Weingut Boudier & Koeller – Weinentdeckung der besonderen Art

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Mit drei harmlosen Probeflaschen begann alles und es war Begeisterung ab dem ersten Schluck. Zuvor war mir der Name des Weingutes völlig unbekannt und wahrscheinlich nicht nur mir. Kein Wunder, denn dieses Gut existiert erst seit 2010. Gegründet wurde es von den beiden Quereinsteigern Dr. Robert Boudier und Elmar Koeller, die eigentlich aus der Medizinbranche kommen. Anfänglich ging es den beiden jedoch nicht, wie sie mir berichteten, darum ein kleines Weingut mit aktuell etwa 7.5 ha zu schaffen, sondern sie wollten nur Weine für den Eigenbedarf produzieren. Weine für sich selbst, für Freunde und rauschende Feste mit Familien und Freunden. So wurden im ersten Jahr gerade mal 100 Flaschen produziert, im darauffolgenden waren es dann bereits 1000 und der aktuelle Jahrgang 2012 umfasst sogar schon 10.000 Flaschen. Aus dem privaten Weinprojekt ist durch den Zukauf von vielen kleinen Flurstücken ein Weingut geworden. Seit kurzem werden die beiden unterstützt vom Kellermeister Jan Gross, einem Winzer, der bereits bei namhaften Weingütern in Deutschland (Karl Schäfer, Bad Dürkheim)und Österreich (Leo Hillinger) tätig war.

Das Weingut liegt in der nördlichsten Ecke der Pfalz, im Zellertal. Von zwei Seiten umgeben von Rheinhessen und hinter dem nahegelegenen Donnersberg befinden sich bereits die Ausläufer der Weinregion Nahe. Vom Rhein-Main-Gebiet gerade mal 45 Minuten entfernt, schläft das Zellertal noch einen Dornrösschenschlaf und ist für viele Weinfreunde ein weißer Fleck. Nach den überzeugenden Proben sagte ich mir, nix wie hin und die Winzer persönlich treffen. An den historischen Gemäuern des Weingutes, die an den ältesten Stellen bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen, wurde noch fleissig gearbeitet. Das katholische Pfarrhaus aus dem 19. Jahrhundert ist jedoch schon fertig und besitzt sogar einige Fremdenzimmer, die um weitere Zimmer, Festsaal und Vinothek im alten Weingut ergänzt werden.

Begrüßt wurde ich zunächst von Jan, der gerade dabei war für das BBQ-Wine-Fest die Flaschen zu etikettieren. Dass es ein etwas anderer Winzerbesuch werden sollte stellte sich schnell heraus. Jan meinte, dass die Weine wohl noch nicht kalt genug wären, aber sie würden demnächst als Weingut auch einen tollen Champagner importieren und vermarkten, und den könnten wir zunächst probieren. Gesagt getan. Kurz darauf kam zunächst Elmar hinzu und erzählte wie sie nach und nach ihre Parzellen erweiterten (momentan etwa 7,5 ha), wie sie vor Ort mittlerweile anerkannt sind, während namhafte Weingüter aus der Pfalz von den örtlichen Weinbergsbesitzern abgewiesen werden. Denn die Weinberge sollen bei Zellertaler Winzern bleiben. Nach und nach haben wir dann alle abgefüllten Weine probiert.

Die Qualitätsstufen sind an der Dreigliederung des VDP orientiert, haben aber dafür schöne, poetische Namen gefunden: »Auf unserer Erde« als Basissegment, »Unter unserem Himmel« für die mittlere Qualitätsstufe und für die Spitzenweine »Über den Wolken«. Wir haben uns zunächst für drei Weine aus dem Sortiment entschieden, allesamt Weißweine, da die ebenfalls tollen Rotweine entweder bereits ausverkauft sind oder noch nicht abgefüllt sind.

Sauvignon Blanc 2012
Eigentlich sind wir keine großen Fans von Sauvignon Blanc aus Deutschland, denn die sind häufig zu grün und kommen mit zu viel Säure daher, so dass man nach einem Glas all zu schnell »satt« ist. Aber hier war es Liebe vom ersten Schluck an. Die Reben für diesen Wein stammen von Weinbergen aus Rheinhessen und haben bereits 50 Jahre auf dem Buckel. In der Nase hat man zwar unverkennbar die Sauvignon-Blanc-Aromen, aber viel dezenter und ausgeglichener als sonst üblich. Die grünen Aromen (Stechelbeere, Maracuja) sind fein akzentuiert und eingebettet von leichten Holunderblütennoten. Im Mund überwiegt nicht die Säure, sondern Frucht und Frische sind so ausbalanciert, dass man gerne mehr als ein Glas oder gar mehr als eine Flasche davon trinken möchte. Dazu kommt eine feine Mineralik, die sich vom ersten Mundgefühl bis zum Abgang durchzieht.

Mathilde von Tuszien 2012
Tja, was steckt hinter dem Namen? Mathilde von Tuszien (1046–1115) war eine Adlige und wesentliche an der Vermittlung zwischen Papst und Kaiser beteiligt, was später unter Gang nach Canossa in die Geschichte und in den Sprachgebrauch eingegangen ist. Das Gutsgebäude, welche zur Zeit renoviert wird gehörte zu ihren Länderein und so wurde die alte Dame Namensgeberin. Doch nun zum Wein. Blindverkostet erinnert er nur wenig an seine Ursprungsrebe. Es handelt sich dabei um einen Müller-Thurgau, der alle Zweifeler eines besseren belehren kann, die behaupten, dass man aus dieser Rebe keine großen Weinen bekommen könne. Was hier in der Flasche bzw. im Glas ist, ist ganz großes Kino. Nichts von dem stumpfen Müller-Thurgaus, die man sonst kennt. In der Nase, feine Wiesenblumen aber auch Kräuter und feine mineralische Noten. Trinkt man ihn, dann spürt man erst die floralen und leicht fruchtigen Aromen, dann die Eleganz und die Mineralität, die ihn ihn so weit von dem üblichen belanglosen Verwandten abhebt. So sexy kann Müller-Thurgau sein.

Coming Out 2012
Der Name ist nicht einzig und allein eine Anspielung auf die Homosexualität der beiden Weinmacher, sondern steht ebenfalls für ein Coming Out für Weintrinker dazu zu stehen feinherbe, fruchtige Weine zu trinken und sich nicht hinter dem scheinbar schicklichen »Ich trink nur trockene Weine« zu verstecken. Es ist ein Cuvée aus Riesling und Scheurebe, und diese Kombination hat es in sich. In der Nase ein trinkanimierender, frische Früchtekorb aus Birne, exotischen Früchten und auch einem Traum von Frühlingswiese. Die Nase verspricht bereits Trinkspaß und ab dem ersten Schluck wird gehalten, was versprochen wird. Der erste Eindruck ist fruchtig mit einer feinen Süße, dazu aber eine frische Säure, die in der Kombination einen elegentan Trinkspaß möglich macht. Und die erste Reaktion, man will mehr davon. Ein Wein für jede Jahreszeit, aber in der Kombination mit Sommer und Sonne unschlagbar,

Dann gab es noch einen Weine, der noch gar nicht final auf dem Markt ist, aber ich hoffe, dass er bald kommen wird.  Und das sag ich nicht nur als Exil-Saarländer, sondern auch wegen dem Aha und Oho, den dieser Wein schafft. Als Abeitstitel heißt er noch »Vive la Sarre«. Es ist ein völlig trocken ausgebauter Morio-Muskat, der zwar die typischen Muskataromen mitbringt, aber nicht die übliche fette und meist langweilige Süße eines Morio-Muskat. Hintergrund der Namensgebung ist, dass Robert Boudier, wie ich selbst, Saarländer ist und im Saarland als Schoppenwein, Morio doch recht häufig anzutreffen ist. Der Wein ist eine Art Hommage an die Trinkgewohnheiten des Saarlandes, aber gleichzeitig der kritische Hinweis, dass man aus dieser Rebe auch spannende Weine machen kann. Ein Wein im wahrsten Sinne abseits des Mainstreams.

Zum von uns verkosteten, aber zu meinem großen Bedauern, nicht mehr erhältlichen Rotwein Goldloch Rot 2011 noch ein paar Worte.
Wenn der 2012 nur annähernd so wird, dann sollte man davon reichlich zur Seite legen. Er besteht oder besser gesagt bestand aus 80 % Portugieser, 15 % Dornfelder und 5 % von einer bisher noch nicht näher bestimmten autochtonen Rebsorte. Ein DNA-Test soll demnächst Klärung über die Herkunft der Rebsorte geben. Heraus kommt ein prachtvoller Wein. Im Glas strömen einem Aromen von Pflaumen und Vanille entgegen aber auch Nelken und etwas geräucherter Speck. Trinkt man ihn, fasziniert zu aller erst das vollmundige Gefühl, dann folgen dunkle Früchte, würzige Tannine, wieder geräucherter Speck und steinige Noten. Einfach nur umwerfend. Mit knapp 20 Euro nicht so günstig, aber jeder Cent ist sein Genuss wert.

Bei meinem Besuch erfuhr ich so viele spannende und lustige Geschichten, die ich gar nicht mehr alle für diesen Artikel zusammenbringe. Es endete alles mit einem großartigen Abendessen in der Küche von Robert und Elmar, mit Bratwürsten vom Jockel und einem Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde. Tolle Weine, tolle Menschen, Genuss und Lebensfreude, was will man mehr. Da ich nicht nur die Nase lang machen möchte, sind die drei vorgestellten Weißweine allesamt für je 9,80 Euro (Hofpreis) über uns zu bekommen.

Weingut Boudier & Koeller – Weinentdeckung der besonderen Art 5/5 (100%) 5 votes

Auf zur Winerotation 2013

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Dieses Jahr geht es am Pfingssonntag zur Winerotation nach Bad Dürkheim. Die Medienagenten laden gemeinsam mit dem Weingut Fitz-Ritter ausgefallene Weinmacher ein. Alle präsentieren in dem 5000 qm großen Gutspark ihre Weine, die weit weg vom Mainstream sind! Präsentiert werden die Weine auf einer eigens aus über zwei Dutzend Barriquefässern aufgebauten Theke in der RebArena. Gefeiert wird ab 19.00 Uhr. Zum Auftakt sehen wir eine Fashionshow des Labels Fiocco mit Kreationen von Fiona Hesse. Gegen 21.00 Uhr erwartet uns die Band „Marshall Cooper“: Nonkonformer Style mit einer obsessiven Liebe zum Trash und einem kernig-schneidigen Sound, dass sich die Bretter biegen! Danach wird weitergetanzt zu den Soul Grooves von DJ Mahmut The First. Neben den Weinen freue ich mich auf alte und neue Bekannte zu treffen.

Folgende Weine gibt es auf der Weißwein-Party:

Boudier & Koeller (Pfalz) '12 Sauvignon blanc
Dr. Bürklin-Wolf (Pfalz) '11 Gaisböhl G.C. Riesling trocken
Fitz-Ritter (Pfalz) '11 Spielberg Chardonnay trocken
Neiss (Pfalz) '12 "That's Neiss" Cuvée weiß trocken
Pflüger (Pfalz) '12 Spielberg Riesling trocken
Rings (Pfalz) '11 Kallstadt Riesling trocken
Zehnthof Luckert (Franken) '11 "Gelbkalk" Silvaner trocken
von Othegraven (Mosel) '11 "MAX" Riesling trocken
Jakob Schneider (Nahe) '12 "Melaphyr" Riesling trocken
Bgm. Carl Koch (Rheinhessen) '11 "Erster Sack" Riesling trocken
Katharina Wechsler (Rheinhessen) '11 "K" Riesling trocken
Wein- & Sektgut Barth (Rheingau) Riesling Sekt extra brut
Dautel (Württemberg) '11 "Kreation weiß" trocken
LOOOS (Kamptal) '11 Pfeifenberg Grüner Veltliner
Lesehof Stagård (Kremstal) '11 Goldberg Grüner Veltliner
Domäne Wachau (Wachau) '11 Achleiten Grüner Veltliner Smaragd   

Auf zur Winerotation 2013 4.7/5 (93%) 3 votes

Alpha, Beta, Gamma : Weine von Thomas Pahlke

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Alpha, Beta, Gamma. Was sich anhört wie eine Studentenverbindung einer US-amerikanischen Universität ist die Weinlinie von Thomas Pahlke. Nach seiner Ausbilung bei Axel Neiss, Phillip Kuhn und Weingut Horcher sowie zwei Auslandspraktika in Mallorca und Österreich ging er zurück zum elterlichen Weingut Hahn-Pahlke im nordpfälzischen Battenberg.

2008 entstanden seine ersten Weine, die noch auf wenige Flaschen limitiert waren. Wir konnten zwei 2011er Weine (Riesling und Sauvignon Blanc) sowie den bereits ausverkauften 2009er Spätburgunder verkosten.

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Der Spätburgunder, 18 Monate Barriquelager, aus der Magnum hat einiges an Reifepotenzial. In der Nase rote Früchte, Kakao- und Ledernoten. Nach dem Öffnen benötigt er einige Zeit bis er sich zu voller Kraft entwickelt und die Tannine sich mit den Fruchtaromen richtig verbinden. Der Riesling ist ein schlanker aber intensiv minderalischer Wein.

Unser volle Aufmerksamkeit hatte der Sauvignon Blanc Beta. In der Nase typische grüne Aromen wie Stachelbeere und exotische Früchte und Maracuja. Im Mund grüne Paprika, wieder exotische Früchte und etwas Melisse. Sehr fiigran und frisch, dazu eine angenehm zurückhaltende Säure, so dass man nicht zu schnell »satt« wird. Man trinkt gerne auch noch ein zweites Glas.

Ein junges Winzertalent, dessen Weine man in Zukunft im Auge haben sollte.

Alpha, Beta, Gamma : Weine von Thomas Pahlke 4.4/5 (88%) 8 votes

Schwur auf die Qualität – Weine von Daniel Brand

Daniel Brand aus dem pfälzischen Bockenheim hat uns mit seinen ersten Weinen gleich von Beginn an mit seinem Schwur auf die Qualität überzeugt. Seine Etiketten tragen eine stilisierte Schwurhand, eine Anlehnung an ein Relief an der Bockenheimer Martinskirche.

Er selbst sieht darin eine Vermittlung des Vertrauens. »Der Weinfreund kann also sicher sein, dass der Wein in der Flasche von hervorragender Qualität, die Produktion gewissenhaft und nachhaltig verlaufen, dass naturnaher Ausbau erfolgt, und dass jeder Jahrgang individuell und einzigartig ist.«

Da wir uns zunächst einmal nur von einem, dem ersten Jahrgang überzeugen konnte, ist es zunächst ein Versprechen, das aber durch die ersten Weinen bereits auf einem gelungenen Fundament steht. Vom Jahrgang 2011 füllte Daniel Brand einen Riesling aus der Lage Klosterschaffnerei und eine Scheurebe ab.

Der Riesling hat sehr komplexe Aromen, in der Nase finden man Melone, reife Äpfel aber auch einen Hauch Stachelbeere. Im Mund überrascht er posititv mit einer feinen Mineralität und langen Abgang sowie samtigem Schmelz. Die Mineralität und der Schmelz sprechen für Kalkstein-Vorkommen in dieser Lage. Beim Weinwettbwerb Mundus Vini erhielt er hierfür eine Silbermedaille.

Als Essensbegleiter ergänzt er gut Speisen mit hellen Saucen, harmonisiert zmit Kalbfleisch aber auch mit vielen Fischgerichten.

Adieu Sauvignon Blanc
Nun zu unserem Favoriten. Wir selbst sind – entgegen dem Trend – keine unbedingten Fans von Sauvignon Blanc aus Deutschland. Vielfach finden wir  bei viele Sauvignon Blancs zu wenig Ausgeglichenheit, eine zu dominate Säure, die einen zu schnell »satt« macht. Oft hat man nach einem Glas dann genug davon. Und schaut man sich an was Daniel aus seinen Scheureben herauskitzelt, fragt man sich ob man überhaupt Sauvignon Blanc benötigt. War Scheurebe lange nur als süß ausgebaute Weine auf dem Markt, so zeigen immer mehr Winzer was diese Rebe an herrlichen Aromen preis gibt, wenn man sie trocken ausbaut. Denn die Aromen, für die der Sauvignon Blanc steht, finden sich ebenso gut in der Scheurebe.

In der Nase zu erst grüne Paprika, Stachelbeere und Johannisbeere, aber auch etwas weißer Pfeffer. Im Mund dann frische und fruchtige Aromen von Melone. Die Mineralik bleibt lange und gibt dem Wein Rückgrat, trotzdem ein hervorragender Wein mit geringem Trink-Widerstand, der einfach Spaß macht. Solo oder hervorragend zu asiatischem Essen.

In Kürze wird es seine Scheurebe auch bei uns geben.

Shy Guy aka der Typ mit der Scheurebe
Daniel haben wir noch nicht persönlich kennen gelernt, aber spontan fiel mir zur wunderbaren Scheurebe, der Ska-Punk-Song von Nguru ein. Daniel nicht als scheuer Typ, sondern als der Typ mit der Schreurebe. Seine Weine gehen wie dieser Song nach vorne und haben richtig Power.
 

 

Schwur auf die Qualität – Weine von Daniel Brand 4.7/5 (93%) 6 votes

Saar meets Rheinhessen – Willems Willems & Hofmann

Vor einiger Zeit bekamen wir ein umfangreiches Probepaket, dass sich unter dem Motto Saar meets Rheinhessen zusammenfassen lässt. Denn im Paket befanden sich einerseits Weine von Willems Willems von der Saar und vom Weingut Hofmann aus dem rheinhessischen Appenheim.

Wie kommt es, dass zwei so weit von einandner entfernd liegende Weingüter zusammen Probeflaschen schicken? Ganz einfach, die Liebe macht’s. Durch die Heirat von Jürgen und Carolin wurden die beiden Weingüter von den beiden nun gemeinsam betrieben. Man sieht es den Etiketten bereits an, die die Eigenheiten und Gemeinsamkeiten der beiden Weingüter gut widerspiegeln.

Hier eine Auswahl unserer Favoriten aus dem Jahrgang 2009 und 2010.

Allen voran stand bei WillemWillems für uns der Saar Riesling Schiefer. Im Bouquet gibt es süße Äpfel, Mineralik gepaart mit Zitrus und Mango-Aromen. Im Mund spürt man auch zunächst die frische Süße, die gefolgt wird von der steinigen Mineralik und ergänzt von einer angenehmen Säure.

Der Riesling »Auf der Lauer« ist in der Nase spritzig und erinnert etwas an Apfelwein. Im Mund dann voll-reifer Boskop-Geschmack. Feinherb, vor allem aber ein feiner Tropfen.

Der Spätburgunder S 2009 überraschte mit weihnachtlichen Gewürzen, Rumtopffrüchten, Brombeere und etwas Holunder im Duft. Im Mund dann pfeffrige Tannine und feine Ledernoten.

Bei Hofmann faszinierte uns der Sauvignon Blanc 2010, gerade weil wir eigentlich keine Freunde dieser Rebsorte ind. Aber hier ist für uns mit das beste was wir an Sauvignon bisher probiert haben. Nicht überbordend mit den grünen, vegetativen Aromen, sondern statt dessen reife, gelbe und exotiche Früchte. Dazu die passende Portion Säure. Umwerfend!

Aber auch Grauer Burgunder und Silvaner hinterließen einen bleibenden und positiven Eindruck.

Der Appenheimer Silvaner S 2010 ist mineralisch ohne Ende, schmelzig-cremig im Mund und ein Bouquet aus einer Melange von Apfel, Melone und einem Spitzer Zitrusfrüchte. 

Im Vergleich dazu war der Graue Burgunder auch mineralisch geprägt, aber noch stärker geprägt von einem angenehm weichen Mundgefühl, die steinige Würze kommt erst beim Abgang zur Geltung. Zuvor eine Aromatik von Pfirsisch und etwas Quitte.

 
Dazu ein alter Ska-Klassiker der Skatalites »When I fall in Love«

Saar meets Rheinhessen – Willems Willems & Hofmann 5/5 (100%) 1 vote