Zwei Mal Pinot Meunier – Zwei Mal Sommer im Glas

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Pinot Meunier, eine Rebsorte, die in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht so weit verbreitet ist, und auch unter dem Namen Schwarzriesling oder Müllerrebe bekannt ist. In der Champagne, wo sie rund 30% der Fläsche ausmacht, dient sie – neben Pinot Noir und Chardonnay – zur Herstellung eines Teils des Grundweines für Champagner. Wir haben diesen Sommer gleich zwei Weine aus dieser Traube im Sortiment. Einmal den Blanc de Noir vom Weingut Hinterbichler und ein Rosé vom Weingut Hahn-Pahlke, beide aus der Pfalz. Sie zeigen was man aus der gleichen Rebsorte so unterschiedliche Weine machen kann.

Der Blanc de Noir von Hinterbichler besticht durch saftige exotische Fruchtaromen, dominiert von Bananennoten, was man ja eher selten im Wein findet. Der Rosé von Hahn-Pahlke kommt mit einer vollen Portion roter Beeren im Geruch und Geschmack. Für beide gilt, schön gekühlt und man hat richtigen Sommer-Weinspaß damit.
Beide Weine sind trocken ausgebaut, aber jeweils doch mit einer guten Fruchstüße, die die Fruchtaromen voll unterstützt.

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Riesling Sans vom Weingut Benzinger & Rote-Beete-Carpaccio

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Riesling ohne?! – Was soll das? Doch was heißt das genau beim Wein. Ohne bedeutet hier ohne Schönung, ohne Filtrierung und ohne zugesetzten Schwefel. Beim Weingut heißt es dazu: »handgelesen – spontan vergoren – ungeschönt – unfiltriert – mit Depot – alles handgemacht«
Volker und Inge Benzinger haben vor etwas über drei Jahren ihr Weingut komplett umgekrempelt, sind mittlerweile bio-zertifiziert und probieren aus in wie weit sich der Mensch im Keller zurückhalten kann, wenn er im Weinberg alles richtig gemacht hat.

Doch ihr fragt euch sicher: Wie schmeckt nun der Weine?
Der Wein ist in der Nase erst mal eher erdig, kräutrig-herb, keine dominaten Zitrus- oder Apfelaromen. Diese kommen viel feiner erst mit der Zeit im Glas durch. Die Säure ist unheimlich gut eingebunden. Und das bei einer Restsüße von 0,5 g und Säure von 5 g. Man muss sich ein wenig Zeit lassen, bis er sich im Glas ganz entfaltet oder ihn in eine Karaffe geben. Aber dann ist er unheimlich vielschichtig. 

Wir haben ihn mit Roterbeete an gerösteten Walnusskernen und gebratenem Speck kombiniert, dazu noch etwas lauwarmer Schafs- oder Ziegenkäse. 

Riesling Sans vom Weingut Benzinger & Rote-Beete-Carpaccio 5/5 (100%) 2 votes

Dark Chocolate und die Elefantenparade – Weingut Bietighöfer

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Gerade wieder zurück von der Jahrgangspräsentation und die beste Gelegenheit über die beiden neuen Weine vom Weingut Bietighöfer etwas zu schreiben: Den beginn macht der »Dark Chocolate«. Der Name erzählt schon etwas über den Geschmack des Weines. Dieses Cuvée verbindet alles was man so an einen samtig-weichen Rotwein legt. Dunkle Beeren, Bitterschokolade, Kakao und das alles zu großem Trinkspaß eingebunden. Dabei alles andere als marmeladig-süß, sondern Trinkspßa meint eben auch Trinkfluss, wozu es auch ein Prise Säure bedarf. Was Stefan da aus Pinotage, Cabernet Sauvignon und Spätburgunder vermählt hat, ist einfach super. 

Die Weine sind ünbrigens nicht filtriert und haben etwas Depot, so dass man den letzten Schluck der Flasche nicht ganz ins Glas gießen sollte oder man hat ein Sieb oder gibt den Wein vorher in einen Karaffe. Aber das schmälert null den Geschmack und das zu einem hervorragenden Preis-Genuss-Verhältnis. Food-Pairing? Ja im Ernst, dazu passt dunkle Schokolade, egal ob als Kuchen oder einfach ein Stückchen pur. Aber auch zu Schmorgerichten oder zur Pizza mit Salccicia macht er eine gute Figur.

Musik dazu gefällig. Als Stellvertreter für alle Reserve Weine vom Weingut schmückt eine kleine Elefantenparade – mit Tiger selbstverständlich – das Etikett und daher die Toy Dolly mit Nellie the Elephant.

Dark Chocolate und die Elefantenparade – Weingut Bietighöfer 5/5 (100%) 3 votes

Von Tigern und Stinktieren – Sauvignon Blanc GR vom Weingut Bietighöfer

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Das neue Erscheinungsbild vom Weingut Bietighöfer ist auf den ersten Blick sehr ungewohnt. Die Grand Reserve Weine zieren Tiger mit untrschiedlichen Assecoires bzw. Begleitern. Auf dem Etikett des Sauvignon Blancs GR wird ein Tiger mit einem Stinktier abgebildet und der Tiger hat eine Nasenklammer.

Öffnet man sie schwere metallene Kapsel mit dem Spruch »Drink Sophisticated«, zieht den Korken heraus, dann bekommt man einen kleine Ahnung was dieses Stinktier auf dem Etiektt auf sich hat. natürlich in einer gewissen, augenzwinkernden Überspitzung. Der Duft, der beim ersten Einschenken sich entfaltet ist eine Mischung aus Kräuter, aber auch etwas verschlossenem alten Weinkeller, dezent nur Holz, Rauch, grüne Paprika, aber auch viel überreife Frucht. Ein wahrer Aromenschwall. Lässt man ihm Zeit oder gibt ihn nach dem Öffnen in eine Karaffe, dann entwicklen sich die eleganten Aromen nach und nach. Einer meiner absoluten Lieblingsweine.

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Es ist ein kraftvoller Wein vom ersten Augenblick an, der die volle Aufmerksamkeit beim Genießen erfordert, aber trotzdem nicht kompliziert ist. Gerade etwas an der Luft und wenn er etwas Temperatur bekommt, ist er einfach umwerfend. Ich liebe diese Art von Sauvignon Blanc, der eben nicht das überbordene Maracuja, Stachelbeere und grüne Paprika hat an dem man sich so schnell satt trinkt.

Als Soundtrack dieses mal etwas Rockabilly-Sound von der Tiger Army:

Von Tigern und Stinktieren – Sauvignon Blanc GR vom Weingut Bietighöfer 5/5 (100%) 3 votes

GTX – des Wahnsinns fette Beute – Weingut Carl Koch

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Das Weingut Carl Koch hat eine lange Tradition, aber diese Wein ist weniger von der Tradition des Weingutes als von der hand des Kellermeisters, Heiner Maleton, geprägt. Heiner prägt seit 2010 die Weine des Weingutes. Das sind die völlig unterschätzen Basisweine genauso zunennen wie seine Lust zum Experimentieren. Der GTX ist so ein Experiment. Im Interview mit Martin Riedel, Weinblogger, beschreibt Heiner das seine Weine ausmacht wie folgt:
»60% Terroir – 20% Oenologie – 10% Weinbau – 5% Wahnsinn  – 5% Glück«

Etwas von dem Wahnsinn steckt im GTX sicherlich. Gewürztraminer Extrem ist die Auflösung für die Abkürzung. Maischevergoren, Spontanvergärung, Holzfass und unfiltiriert sind die Komponenten der Herstellung. Ein Wein für Weinfreaks, die sich auf etwas einlassen. GTX ist alles andere als ein Saufwein, sondern ein Wein mit dem man sich beschäftigen kann bzw. sollte, um seine ganze Bandbreite zuentdecken. Nach dem öffnen am besten 1 bis 2 Stunden atmen lassen, dann ein großes Weinglas nehmen. Der GTX braucht Platz im Glas.

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Im Glas entfalten sich teilweise typische Noten des Gewürztraminers wie Rose und Zimt, dazu aber ein Kräuterwucht, Äpfel aus dem letzten Herbst, die im Keller lagerten oder wie es eine Freundin gestern noch ganz spontan zusammenfasste: »Der riecht ein wenig nach Weihnachten.« Kaum Säure, trotzdem nicht müde oder stumpf wirkend im Mund.

Als Essenbegleiter hervorragend zu allem wo man sonst auch mal einen Rotwein trinken würde. Der Wein kommt auch mit starken Aromen der Speisen zurecht. Zu Gegrilltem, gereiftem Käse, Schinken und geräuchter Wurst, Lamm mit Kräuterkruste, asiatischem Essen

Hier noch die Besprechung unsere lieben Kunden Andreas Oeing sowie das Interview welches Martin Riedel mit Heiner führte.

Nichts unbedingt die Musik als Begleitung zum Wein, sondern eher was diese 5 % Wahnsinn und gleichzeitige Genialität der Weine von Heiner musikalsich umsetzt. John Zorn mit seinem Bandprojekt »Naked City«. Verstörend und faszinierend zu gleich.

GTX – des Wahnsinns fette Beute – Weingut Carl Koch 5/5 (100%) 1 vote