bei limitierten Einzelfassabfüllungen bieten wir die restliche, geöffnete Flasche an, wenn alle Abfüllungen verkauft wurden.

Und am Ende folgt doch nahch jedem Bottle Cleaning oder Bottle Kill doch auch wieder eine neue Flasche, die zu öffnen ist.

Dizonv – der Zebra-Gin aus der Bretagne

Neben Schottland mögen wir die Bretgane sehr und wenn der Gin, dann auch noch aus der gleichen Brennerei wie die leckeren Fine Bretagne und die Armorik Whisky stammt, dann kommt zusammen, was zusammen gehört.
»Dizonv« heißt Zebra in der bretonischen Sprache – eine Anspielung auf die schwarz-weiß gestreifte bretonische Flagge.

Zudem weist der „Lannion Dry Gin“ zwei Besonderheiten auf – er ist BIO zertifiziert, da alle Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Desweiteren ist er typisch für die Region und die Brennerei. Hier eine vollständige Liste der Botanicals: Wachholder, Koriander, Zitronenschalen, Kardamom, Mädesüß, Iriswurzel, Zimt, Fenchelsamen, Seetang und ein wenig Fine Bretagne (aus frischen bretonischen Äpfeln)!

Pur sehr weich und süffig, der Seetang kommt dezent durch und gibt ihm eine leicht maritime Note. Mit Tonic (Empfehlung Fever Tree Indian Tonic) kommen die Apfelnoten mehr durch, er wird herb-würzig und bleibt trotzdem sehr süffig.

Finest Hops Gin – Hopfen trifft auf Wacholder

Die neuste Kreation von OriGINal Love Gin aus Heusenstamm ist der Finest Hops. Hier wurde bayrischer Citrus-Hopfen als weiteres Botanical ins Spiel gebracht. Das gibt dem Gin eine feine würzige Note, die mit der Zitrone wunderbar harmonisiert. Genau die richtige Balance zwischen dem Hopfen und den anderen Botanicals des Gin. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

In der Kombination mit einem Dry Indian Tonic Water bleibt die Würzigkeit bestehen.

Gibt es natürlich bei uns im Laden und im Shop >>> 

OriGINal Gin aus Heusenstamm zu Gast

Anfang Dezember war Patrick Voelkel mit seinen OriGINal Gin aus Heusenstamm zu Gast bei uns zum offenen Gin-Tasting.
Ein leckerer nachmittag und wir führen nun auch alle Gins aus seiner Manufaktur.
Vom klassischen leichten Fine Taste mit 37,5 % zum kräftigeren Pure Taste mit 42 Prozent sowie den Fine Orange, Red Raspberry und Botanicals (Rosmarin infused). Wir haben sogar noch ein paar wenige Flaschen des auf 50 Flaschen limitierten Full Five Zero in schicker Holzbox. Einige Sorten haben wir auch als 0,1 L Probierflaschen.

Kommt vorbei und probiert die äußerst schmackhaften Gins aus der Region.

Eden Mill Oak Gin – Der besondere Gin aus St. Andrews

In St. Andrews, im Süden Schottlands, ist die Brennerei und Brauerei Eden Mill beheimatet. Dort werden nicht nur Gin, sondern auch Bier und Whisky werden dort produziert.

Dieser Gin durfte dementsprechend in ehemaligen Bierholzfässern reifen. Durch den Holzeinfluß duftet er zunächst wenig nach einem klassischen Gin, süß-malzige Aromen und Noten von Vanille und Karamel drängen den Wacholderduft etwas nach hinten. Beim pur trinken, kommt der Wacholder etwas mehr durch, erinnert aber fast etwas an Whisky. Auch hier wieder Vanille, Holz und Gewürze (Sternanis und Zimt).

Pur ein absoluter Genuss, mit Tonic wird er wieder etwas »gin-iger«, der Wacholder kommt wieder mehr in den Vordergrund. Unser Tonic Favorit war Thomas Henry Indian Tonic.