Die Feiertage stehen vor der Tür – Was trinkt man zum Essen? Teil 2

Hauptspeise – Fisch, Fleisch oder vegetarisch?
Ist die Hauptspeise eigentlich der Höhepunkt eines Menüs oder macht es eher die Kombination der Gänge und Aromen? Im allgemeinen empfinden wir es eher als stimmig, wenn sich durch das Menü ein roter Faden zieht – ein „Kann“ aber natürlich kein „Muss“. Und wo wir gerade beim „Muss“ sind, ist es auch sehr schön, dass sich die strengen Ansichten zu den Weinfarben – rot zu Fleisch und weiß zu Fisch – doch immer mehr lockern.

Es kommt bei der Weinauswahl doch eher auf die Zubereitungsart, die Schärfe des Essens und die begleitenden Aromen z.B. in der Sauce an. Wer sich schon einmal getraut hat, zu einem scharfen Essen einen halbtrockenen/süßen Wein zu trinken, der weiß, wovon hier die Rede ist.

Ein paar grundsätzliche Empfehlungen haben wir natürlich auch im Hauptgang für euch. Sahnesaucen passen hervorragend zu weißen Burgundern. Wie wäre es im vegetarischen Menü daher mal mit einer (selbstgemachten) Pasta mit Nuss- oder Pilz-Sahne-Sauce – auch ein Risotto mit Steinpilzen ist eine gute Wahl.

Graubrugunder, Weingut Hinterbichler

Silvaner Fumé, Weingut Eymann

Chardonnay Zollstock, Weingut Pfirmann

Gegrillte Fischsteaks verlangen doch eher nach kräftigen, intensiven und tanninreichen Weinen. Da kommt es uns zu Gute, vielleicht doch mal die Regeln zu brechen und zum Rotwein zu greifen. Beim gedünsteten Fisch oder auch Muscheln im Sud wären wir allerdings eher wieder beim Weißwein. Um den feinen Fischgeschmack nicht zu übertönen, sollte der Wein nicht zu intensiv sein. Eine dezente Frucht- und mineralische Note machen einen schönen Begleiter aus.

Landschenckenkalk Riesling, Weingut Pfirmann

Gebraten oder geschmort? Das ist eine entscheidende Frage in der Fleischzubereitung. Danach geht es dann auch gleich schon weiter mit den Fragen – nämlich Rind, Lamm, Schwein, Wild oder Geflügel?

The Station Grenache & Carignan

Zu einer Rinderroulade ist eine Cabernet Sauvignon aus Deutschland eine schöne Idee. Zu Lammrücken mit Kräuterkruste bieten sich kräftige Rotweine mit Kräuternoten an, die die Aromen des Gerichtes unterstützen. Der Wein zum Gänsebraten braucht auch etwas Wums. Hier kann man sich allerdings Rot-,  Weißwein oder auch Rosé gut vorstellen. Ein vollmundiger Spätburgunder aus dem Holz, ein schmelziger Chardonnay ebenfalls im Holzfaß gereift oder ein kräftiger, südeuropäischer Rosé .

Cabernet Sauvignon, Weingut Hahn-Pahlke
The Station Craginan & Sarah
Roter Hahn, Weingut Hahn-Pahlke
Porcheria, Zio Porco
Chardonnay Mandelgarten, Weingut Hahn-Palke
Spätburgunder Rad, Weingut Bietighöfer
Rosé hundertprozent, Lukas Krauß

Und zu manchen Gerichten passt allerdings auch schlichtweg nur ein gutes Bier! Das sollte auch einfach mal gesagt werden.

Dessert – süß oder herzhaft?
Das ist nach wie vor eine schwierige Entscheidung. Idealerweise gibt es beides zur Auswahl und in der Reihenfolge erst herzhaft und dann süß.

Ein süßes Dessert ist spannend, wenn es aus verschiedene Komponenten besteht – ein bisschen cremig, ein bisschen fruchtig, ein bisschen knusprig? Ein Klassiker ist die Crème brulée – leckere Variationen zur klassischen Form sind Lavendel oder Matcha. Aber Vorsicht, weniger ist mehr! Eine generelle Orientierung bei Wein zum Dessert ist, dass er möglichst mindestens so süß sein sollte wie das Dessert. Eine ideale Kombination bei viel Süße sind säurebetonte, süße Weine.

Lecker sind auch die Kombinationen rund um das Schokoküchlein – mit Mango-Eis oder Whisky Cream Likör. Vielleicht kommt auch ein klassisches Zimtparfait mit Rotwein-Pflaumen in die engere Auswahl und dazu einen roten Portwein.

Cotswolds Cream Likör
Cream Dog, St. Kilian

Als herzhafte Variante eignet sich eine kleine aber feine Auswahl an Käse, der herrlich mit einem Süß- oder Portwein kombiniert werden kann. Klassische Kombinationen, die so manchen Gast dahin schmelzen lassen sind Stilton/fruchtiger Port oder Roquefort/Süßwein.

Late Bottle Vintage, Niepoort
Rieslander, Auslese, Weingut Pfirmann
Siegerrebe Trockenbeerenauslese, Weingut Hinterbichler

Sollten sich schon alle Gäste die Bäuche halten, ist ein kleiner Absacker in Form eines Whisky, Rum oder Tawny Portwein als Dessert mit einem leckeren Stück Schokolade oder einem guten Fudge vielleicht auch schon genug. Denn es geht ja um den Geschmack und nicht um die Menge

Grahams 20 Years old Port
Croftengea, The Whisky Chamber

Ihr seht, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und wem jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist, der muss einfach noch ein bisschen die Kochbücher wälzen. Und natürlich beraten wir euch auch gerne individuell im Laden, was zu eurem Festtagsmenü am besten passt, denn schließlich soll es ja in erster Linie lecker werden.

Die Feiertage stehen vor der Tür – Was trinkt man zum Essen? Teil 1


Sie kommen jedes Jahr sehr plötzlich, diese Feiertage und viele Menschen stellen sich die Frage, was denn zu diesem Anlass auf den Tisch kommt. Ist das Essen ausgewählt, bleibt noch auszusuchen, welches Getränk denn dazu passend ist. Vielleicht nicht immer einfach bei der großen Auswahl, deshalb bekommt ihr heute ein paar Ideen von uns.

Aperitif – klassisch oder aufwendig?
Glücklicherweise haben wir in Deutschland keine Aperitif-Kultur, der wir folgen sollten. Wir können die gesamte Bandbreite genießen. Ob nun klassisch mit einem Winzersekt, trockenem, weißen Portwein oder Sherry. Eventuell liebt ihr es auch etwas aufwendiger mit einem Gin Tonic oder einem Port Tonic. Der Aperitif versüßt die Zeit, bis alle Gäste da sind und stimmt uns auf den Abend ein. Dazu können schon ein paar kleine Knabbereien, Tapas oder auch frisches Brot mit Olivenöl gereicht werden.

Port Tonic
Byrrhte (4-6 cl Byrrh, mit trockenen Sekt oder Secco aufgießen)
Little Crab Wermut pur oder mit Tonic

Vorspeise – Suppe oder Salat?
Suppe oder Salat sind sicherlich die Klassiker bei den Vorspeisen. Doch bei den Variationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Die klassische Hühnersuppe oder doch eher eine Champignoncremesuppe – spannend ist auch die Kombination von herzhaft und fruchtig wie zum Beispiel bei einer Kürbis-Papaya-Suppe. Wer es eher saisonaler möchte kann statt Papaya auch Orangen nehmen. Zu Crèmesuppen könnt ihr gut mal einen Weiß- oder Grauburgunder probieren. Während zu klaren Suppen eher Weine mit feinen Kräuteraromen passen – das können zum Beispiel ein Sauvignon Blanc oder ein Silvaner sein.

Silvaner 1 Hut oder 2 Hut vom Lukas Krauß
Menage à Trois vom Weingut Eymann

Wer es etwas frischer mag, entscheidet sich vielleicht für einen Salat zur Vorspeise – Feldsalat, Rucola oder Wildkräuter, nur um die Phantasie ein wenig anzuregen. Lecker kombiniert mit Ziegenkäse oder Feigen, gebratenen Pilzen oder Rindfleischstreifen. Entscheidend für die Weinbegleitung ist die Art des Dressings, denn Essig gehört schon eher zu den natürlichen Feinden des Weins. Eine Alternative zum Essig für das Salatdressing ist daher Zitronensaft.

The Station Blanc 2015
Schwoaza Stoana, Weingute Hinterbichler

Insgesamt solltet ihr bei der Weinauswahl darauf achten, dass sich die Intensität und die Schwere der Weine während des Menüs steigert. Für die Vorspeise empfehlen sich daher eher leichte, trockene Weine.

Chardonnay vom Weingut Hinterbichler – Weingenuss aus der Pfalz!


Von Kundinnen und Kunden, die bisher noch nicht so oft in unserem Laden waren, werden wir gerne mal gefragt, wie denn diese Weine aus Österreich sind. Natürlich eine berechtigte Frage, wenn man einen ersten Blick auf die Etiketten wirft. Und doch lässt uns diese Frage schmunzeln, denn gemeint sind die Weine vom Weingut Hinterbichler aus der Pfalz.

Heute stellen wir euch den Chardonnay von Markus Hinterbichler vor. Wenn ihr zunächst die Nase ins Glas haltet, kommen euch die Aromen von frischen, gelben Früchten entgegen – ein bisschen in Richtung Birne, Ananas. Der Geschmack ist rund und aromatisch. Ein Wein, der einfach nur Spaß macht. Aber Vorsicht, es wird sicherlich nicht bei einem Glas bleiben, wenn die Flasche erst einmal offen ist.

Chardonnay wird aufgrund seiner Cremigkeit gerne zu sahnigen Gerichten empfohlen – sicherlich eine gute Wahl. Doch macht es auch Spaß, einfach ein paar würzige Nüsse wie z.B. Curry-Nüsse oder Popcorn mit salzigem Karamell dazu zu snacken. Zu experimentell? Probiert es einfach mal aus!

 

2 Hüte für den Silvaner

Der Mann mit Hut aka Lukas Krauß ist bekennender Silvaner Liebhaber und passionierter Hut-Träger. Deshalb stellen wir euch heute mal seinen Silvaner 2 Hut vor.

Als erstes stecken wir wie immer die Nase ins Glas. Der Wein duftet frisch nach grünen Früchten und gleichzeitig kann sich das große Eichenfass, in dem der Wein gelagert war, nicht verstecken. Das ist schon einmal lecker! Im Mund kommt dann noch eine cremige Nuance dazu, die Frische erinnert ein wenig an erfrischendes Menthol und die Frucht bringt einen Hauch von Stachelbeere mit. Es bleibt als auch beim Trinken frisch, fruchtig, cremig und weich.

Aber wie immer, können wir viel schreiben, besser ist es, wenn ihr euch selber ein (Geschmacks-)Bild von diesem leckeren Wein macht.

Warum 2 Hut fragt ihr euch vielleicht. Ausgehend von seinem Markenzeichen, den Hut, den er immer trägt, bewertet Lukas die Qualität seiner Weine. Aktuell gibt es 1 Hut und 2 Hut in seinem Sortiment und wir sind bereits gespannt, wenn im Frühjahr 2019 der 3 Hut auf die Flasche kommt..

Lukas Krauß, Silvaner trocken, 2015, Pfalz

Scottish Whisky Basics – ein kleiner Einblick in die Whisky Stile


Es kann manchmal schon verwirrend in der schottischen Whisky-Welt sein – Single Malt, Blended Malt, Single Cask, Blended Whisky – alles klar? Deshalb wollen wir heute ein wenig Licht ins Dunkle bringen und euch ein paar wesentliche Whisky Begriffe erläutern.

Single Malt
Single Malts sind Whiskys aus gemälzter Gerste, die in einer einzigen Destillerie produziert werden. Dafür werden verschiedene Fässer aus dieser Destillerie zunächst in einem großen Bottich vermischt und dann in Flaschen abgefüllt.  Soll der Whisky eine Altersangabe z.B. 10 Jahre tragen, bestimmt das jüngste Fass aus der Auswahl der Fässer das angegebene Alter auf der Flasche. Es dürfen auch ältere Fässer enthalten sein, doch die Altersangabe ist durch den am kürzesten gelagerten Whisky definiert.

Single Cask
Single Cask Whiskys sind Abfüllungen, die ausschließlich aus einem einzigen Fass aus einer einzigen Destillerie stammen. Oft sind zusätzliche Informationen wie z.B. Angabe der Fassnummer und Fassart, Destillations- und Abfülldatum, Anzahl der Flaschen auf dem Etikett enthalten. Der Geschmack von Einzelfass-Abfüllungen (Single Cask) ist einzigartig, denn das Fass formt wesentlich den Geschmack  eines Whisky. Wenn alle Flaschen der Abfüllung aus dem Fass ausgetrunken sind, wird es diesen Whisky in diesem Geschmack nicht noch einmal geben.

Blended Malt
Auch hier werden verschiedene Fässer mit Whisky aus gemälzter Gerste gemischt. Allerdings kommen bei den Blended Malts die Fässer nicht aus einer Destillerie sondern sie werden in unterschiedlichen Destillerien produziert.

Blended Whisky 
Blended Whisky besteht aus Malt Whiskys (Whiskys aus gemälzter Gerste) verschiedener Destillerien und Grain Whiskys (Whiskys aus nicht gemälzten Getreidearten mit einem kleinen Anteil gemälzter Gerste) verschiedener Destillerien. Die einzelnen Bestandteile des Blended Whisky können aus 20 oder mehr verschiedenen Destillerien kommen. Es werden Whiskys mit einem eigenen Stil kreiiert, die sich aber nicht einzelnen Destillerie-Stilen zuordnen lassen.

Auch bei den Whisky-Stilen sollte nicht nach gut oder schlecht kategorisiert werden. Eine Empfehlung sind daher die Kategorien „schmeckt mir“ und „schmeckt mit nicht“. Der persönliche Geschmack ist letztendlich das, was zählt. In diesem Sinne > Slàinte < lasst es euch schmecken!