Genusszeitung, die Zweite

Die zweite Ausgabe unserer Genusszeitung liegt schon seit einigen Tagen in den Auslegestellen in Offenbach aus. Aber es gibt erneut auch eine PDF-Ausgabe. Diesesmal berichten wir von unserem Besuch in der Destillerie Kilchoman und stellen einen ihrer Whiskys, den Machir Bay, vor.

Auch zwei Winzer und ihre Weine stellen wir in der Ausgabe vor: neben dem rheinhessischen Weingut Werther-Windisch, auch den jungen Winzer Phillip Heinz aus der Pfalz. Ein Kurzvorstellung des kulinarischen Krimi »Rotes Gold« von Tom Hillenbrand und Termine der nächsten Genussevents runden das Ganze ab.

Viel Spaß damit!

Auslegestellen:
die genussverstärker, Kaiserstraße 9, OF
Soupreme, Frankfurter Straße 70, OF
die weinstube, Taunusstraße 19, OF
Kraut & Kram, Senefelderstraße 15, OF

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Reisebericht: Kilchoman Destillerie

Kilchoman ist noch nicht lang auf der Landkarte der schottischen Whisky-Destillerien zu finden. Sie ist eine der jüngeren Destillerien und gleichzeitig auch eine der kleinsten. 2005 wurden der erste Whisky auf dieser im Landesinnern der Insel Islay zu findenden Destillerie gebrannt. Da Whisky mindestens 3 Jahre und einen Tag in Holzfässern lagern muss, hat die Destillerie zur frühzeitigen Vermarktung bereits den so genannten Spirit abgefüllt. So konnte man sich schon von der kommenden Qualität des späteren Whiskys überzeugen. Damit hat sich die Destillerie von Beginn an einen hervoragenden Ruf erarbeitet. Von der ersten Abfüllung gab es lediglich 6000 Flaschen weltweit, die heute – so fern man sie noch bekommen kann – zu horrenden Preisen angeboten wird. Aber längst gibt es bereits weitere Abfüllungen so unteranderem auch die erste 5-jährige Abfüllung unter dem Namen Vintage und verschiedene andere Abfüllungen, die nicht nur in ehemaligen Bourbon-Fässern reiften, sondern auch verschieden große Anteile von in Sherry gelagertem Whisky enthalten.


Pot Stills und Spirit Safe bei Kilchoman

Mit rund 100.000 LIter Jahresproduktion ist Kilchoman in Schottland und auf der Insel Islay eine der kleinsten Destillerien. Die Gründer verstehen sich in der Tradition der Farmdestillerien, von denen es bis ins 18. und 19. Jahrhundert mehr als ein dutzend auf der Insel gab. Sie sind im Grunde der Ursprung des heutigen Whiskybooms. Die Farmer brannten überiggebliebene Gerste der jährlichen Ernte zu Whisky, meist illegal bis zur großen Legalisierungswelle Anfang des 19. Jahrhunderts.


Mälzboden mit ausgebreiteter Gerste und Werkzeugen zum regelmäßigen Wenden


Abfüllanlage (rechts im Bild) und Mitarbeiter beim Labeln

Bei Kilchoman wird die Gerste teilweise noch selbst gemälzt und mit einer sehr kleinen Handabfüllanlage auf Flaschen gezogen. Gerade mal von acht Mitarbeiter/innen wird der Whisky produziert und die Führungen für interessierte Touristen und Whisky-Enthusiasten geleitet. Alles ist sehr familiär und sehr authentisch. Auch das kleine Cafe lädt ein eine Zeit zu verweilen. Neben Kaffees und Tees gibt es kleine Speisen. Wir hatten uns für den traditionelle Suppe, einen Cullen Skink, entschieden. Eine Suppe aus geräuchertem Haddock (Schellfisch), Kartoffeln, Karotten, Weißwein, Sahne und Petersilie.

Nicht unweit von der idylischen Farm liegt eine Bucht mit weiten Strandabschnitten voll weißem Sand. Er ist Namensgeber einer aktuellen Abfüllungn der Destillerie, dem Machir Bay.


Machir Bay unweit der Destillerie

Der gleichnamige Whisky ist eine Mischung aus Anteilen von drei, vier und 5jährigen Kilchomans. Der 4jährige wurde anschließend für 8 Wochen in Olorosso-Sherry-Fässern gelagert wurde. Ein noch junger Single Malt mit Islay typischen Raucharomen, aber auch mit Vanille-Tönen und Fruchtaromen. Die Süße kombiniert mit dem Rauch ergibt ein kräftigen Malt, der an Kaminfeuer und Trockenfrüchte erinnert, aber nicht die medizinischen Noten eines Laphroaig aufweist. Für Freunde der rauchigen Malts von Islay ein Geheimtipp. Wir führen diese Abfüllung von Kilchoman in unserem Sortiment.

Reisebericht: Kilchoman Destillerie 5/5 (100%) 2 votes

Reisebericht: Ardbeg

Da unser Unterkunft in Lagavulin, also genau zwischen Laphroaig und Ardbeg lag, waren es dort hin nur kurze Wege oder gar mal ein abendlicher Spaziergang.

Ardbeg entstand vermutlich – wie so viele Destillerien auf Islay – bereits im 18. Jahrhundert als Schwarzbrennerei und liegt wie die meisten anderen direkt am Meer. Ab 1817 ist die Destillerie urkundlich erwähnt und trägt seit dem den namen Ardbeg, ein Name aus dem Gälischen abgeleitet und bedeutet so viel wie kleine Anhöhe (ard bheag). Nach einigen Besitzerwechsel und Stillegung ist Ardbeg heute im Besitz des französischen Misch-Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton. Neben dem bekannten »Ardbeg Ten« gibt es nun auch mehrer spezielle Abfüllungen wie »Supernova«, »Aligator«, »Corryvreckan«, »Uigeadail« oder »Blasda«. Bis auf den »Blasda« sind alle Ardbegs mit um die 40 ppm Phenol sehr vom Torfrauch geprägt. Aber dazu auch leicht fruchtige Apfel- und Zitrusnote.

Auch hier haben wir die reguläre Führung mitgemacht. Bei Ardbeg arbeiten lediglich 9 Personen in der Produktion. Die Führung war gut gemacht und wir hatten Einblick in alle Produktionsbereiche, jedoch war auch hier »silent season«.

Am Ende wurden wir in einen viel zu kleinen Raum für die Gruppe von 12 Besuchern geführt und jeder konnte sich einen Whisky zum Probieren aussuchen. Neben dem »Ardbeg Ten« auch »Supernova 2010« und »Uigeadail«.

Danach ging es noch ins Old Kiln Café zur Stärkung. Das Café ist in der alten Kiln der Destillerie eingerichtet und bietet kleine, aber feine Gerichte wie Sandwiches, Baked Potato mit Haggis und sehr gut Kuchen. Preislich liegen die Gerichte zwischen 7 und 9 Pfund.

Der Ardbeg-Fanshop bietet so alles nötige und unnötige an Merchandising. Vieles fand ich eher grenzwertig, wie den Umhängegurt für Ardbeg-Miniaturflaschen. Wirkt eher wie das Outfit für Kommasäufer. Schade, dass hier sehr auf Effekthascherei gesetzt wird, was die Qualität des Whiskys absolut nicht nötig hat.


Leere Fässer im Hof bei Ardbeg


Schöne Typografie. überall. Hier die Beschriftung der Brennblasen


Washbacks bei Ardbeg

 

Reisebericht: Ardbeg 5/5 (100%) 1 vote

Reisebericht: Bowmore Destillerie

Auf unserer Islay-Tour standen alle Destillerien auf der Liste, obwohl wir bereits während der Tage mehrfach in Bowmore waren, besuchten wir die gleichnamige Destillerie erst am vorletzten Tag. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits 6 andere Destillerien besucht und konnte so sehr gut vergleichen. Die Stadt Bowmore ist mit rund 1500 Einwohner, die größte Ansiedlung und damit »Hauptstadt« von Islay.


Die runde Kirche in Bowmore soll es bösen Geistern verunmöglichen sich einzunisten.
Dabei tut es auch auch guter Malt.

Die 1779 gegründete Destillerie war die erste legale Whisky-Brennerei der Insel, heute gehört sie zum japanischen Suntory-Konzern. Zu Beginn bekommt man ein etwa 15 minütiges Video gezeigt. Diese Ankündigung schreckte mich zunächst etwas ab. Das Video, das wir in den leeren Maltings anschauten war aber sehr gut gemacht und gab einen Eindruck vom Produktionsprozess, aber auch von Islay als Insel. Und im Coop-Markt ums Eck der destillerie sieht man unter Umständen den ein oder anderen Mitarbeiter aus dem Video beim Einkauf wieder. Bowmore ist übrigens eine der wenigen Destillerien, die zumindest noch einen Teil (40 %) ihrer Gerste selbst mälzen. Insgesamt arbeiten gerade mal 15 Menschen in der Produktion der Whiskys, der typischer Weise mit 25 ppm in der mittleren Liga rauchiger Insel-Malts liegt.


Die Washbacks aus Oregon-Pine-Wood


Brennblasen und Spiritsafe


Im Warehouse No. 1 kann man auch die Schätze der Destillerie bewundern

Am Ende der Tour stand ein kleines Tasting, neben einem Bowmore Darkest 15 Jahre, gab es zwei Dram der Malts von Auchentoshen und Glen Garioch, die beide zum gleichen Konzern gehören. Alles schön angerichtet auf einer Schiefertafel mit kleinen Ergänzungen analog zu den Whiskyaromen. Kokos und kandierte Ananas zum Auchentoshen oder Rosinen und dunkle Schokolade zum Bowmore. Dazu der Blick auf Meer und schöne Atmosphäre in der Bar mit angrenzendem Mini-Museum.


Blick vom Hafen auf die Destillerie, wo wir in der Abendsonne einen Malt genossen. Aber Vorsicht, nicht erwischen lassen! In Bowmore ist das Trinken von Alkohol auf der Straße verboten, Strafe bis 500 Pfund.

Reisebericht: Bowmore Destillerie 5/5 (100%) 1 vote

Die Whiskyinsel Islay – eine filmische Reise

Ein Film ersetzt zwar keine Reise, aber er gibt einen kleinen Einblick was Besucher der schottischen Insel Islay erwartet – Whisky, Landschaft und Leute der Hebriden-Insel. Ich kann einen Besuch nur wärmstens empfehlen!

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