Was darf ein Gin kosten?


Grundsätzlich gilt natürlich: Jeder darf das für einen Gin ausgeben, was sie/er sich leisten kann und will. Und eine gewisse Qualität hat auch ihren Preis. Aber mittlerweile ist eine Halbliter-Flasche Gin für 40 Euro und mehr keine Seltenheit. Und beim immer noch nicht endenden Gin-Boom stelle ich mir immer öfters die Fragen: Wohin geht die Preisentwicklung? (Diese Frage kann man auch bei anderen Spirituosen aufwerfen und werden wir demnächst auch tun). Und zu welchem Preis kann und will ich Euch Gin im Laden verkaufen?

Im letzten Jahr probierte ich einen australischen Gin. Der war durchaus sehr gut und der Name Poltergeist macht neugierig. Das könnte was für Euch sein. Doch als mir der Preis im Handel (aka UVP) genannt wurde, zuckte ich doch erheblich zusammen: 75 Euro. Fünfundsiebzig Euros für eine 0,7-Liter-Flasche. Das ist eine Hausnummer.

Die Gründe für den Preis liegen vermeintlich auf der Hand: kleine Brennerei in Australien und daraus resultierend ein weiter Lieferweg, Steuern, Zoll und was noch so anfällt.

Doch es sind nicht nur solche Exoten, bei denen die Preise jenseits meiner Schmerzgrenze (sowohl als Konsument als auch als Händler) liegen. Auch der mittlerweile bekannteste Gin aus Deutschland, Monkey 47, lässt mich jedes Jahr über seinen Distiller‘s Cut den Kopf schütteln:

Diese Sonderabfüllung unterscheidet sich vom regulären Monkey 47 dadurch, dass er einem vermeintlich exotischem Botanical gewidmet und um dieses ergänzt ist. Dazu wird das Ganz noch in einer Holzbox präsentiert. Pro Jahr werden 4.000 Flaschen Distiller‘s Cut in den Handel gebracht. Der UVP liegt bei knapp 70 Euro für die 0,5-L-Flasche. (Und nein, dieser Gin wird nicht erst nach Australien und zurückgeschifft.) Trotzdem sind alle Flaschen im Nu ausverkauft. Und dann beginnt der Wiederverkauf, bei dem die (privaten) Verkäufer ordentlich an der Preisspirale drehen (können): Der Preise variiert mittlerweile zwischen 119 und 699 Euro (bei älteren Batches) pro Flasche. Das ist im günstigsten Fall der 4-fache Preis eines Standard-Monkey 47. Und das ist meiner Meinung nach durch nichts gerechtfertigt und deswegen gibt es den auch nicht bei mir. Klar, dass es im auch Sammler gibt. Aber wenn für den Distiller‘s Cut Vintage 2010 wie hier über 1.200 Euro angeboten werden, bin ich fassungslos.

Monkey 47 ist aber nicht die einzige Brennerei, die diesen Weg der limitierten Sonderabfüllungen gehen, beispielsweise Ferdinand’s, Gin Sul und Siegfried bieten spezielle Editionen (wie auch immer die aussehen) an.

Doch „limitierte“ Gins sind nicht wie bei Whisky oder Rum wirklich seltene Single-Cask-Abfüllungen, von denen es naturgemäß nur wenige hundert gibt. Beim Gin ist es ein (oder mehr) ausgetauschtes oder ergänztes Botanical, eine andere Flasche, eine schicke Umverpackung oder auch mal nur ein Promi, der in die Brennblase geguckt hat. Letztlich aber nichts, was sich nicht replizieren ließe. Daher führen wir keine Gins in diesem Preissegment.

Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass guter Schnaps auch etwas (mehr) kosten darf. Auch bei Gin stecken viel Arbeit und Wissen dahinter. Und es ist nur verständlich, dass jemand damit Geld verdienen möchte. Das tun wir auch. Aber die Frage ist: Was ist angemessen für einen Gin?

Faktoren für den Preis
Schauen wir doch mal, welche Faktoren den Preis bestimmen können: Da sind einmal die Kosten für die Grundstoffe, also für den Basisalkohol und die Botanicals. Ein besonderer und/ oder qualitativ hochwertiger Alkohol kostet natürlich mehr als ein einfacher Getreidebrand. Auch hat die Anzahl und die Herkunft der Botanicals nachvollziehbarerweise Einfluss auf den Preis. Kleine Manufakturen haben höhere Stückkosten als industrielle Hersteller. Auch ist verständlich, dass sich ein langer Transportweg oder besondere Zölle (bei Produkten außerhalb der EU) auf den Preis auswirkt. Und dass aufgrund der Alkoholsteuer ein Navy-Style-Gin mit 57 Vol % teurer ist als einer mit der Mindestalkoholstärke von 37,5 Vol %, kann sich letztlich jede selbst ausrechnen; bei einer Alkoholsteuer von 13,03 Euro pro Liter reinem Alkohol fällt beim Navy Style einfach mehr an.

Dazu kommen noch die Herstellungskosten: Unterhalt oder Miete der Brennblase, Personalkosten. Die Flaschen kosten natürlich auch was. Und Design, Marketing und das Drumherum wollen auch bezahlt werden.

Was wir allerdings nicht vergessen dürfen – gerade mit Blick auf die Herstellungskosten: Gin ist eine in der Regel nicht fassgelagerte Spirituose. Gin kann – wenn das Rezept ausgereift ist – im Grunde innerhalb einer Woche produziert, abgefüllt und auf den Markt gebracht werden. Das ist ein großer Unterschied zu Whisky und Rum (wenn ich von meinem Sortiment ausgehe). Und das rechtfertigt meiner Meinung nach auch die Preisunterschiede zwischen den Schnäpsen, denn durch die Lagerung entstehen Kosten, die beim Gin nicht anfallen:

  1. Eine Lagerzeit von X (mindestens 3) Jahren bedeutet auch entsprechend lang gebundenes Kapital
  2. Während der Lagerzeit verdunstet einiges an Inhalt. Je länger eine Spirituose im Fass lagert, desto mehr verdunstet. Bei Whisky ist der „Angle Share“ ca. 2 Prozent Verdunstung pro Jahr. Dadurch „fehlt“ nach 20 Jahren in einem Whiskyfass nahezu die Hälfte des Inhalts, die Ausbeute ist also halbiert. (Bei Rum verdunsten sogar bis zu 11 Prozent pro Jahr.)
  3. Kosten für ein Holzfass und Lagerhäuser

Apropos „Schnaps“: Ich finde den Ausdruck nicht abwertend. Ich mag den Ausdruck, denn er nimmt den Spirituosen die Strenge und Diszipliniertheit, mit denen Gin, Whisky, Cognac, Wodka, Rum ab einem gewissen Preissegment oft betrachtet werden. Dabei sollen sie doch einfach nur getrunken und genossen werden. Und Genuss ist Spaß.

1. Dezember: Bernard lädt ein im fünften Jahr

Zwischen Goetheplatz und Kaiserstraße, dem neuen Hafenquartier und der Berliner Straße hat sich in den letzten Jahren eine spannende Mischung entwickelt:

Besondere, inhabergeführte Läden sowie Gastronomie, das seit drei Jahren erfolgreich bestehende “Märktchen” und eine große Anzahl an Ateliers in den Hinterhöfen, die durch gemeinsame Aktionen mehr Menschen ins Offenbacher Nordend locken wollen.

Am 1. Dezember öffnet direkt in der Bernardstraße der neue Yogaladen Offenbach seine Türen. In der selben Straße wohnt die Künstlerin Stefanie Hutter, die ihre beeindruckenden Werke mit Japanlack vorstellen wird.
Dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei sind auch die OFOF Cafebar in der Ludwigstraße sowie die Mietwerkstatt „Werkbank“ in der Domstraße.
Neben der Goldschmiedewerkstatt Strandperle und dem Wein- und Spirituosenladen Die Genussverstärker gehören auch die Etagerie und Maschenwahn mittlerweile zum festen Stamm der beteiligten Läden.
Wieder dabei sind auch die Ateliergemeinschaft Offenbar, die Schule für Mode. Grafik. Design, Pedalinski Fahrräder und Andrea da Silva mit ihrem Showroom von Material ID.

Die Bandbreite der sich präsentierenden Läden reicht von Schmuck, Wolle, Wein, Whisky und anderen Spirituosen, Mode, Fotografie, Interieur, Design, Yogakursen, Kunst, Workshops, Betonobjekten bis hin zu Fahrrädern.
Besucher von „Bernard lädt ein“ können auf ihrem Rundgang Stempel sammeln und diese im Laufe des Tages an einem der Orte, zum Beispiel als Rabatt für ihren Einkauf, für ein Glas Sekt oder ein Heißgetränk, einlösen.

Durch die nahegelegene S-Bahn-Station Ledermuseum ist das Offenbacher Nordend gut von Hanau, Rodgau, Mühlheim oder Frankfurt erreichbar.

Wir freuen uns auf Euren Besuch
Yogaladen Offenbach //Schule für Mode. Grafik. Design. // Die Genussverstärker // Material-ID // OfOf Cafebar //Strandperle // Stefos Japanlack // Pedalinski // Etagerie // Maschenwahn // Offenbar // Mietwerkstatt Werkbank

17. November: Spirituosen-Flohmarkt: Whisky, Gin und Rum

Im Februar 2014 haben wir erstmals den „Whisky-Flohmarkt“ veranstaltet. Denn es wäre zu schade um die angebrochenen Flaschen gewesen, die entweder nach den Tastings oder dem Verkauf der letzten Flasche übrig geblieben sind. Warum also nicht die noch guten Tropfen zu einem kleinen Preis anbieten?

Mittlerweile hat sich nicht nur diese Veranstaltung rumgesprochen, sondern wir haben auch unser Sortiment erweitert. Und so gibt es auf unserm Flohmarkt neben Whiskys auch Gins und Rums. Im Schnitt bieten wir rund 60 Flaschen an. Und auch wenn die meisten Tastings zu Gin stattfinden, so sind weiterhin die meisten unserer Flohmarkt-Flaschen mit Whisky gefüllt. Darunter sind vor allem limitierte Einzelfassabfüllungen, bei denen ihr die letzte Möglichkeit habt, diese noch zu bekommen. Schwerpunkt sind insbesondere schottische Whiskys von Abfüllern wie Gordon MacPhail, The Whisky Chamber, The Whisky Trail, Wemyss, Signatory Vintage, The Maltman, A.D. Rattray. Wobei natürlich nicht bei jedem Flohmarkt von allen Abfüllern etwas erstanden werden kann.

Wie bei allen beliebten Flohmärkten gilt: Der frühe Vogel bekommt die größte Auswahl. Wer die besten Tropfen ergattern möchte, sollte jedoch früh kommen. Was weg ist, ist weg.

Der Spirituosen-Flohmarkt findet zu den regulären Ladenöffnungszeiten von 13 bis 17 Uhr statt. Und natürlich könnt ihr während des Flohmarkts auch aus unserem regulären Whisky-, Gin-, Rum- und Wein-Sortiment probieren und einkaufen.

Wir freuen uns auf Euren Besuch.

Die Genussverstärker Bernardstraße 63a am Goetheplatz in Offenbach, 3 Minuten von der S-Bahn-Station Ledermuseum entfernt.

Wie läuft ein Gin-Tasting bei uns ab?


Diese Frage bekommen wir öfters gestellt und natürlich ist es am besten mal eines zu besuchen, aber ich werde kurz unsere Vorgehensweise dabei vorstellen.

Gin pur
Zunächst heißt es bei uns Gin-Tasting, nicht Gin-und-Tonic-Tasting. Darum probieren wir alle Gins zunächst pur. Überrascht?

Nun das hat mehrere Gründe:
1. Das erste Tonic Water kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf den markt, bis dahin hat man Gin jahrhundertlang pur getrunken. Im Jahr 1858  ließ sich der Londoner Erasmus Bond erstmals ein Tonic Water patentieren. nach ihm haben belgische Hersteller ihr Tonic Water benannt, das wir als Dry Tonic gerne bei Tastings einsetzen.
So schlecht kann das also nicht gewesen sein.

2. Jede hochwertig hergestellte Spirituose sollte man auch pur genießen können.

3. Um die passende Kombination von Gin & Tonic herauszufinden, muss ich zumindest beim ersten Mal, wenn ich eine neuen Gin verwende, kosten welche Aromen, der Gin hat, um schon mal eine Idee zu bekommen, welches Tonic passen könnte.

Doch noch Tonic Water
Aber in unseren Tastings kommt das Tonic keinesfalls zu kurz.
Wir servieren den Gin ins Nosinggläsern und nach einem kurzen pur verkosten wird der Rest im Glas mit Tonic Water kombiniert. Zu jedem Gin wählen wir ein, für uns passendes Tonic Water aus. Da man man über Geschmack bekanntlich nicht streiten kann, kann es sein, dass ihr andere Kombinationen bevorzugt. Gerade bei der Kombination von Gin und Tonic Water gibt es keine festen Regeln, sondern jede/r muss für sich herausfinden, was einem am besten schmeckt.

Verschiedene Tasting-Themen
Wir bieten verschiedene Themen an. Die Tastings »Gin made in Hessen«, »Gin made in Germany« und »Gin international« bzw. »Gin Weltreise« erklären sich sozusagen von selbst. Das Tasting »Die Gin Stile entdecken« muss etwas weiter erklärt werden. Hier zeigen wir euch im Tasting die historische Entwicklung des Gin anhand flüssiger Beispiele: Das Tasting startet mit einem Genever (Urahn des Gin), Old Tim, London Dry Gin, Navy Style, fassgelagerter Gin bis zum modernen Western Dry Gin. Was sich genau dahinter verbirgt demnächst in einem eigenen Artikel.

Fakten drum herum
Zum Neutralisieren gibt es wie bei allen Tastings Weißbrot und Wasser, in der Pause dann einen kleinen Snack aus Olive Frischkäse und Schmalzbroten. Insgesamt gibt es 6–7 Gins, Dauer etwa 2,5 bis 3 Stunden, ja nach dem wie sich Fragen und Diskussionen ergeben.

Nach dem Tastings können natürlich die Gins sowie die Tonics auch käuflich erworben werden.

1. September: Jubiläumsfeier – 5 Jahre Laden

Am Samstag den 1. September feiern wir 5 Jahre Laden am Goetheplatz. Im August 2013 hatten wir den Laden eröffnet. Zuvor lag der Schwerpunkt bei Tastings, doch irgendwann war ein eigener Laden, eben der nächste Schritt.

Am Anfang wurden wir noch etwas belächelt. Ein solcher Laden im Nordend, ja warum nicht, und die Zeit gab uns Recht. Mittlerweile ist der Laden weit über die Stadtgrenzen für seine tastings aber auch sein Angebot an aussergewöhlichen Weine, Whiskys, Gins und Rums bekannt. Das wollen wir mit euch feiern.

Mit dabei ist ein Winzer der ersten Stunde. Markus Hinterbichler ist einer von drei Winzern, mit denen wir anfingen. An diesem Tag wird er selbst vor Ort sein und seine Weine vorstellen.

Desweiteren wird es kleine Überraschungen geben.
Wir feiern von 13 bis 17 Uhr und freuen uns auf euren Besuch.

Parallel dazu feiern auch unsere Nachbarinnen von der Etagerie ihr Fünfjähriges. (11–18 Uhr)