Mas Amiel und die Vins Oxidatives

Zwei Wochen waren wir 2012 im Roussillon unterwegs, da Erntezeit war, war es schwierig Weingüter zu besuchen, vor allem die kleineren. Während die großen Weingüter ihre Verkostungsräume und Personal dafür haben, steht bei den kleinen Gütern der Winzer oder ein Familienmitglied hinter dem Tresen. So war unsere erste Station kurz vor Maury gelegen, Mas Amiel. Bereits von weitem, von der Straße aus, sieht man die auf einem Hügel angelegten Buchstabem »MA«.

Der Weg dorthin führt zwar über eine asphaltierte Straße, aber wir hofften in jeder Kurve, dass uns kein Auto entgegen kam, so eng war die Piste. Dort angekommen sah man gleich, dass es hier echt professionell zu geht und dass das design des verkaufsraums das Corporate Design des Weingutes wie es sich auf den Etiketten zeigt wiederspiegelte.

Mas Amiel ist eines der international bekannteren Güter. Vor allem durch ihre Vins Oxidatives haben sie sich einen Ruf geschaffen. Diese Wein liegen bis zu einem jahr in großen Glasballons unter freiem Himmel. Die Ballons sind nicht mit einem Korken abgeschlossen, sondern lediglich eine leere Konservenbüchse sorgt dafür dass keine Bestandteile in die Flasche fallen. Danach werden die Weinen um weitere neun oder mehr Jahre in Fässern gelagert.

Diese spezielle Form der Süßweine bekommt durch die Oxidation besondere Aromen, die an Mokka, Tabak, Leder und Zedernholz erinnern. Aber auch die trockenen Weine sind eine Empfehlung wert, die Basisweine ebenso wie die Spitzenweine.

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Ist Cuvée etwas Schlechtes?

Immer wieder hören wir von Kunden ablehnende Äußerungen zu Cuvées: »Ach Cuvée, nein so was trink ich nicht …«
Sind Cuvées wirklich die schlechteren oder gar minderwertige Weine?

Ein Cuvée ist zunächst ein Wein, der nicht nur aus einer Rebsorte besteht, sondern der Winzer bringt zwei oder mehrere Weine aus verschiedenen Rebsorten zusammen. Für viele hört sich das nach Panschen an. Dazu trägt auch der deutsche Begriff des Verschnitts sicherlich noch zusätzlich bei.

Vermutlich ist es nur in Deutschland ein Problem, hier kennt man Riesling, Weißburgunder oder eben Spätburgunder in der Regel als reinsortige Weine. In Frankreich hingegen wo man auch gerne mal etwas blumiger von Assemblage (Zusammenstellung) oder gar Mariage (Vermählung) spricht, gibt es diese Vorbehalte nicht. Man halte sich nur mal vor Augen, dass für den so renommierten Champagner und die Rotweine aus dem Bordeaux zwei und mehr Weine miteinander »vermischt« werden. Champagner wird meist sogar aus verschiedenen Jahrgängen und verschiedenen Rebsorten »gemischt«. Es ist eben die große Kunst die Weine so zusammenzuführen, dass am Ende ein harmonischer Wein herauskommt, das hat so wenig mit Panschen zu tun, wie man dies einem Parfümeur vorwerfen würde, der aus dutzenden Aromen ein perfektes Parfum kreiert.

Jens Windisch vom Weingut Werther-Windisch aus Rheinhessen hat es treffend auf den Punkt gebracht:
»Eine Cuvee ist nicht die Kunst, Fehler zu verdecken sondern positive Eigenschaften einzelner Rebsorten gekonnt zu kombinieren, um etwas besseres entstehen zu lassen!«

Wir können nur empfehlen, verlassen Sie sich auf ihren eigenen Geschmack. Lassen Sie sich nicht von bestimmten, angeblich uncoolen Rebsorten oder Cuvées abschrecken. So haben wir es sogar schon erlebt, dass jemand meinte, er trinke keine Cuvées, sondern nur Bordeaux-Weine. Es ist nämlich nicht cool sich beim Genuss von Klischees und Vorurteilen leiten zu lassen. Lassen Sie sich auf Neues ein, probieren Sie und entscheiden Sie dann. Zum Wohl!

P.S. Die Männermischung von Philip Heinz, ein Cuvée aus Portugieser und Dornfelder gibt es auch bei uns im Sortiment.

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Gold des Südens – Rotweine aus Südfrankreich

Anfang Februar haben wir bei unserem vinophilen Ausflug ins Languedoc-Roussillon im Rahmen der Verkostung »Rotweine aus Südfrankreich« sechs Weine der Region präsentiert. Die verkosteten Weine sind entweder über im Verkostungsraum zu bekommen oder online über Le Midi Weine zu bestellen. Hier ein kleine Vorstellung der Weine:

Domaine Força Real (Côtes du Roussillon)
Mas de la Garigue 2009
Ein relativ leichter und fruchtiger aus der Region mit dunklen Kirsch und Johannisbeerearomen.

Domaine des Schistes (Côtes du Roussillon Villages)
Les Bruyères 2010

Einen unserer Lieblings Weingüter aus der Egon. Die beiden Brüder Sire bewirtschaftetn auf Terrassenlagen mit Schiefer eine Reihe hervorragender Weine mit animalischen-minralischen Aromen. In der Nase findet man süßes Fruchtkompott mit einer Handvoll Kräuter der Region und etwas Waldhonig. Im Mund entfaltet sich ein Aroma von Brombeeren, Schwarzkirschen und dunkler Schokolade sowie mineralische Komponenten. Für 6,80 Euro ein genialer Wein. Das Cuvée setzt sich aus 40 % Carignan, 30 % Lladoner Pelut – eine Grenache-Variante – und 30 % Syrah zusammen.

Domaine Clos Massotte (Côtes du Roussillon)
Von dieser Domane haben wir gleich zwei Weine vorgestellt. Pierre Massotte vinifiziert erst seit 2003 seine eigenen Weine, zuvor ging alles an die örtliche Genossenschaft, bis er sich entschied die Weine seiner besten Lagen (10 ha) selbst zu vermarkten. Eine Ausgesprochen gute Entscheidung.


Yelen 2007
Der Yelen hat ein ganz besonderes Bouquet nach frischen roten Früchten, gepaart mit Anis und Lakritz. Im Mund hat man den Eindruck von ganz reifen Himbeeren, wieder die typischen südfranzösischen Kräuter, etwas Rauch. Sein Abgang ist richtig lang.

Perle et Pepin 2008
Das ist sozusagen der größere Bruder des Yelen. Alles in allem etwas voller mit Pflaumen- und Cassis-Noten, Vanille, Honig und einem begleitenden Geruch, wie ich sie aus der Zigarrenbox meines Ur-Opas als Kind kennengelernt habe. Dieses Mikro-Cuvee besteht zu je 45 % aus Syrah und Grenache sowie 10% Carignan. Und dürfte mit den 60–80 jährigen Reben ohne wenn und aber auch den Namen »Alte Reben« oder »Vielles Vignes« tragen.

Domaine La Grange Leon (Saint-Chinian)

L’Audacieux 2010
Ähnlich wie Clos Massotte verwendet Joel Fernandez von seinen 30 ha, nur acht bis zehn für seine eigenen Weine. L’Audacieux, der Wagemutige, überrascht durch seinen sehr floralen Duft, ein Glas Wein, dass einen direkt an eine sommerliche Wiese mit Wildblumen und Kräutern erinnern lässt. Dazu kommt eine feine Cassis-Frucht. Im Mund dann wieder die kräftigen Fruchtkomponenten, aber auch etwas was man mit Wildgewürzen und auch Kakao oder Kaffee assoziiert.  

Domaine Le Clos Riverial (Coteaux du Languedoc, Les Terrasses du Larzac)

Les Fontanilles 2010
Olivier Bellet macht mit seinem biologisch produzierten Wein den Abschluss. Noch darf er das AB (Agriculture Biologique – französisches Bio-Siegel) nicht führen, da er sich formal noch in der Umstellungsphase befindet, wobei er seit er den elterlichen Betrieb übernommen hat bereits biologisch produziert. Es ist ein voller Rotwein mit dichter Frucht (Cassis, Brombeere) gepaart mit feinen Vanille- und Holzaromen. Und für unter 10 Euro eine absolute Entdeckung.

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Rosabel – Rosé, aber alles andere als ein Leichtgewicht

Hinter dem blumigen Namen »Rosabel« verbirgt sich ein kräftiger und sehr intensiver Ros#e von der Domaine de Querelle. Die Domaine liegt direkt vor der Stadt Beziers an der Küste. Das Weingut mit 14 Hektar wird in vierter Generation von Michel Abel bewirtschaftet. Bei einer Blindverkostung eines der renommiertesten Weinführer ist es Abel bereits im zweiten Jahr hintereinander gelungen, in die Riege der besten Winzer im Languedoc Einzug zu halten. Diese Domaine gehört zum noch recht neuen AOC-Gebiet mit der Bezeichnung »AOC Terrasses de Béziers«. Die zum Meer hin abfallende Weingärten sind von steiniger Natur und sehr karg. Nebenbei unterhält er auch noch mit seinem Bruder einen Campingplatz, direkt neben seinen Reben.

»Rosabel« ist ein Vin de Pays de l’Herault und wurde aus Grenache Noir vinifiziert. In der Nase hat man volle würzige Zartbitterschokolade und Erdbeere, dezent auch etwas spritzige Himbeere. Auch im Mund findet man diese Aromen, dazu eine kräftige Mineralität. Keineswegs ein Leichtgewicht, aber ganz viel Rückgrat. Vermutlich sidn wir die einzigen, die von diesem Weine eine kleine Menge importieren konnten. Für 6,50 Euro bei uns im Verkostungsraum in der Kaiserstraße 9 in Offenbach.

Melodie, Urwüchsigkeit und occitanische Note des Weins spiegelt sich wunderbar in dem Medley der Band Goulamas’k wieder.

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Weine aus dem Midi – Auswahlverfahren

Gemeinsam mit Gregoris Revzin von Le Midi Weine haben wir mit der Selektion der Weine für das neue Programm begonnen. Bei zwei Terminen haben wir rund 30 Weine getestet. Die meisten Weinen liegen im Preissegement von 6-8 Euro, lediglich einige größerer Cuvées mit um die 12 bis 14 Euro waren mit am Start. Weitere Auswahlrunden werden in den nächste Tagen stattfinden. Wir werden berichten.

Der Le Bosc von der Domaine des Schistes 2010 ist wieder sehr gut, aber weniger anmiamlisch in der Nase. Der Mas de la Garrigue 2009 ist der Hammer, sehr ausgewogen und rund für einen Wein der Preisklasse.

Die beiden linken Weine vom Château des Peyregrandes aus Faugéres sind bereits bestellt und sind demnächst im Sortiment bei Le Midi Weine.

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