Brecon Botanicals Gin aus dem Land des Drachen

Land der Drachen meint nicht ein Königreich von Game of Thrones, sondern ist eine Anspielung auf den Drachen in der walisischen Flagge.

Der Brecon Botanical Gin unterschiedet sich vom normalen Brecon Gin nicht nur durch den leicht erhöhten Alkoholgehalt 43 statt 40 Vol %, sondern auch über die Botanicals. Der Brecon Botanicals ist mehr von Zitrus, Orange und Bergamotte, Safran sowie Zimt bzw. Cassia geprägt. Insgesamt wirkt er mit seinen »nur« 8 Botanicals etwas erdiger wie der Special Reserve Gin. Ich mag ihn sehr gerne pur, aber auch in Long Drinks wie dem Gin & Tonic oder Cocktails macht er sich gut.

Whiskyfans dürfte der Ort, wo dieser Gin entsteht, etwas sagen, denn er kommt aus der Penderyn Whisky Brennerei. Dort wird er zwar nicht vor Ort produziert, aber das Rezept hat das Unternehmen entwickelt und er wird in der Brennerei abgefüllt. Der Hintergrund ist natürlich darin zu sehen, dass eine Brennapparatur durch die Gin mit seinen aromatischen Botanicals geflossen ist sehr stark gereinigt werden muss, um danach Whiskys in der gleichen Apparatur zu brennen, ohne dass dieser den Geschmack von Wacholder & Co annimmt.

Red Door Gin – Von Peggy und roten Türen

Rote Türen gibt es einige in der Benromach Whisky Destillerie in der nördlichen Speyside in einem Vorort von Forres. Und hinter einer wird eben kein Whisky, sondern Gin produziert.

Und wieso oft bekam die Brennblase, in dem der Gin produziert wird, auch einen Namen. Nämlich Peggy. Benannt nach Peggy Urquhart, der Frau von George Urquhart, welcher für die zweite Generation des Familienunternehmens Gordon and MacPhail steht.

Gordon MacPhail ist nicht nur Besitzer der heutigen Benromach Brenenrei, sondern ein tradiotnsreicher unabhänhier Abfüller mit Sitz im nahegelegenen Elgin.

Red Door ist ein aromatischer klassischer London Dry Gin bei dem Bitter Orange, Zitrone, Sanddorn und Vogelbeeren, die Fruchtkomponente bilden und Heidekraut, Koriander Saat, Angelikawurzel und Wacholder die würzige Seite ausmachen

Ähnlich wie die whiskys wird hier alles in kleinen Chargen, langsam und sorgfältig destilliert. Neben der klassischen Mazeration werde die Aromen beim Destillieren zusätzlich in einem »Geistkorb« extrahiert. Dies ist sowas wie ein großes »Teeei«, in dem Botanicals von dem aufsteigenden warmen Alkoholdämpfen durchzogen werden und dabei die Aromen im Alkohol gebunden werden.

So ist der Red Door Gin einer von mehreren Gins, die aus Whiskybrennerei stammen, wie etwa Botanist von Bruichladdich, Caorunn aus Balmenach, Darnleys View aus Kingsbarns.

Amber Gin von Inverroche – Außergewöhnliches aus Südafrika

Gin Amber der südafrikanischen Brennerei Inverroche  ist schon etwas bespnderes. Nicht nur, dass er aus dem Land am Südzipfel Afrikas stammt, sondern auch seine Farbe ist einzigartig. Der name Amber ist absolut passend dazu. Im ersten Moment denkt ma, dass es sich hier entweder um einen Rum. Die Farbe kommt jedoch nicht wie man vermuten würde von einer längeren Fasslagerung, sondern die Botanicals »reifen« im Basisalkohol in Glasballons, die über Wochen in der Sonne stehen.

Wie bei allen drei Gins von Inverroche und vielen anderen Gin aus der Region ist ein besonderes Botanical, die Pflanzen aus der Gattung »Fynbos«  Sie wachsen ausschließlich im südafrikanischen Cape Floral Kingdom auf kalkhaltigen Böden nahe der Küste. Dazu kommen weitere regionalen Botanicals, Gewürzen aus Indien und europäischen Beeren

Wenn man ihn zunächst pur im Glas hat duftet es sehr vielschichtig von Zitrus über Blüten, Wacholder, Rooibos, roten Äpfel. Sehr komplex und aromatisch und im Rum-Tasting als Blindprobe eingereicht hat zumindest einige verwirrt. Pur ein absoluter neuartiger Gingenuss, aber auch in Longdrinks und Cocktails bietet er neue Gin-Facetten.

Crespo London Dry Gin – ein Gin aus Ecuador

Wir sind ja immer auf der Suche nach Gins, die lecker sind, die aber auch eine Geschichte erzählen können oder eben aus Ländern stammen, die man mit Gin eben nicht unbedingt in Verbindung bringt. So kamen wir auch auf den Crespo aus Ecuador.

Benannt ist der Gin nach seinem Erfinder, Gustavo Crespo. Im Alter von nur 19 Jahren übernahm er die Destillerie seines Großvaters in Uzhupud, einer kleinen, ländlich gelegenen Gemeinde inmitten der ecuadorianischen Anden. Über viele Jahre ushcte er nach dem für ihn perfekten Gin. Irgendwann war es dann so weit.

Der Crespo Gin duftet nach Zitrus und orientalischen Gewürzen und Wacholder.
Verkostet man ihn pur, was ich immer empfehle zumindest beim ersten mal. schmeckt amn neben der Zitrone auch Orange und Kardamom, sowie genügend Wacholder. Ich würde ihn geschmacklich als klassisch bezeichnen, Crespo Gin ist keinen Fruchtbombe, sondern ein Gin mit klassischen Zitrus-, Wacholder und Gewürzaromen. Er wird in kleinen Batches von jeweils 1.000 Flaschen hergestellt.

Drei Ladys und ein Gin – Lussa Gin

Nachdem ich bereits mehrfach auf der Insel Islay war, habe ich es endlich geschafft, auch die Nachbarinsel Jura zu besuchen. Ziel waren die gleichnamige Whisky-Destillerie und die Lussa-Gin-Brennerei. Doch – ich nehme es mal vorweg – es hat sich auch sehr wegen der wunderschönen Landschaft gelohnt.

In Ardlussa, ganz im Norden der Insel, destillieren Claire Fletcher, Georgina Kitching und Alicia MacInnes in einer Copper Pot Still ihren tollen Gin. Brennereiführungen finden eigentlich nur unter der Woche statt, doch Alicia öffnete extra und nur für uns am Samstagnachmittag die Brennerei, um uns durch die kleine Produktionsanlage zu führen und die Herstellung zur erläutern.

Bei den Lussa-Ladys ist alles noch im wahrsten Sinne des Wortes handcrafted, von den – größtenteils – selbst auf der Insel gesammelten und geernteten Botanicals bis hin zum Etikettieren.

Als Botanicals werden u.a. Grün-Alge, Wasserminze, Zitronen-Thymian, Sumpfmyrte, Koriander, Rosenblüten, Lindenblüten, Holunderblüten, Geißblatt, Hagebutte, Kiefernnadel, Dreiblatt, Iriswurzel und Wacholder verwendet. Die Grünalge gibt dem Gin diesen maritimen Touch. Da die Botanicals in der Regel nur zu bestimmten Zeiten geerntet werden können, aber das ganze Jahr über produziert wird, werden die meisten eingefroren. Im Gegensatz zum Trocknen werden dabei die Aromen besser erhalten.

2015 entstand die Idee, einen eigenen Gin zu produzieren. Zunächst produzierten die drei Frauen auf einer kleinen 10 Liter fassenden Kupferbrennblase die ersten Varianten. Das Ergebnis waren drei Gins, über die sie die Bewohnerinnen des Ardlussa Estate abstimmen ließen. Mit der Kleinbrennblase namens »Jim« wurden die ersten 4.000 Flaschen des Lussa Gins produziert.

Mittlerweile ließen sie »Hamish« nach ihren Wünschen anfertigen, um die Produktion zu steigern. Die Small Batches umfassen jeweils ca. 400 Flaschen und sind handnummeriert.

Abgefüllt wird der leckere Gin mit feinen kräutrigen und maritimen Noten in eine eine liebevoll gestaltete Flasche: Vorne drauf sind die Hügel zu sehen, wo die Lussa-Ladys den Wacholder ernten und den Flaschenhals ziert ein Band aus Tartan, das extra für Lussa von der Woollen Mill der Nachbarinsel Islay hergestellt wird.

Kommt in den Laden und probiert den Gin.


River Lussa unweit der Brennerei


The Paps of Jura


Wunderschöne Strände mit glasklarem Wasser auf der Isle of Jura


Natürlich dürfen das überall auf der Insel herumlaufende Rotwild nicht fehlen. Immerhin rund 6.000 Tiere bei 200 Einwohnerinnen.