Crémant & Austern

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Was trinkt man zu Austern? Champagner oder einfach auch den wunderbaren Crémant vom Weingut Bieitighöfer. Es ist ein Jahrgangs-Crémant von 2012 und eine Cuvée aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, also jenen drei Hauttrauben der Champagne. Ein großartiger Schaumwein, der seinen französischen Vettern in nur wenig nachsteht und das zu einem ungewöhnlich guten Genuss-Preis-Verhältnis. Seine mineralische und würzigen Aromen verbinden sich hervorragend mit dem salzigen Geschmack der Austern. 
Ich weiß, dass nicht jede/r Austern mag. Das Gute ist, der Crémant schmeckt natürlich auch ohne sie hervorragend. Und bei unseren Käse- & Weinverkostungen hat er sich als spannender Begleiter für Brie de Meaux herausgestellt.

 

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Von Affen, Tigern und wenig scheuen Weinen – Eindrücke von der Prowein 2018, Tag 1

Die Prowein in Düsseldorf ist eine, wenn nicht sogar die größte Messe für Weine weltweit. In jedem Jahr ist es eine gute Möglichkeit für mich, die neuen bzw. einen Teil des bereits neuen Jahrganges »unserer« Winzer zu verkosten und immer wieder auch neue Weine und Winzer zu entdecken. Alleine die Weine aus Deutschland füllen zwei komplette Messehallen, so dass man eigentlich nie eine Chance hat mehr als nur einen Bruchteil zu probieren. Ich hatte eine klare Fokusierung auf alte Bekannte und wenige Neuentdeckungen. Daher sind meine Eindrücke auch nicht allgemeingültig für die Prowein als Ganzes. Schließlich bin ich kein Journalist, sondern euer Winedealer. Der zweiteilige Bericht gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was es demnächst im Laden gibt.

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Den Start am Sonntag machte ich – nach kleineren Verzögerungen auf Grund des nochmaligen Wintereinbruchs inklusive Schnee – bei Björn von Invisus Wines. Er versorgt uns nicht nur mit Weinen aus Spanien (Pompaelo aus Navarra, La Multa und Clot) und Frankreich sondern auch mit dem »BCN Gin«. Für die Weinreihe »The Station«, die er gemeinsam mit Katie Jones im Roussillon vinifiziert, hab ich übrigens die Labels gestaltet. Spannend wird gerade aus dieser Reihe der neue Rosé sein. Saftig, fruchtig aber auch mit wunderbarer Würze. Das Label ist bereits fertig und wird in den nächsten Wochen gefüllt.

Markus Hinterbichler mit seinen Weinen, wie dem bei euch beliebten Grauburgunder, hat wie die Jahre zuvor gleichbleibende Qualität auf die Flasche gebracht. Trinkspaß auf geilem Niveau.
 

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Was Stefan Bieitghöfer, jetzt auch mit seinem abgeschlossenen Relaunch der Etiketten, macht ist eh sagenhaft. Da muss ich heute noch seinem Winzerkollegen Daniel Aßmuth für den Tipp vor zwei Jahren danken. Bei Stefan ist von der Basis bis ins Premiumsegment alles stimmig. Elegante, feine und würzige Weine, die dann vor allem bei seiner Grand-Reserve-Linie dem Motto »Drink Sophisticated« entsprechen. Er packt nicht nur den Tiger auf die Etiketten, sondern auch in den Tank bzw. halt in die Flasche. Und wenn er dann noch mit Stefan Dorst, einem der wenigen richtigen Flying Winemaker in Deutschland, zusammen arbeitet wird es einfach nur Hammer. Ihr unter »Dorst & Consorten« abgefüllter Blanc Fumé ist hervorragend. Nicht der »weiße Brasilianer«, sondern ein »weißer Bordeaux aus der Pfalz«. Ok, mit fast 80 Euro im Verkauf werden da viele zucken, aber ich sag euch, das ist wirklich nicht teuer. Es ist lediglich viel Geld.

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Von Stefan wurde ich dann an Hannes Bergdoll weiterempfohlen. Ihn hab ich schon letztes Jahr auf der Jahrgangspräsentation beim Weingut Bietighöfer als Gastwinzer kennengelernt. Nicht nur ein sympathischer Typ, sondern auch gute Weine. Keine Fruchtkorb-Weine, sondern von Mineralität und Frische geprägt. Aus seinem Faible für Scheurebe macht er vor allem mit seiner Reserve-Abfüllung keinen Hehl. Das macht richtig Spaß und zeigt wieder, dass man auch vor so verpönten Rebsorten keine Scheu haben muss. Der Kalauer musste sein. Die Weine von Hannes sind sicherlich eine meiner Neuentdeckungen.

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Sehr gut gefallen hat mir auch der zweite Jahrgang von Angelina Schmücker. Gab es letztes Jahr nur zwei Weine, sind es jetzt schon vier Weine, zur Cuvée »Verschnittsche« und dem Müller-Thurgau kommen jetzt ein stoffiger und würziger Grauburgunder sowie ein Müller-Thurgau aus der Amphore dazugekommen. Auch da freu ich mich die Weine bald im Laden zu haben.

Unter »Monkey Republic«, dem neuen Projekt von Gipsy Wines, werden je ein Weine von sechs Winzern in einer Art Set/Box zusammengefasst werden. Dazu gehört neben einem weiteren Grauburgunder von Angelina jetzt schon der Riesling »Monkey Business« von Phillip Kettern und ein Rosé von Oliver Herzer vom Weingut Johanniger. Mal schauen wer und welche Weinregionen noch dazu kommen. Die Weine lohnen sich aber jetzt schon!

Ein weiteres neues Projekt von Gipsy Wines trägt den Namen »Liter Atur«. Dahinter stehen drei Literweine, Weine mit geringem Trinkwiderstand für kleines Geld: ein Riesling sowie ein Weiß- und Grauburgunder.

Desweiteren hatte ich noch die aktuellen Abfüllungen von Florian Feth aus Rheinhessen  verkostet und Heiner Maleton, ehemals Kellermeister bei Carl Koch Erben in Oppenheim, am Stand des Wormser Liebfrauenstifts besucht. Dort ist er seit Dezember 2017 für die Weine verantwortlich. Ein ganz und gar anderes »Projekt« als zuvor, bin gespannt wie es da weiter geht.

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Den Abschluss machte dann der gemeinsame Abstecher mit Christian Baums von Gipsy Wines/Dealer de Vin beim Stand von La Louvière aus Südfrankreich. Neben einer breiten Palette an Weinen und Schaumweine, gab es dort zum Abschluss das einzige, was nach einem langen Messetag mit 80 bis 90 verkosteten Weinen noch so geht: Bier. Danke Thore!

Um am zweiten Tag fit zu sein, ging es für mich früh ins Hotel nach Duisburg – ist günstiger als direkt in der Messestadt Düsseldorf. Schnell noch was Deftiges essen gehen, noch ein zweites Konterbier und dann ab ins Bett. Am nächsten Tag öffneten die Tore der Prowein bereits um 9 Uhr.  

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Riesling – kann es nur einen geben?

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»Oh Riesling, der ist mir zu sauer.« Das ist ein Satz, den ich in meinem doch noch recht kurzen Leben als Weinhändlerin schon oft gehört habe. Das Pendant dazu ist dann: »Ich trinke nur Riesling«. Und ich kann euch sagen, dazwischen gibt es so, so viel zu entdecken.

Pauschalisierungen über Bord werfen!
Der Riesling im Allgemeinen ist schwer zu finden. Kauft man sich 5 Flaschen Riesling von unterschiedlichen Weingütern mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden aus unterschiedlichen Anbaugebieten, wird man sehr schnell merken, dass es hier große geschmackliche Unterschiede gibt.

Terroir entdecken und lieben!
Der Boden auf dem die Trauben wachsen hat einen Einfluss auf die Aromatik der Trauben. Beim Riesling ist dieser Einfluss besonders ausgeprägt und das macht es spannend. Ob nun Sand, Lehm oder Schiefer, ihr werdet die Unterschiede schmecken. Natürlich nur, wenn ihr euch auch darauf einlasst, zu probieren.

Jedes Weingut hat seine eigene Philosophie!
Grundsätzlich folgt die Weinherstellung einem einheitlichen Prozess. Aber so viele Winzerinnen und Winzer es gibt, so viele Nuancen und kleine, feine Unterschiede gibt es in der Weinherstellung. Ist es da verwunderlich, dass wir eine so große Vielfalt an verschiedenen Rieslingen haben? Ich denke nicht. Bleibt also neugierig, sicherlich habt ihr noch nicht alle probiert, die in Deutschland angeboten werden.

Holz oder nicht Holz, auch das ist hier die Frage!
Ich persönlich liebe Weißweine, die in Holzfässern gelagert wurden. Aber natürlich scheiden sich auch hier die Geister. Grundsätzlich geben Holzfässer dem Riesling eher ein wenig mehr Schmelz und nehmen ihm etwas von der Säure.

Auch ich habe eine Weile gesucht, Rieslinge zu finden, die mir gut schmecken. Ich finde es nach wie vor faszinierend, was mir alles auf diesem Weg begegnet ist. Aus diesen Erfahrungen ist unsere Weinverkostung »Faszination Riesling« entstanden. Wir wollen zeigen, was Riesling alles kann und ihn aus seiner Schublade rausholen. Und da Geschmack sehr individuell ist, lässt sich hervorragend darüber diskutieren.

Meine momentanen 5 Riesling-Favoriten aus unserem Sortiment:

    •    Sackträger R – Weingut Bürgermeister Carl Koch
    •    Old Pine – Weingut Daniel Aßmuth
    •    Riesling Kabinett – Weingut Brand
    •    Riesling Sans – Weingut Benzinger
    •    Riesling Fuchsmantel Alte Reben – Weingut Daniel Aßmuth

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Zwei Mal Pinot Meunier – Zwei Mal Sommer im Glas

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Pinot Meunier, eine Rebsorte, die in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht so weit verbreitet ist, und auch unter dem Namen Schwarzriesling oder Müllerrebe bekannt ist. In der Champagne, wo sie rund 30% der Fläsche ausmacht, dient sie – neben Pinot Noir und Chardonnay – zur Herstellung eines Teils des Grundweines für Champagner. Wir haben diesen Sommer gleich zwei Weine aus dieser Traube im Sortiment. Einmal den Blanc de Noir vom Weingut Hinterbichler und ein Rosé vom Weingut Hahn-Pahlke, beide aus der Pfalz. Sie zeigen was man aus der gleichen Rebsorte so unterschiedliche Weine machen kann.

Der Blanc de Noir von Hinterbichler besticht durch saftige exotische Fruchtaromen, dominiert von Bananennoten, was man ja eher selten im Wein findet. Der Rosé von Hahn-Pahlke kommt mit einer vollen Portion roter Beeren im Geruch und Geschmack. Für beide gilt, schön gekühlt und man hat richtigen Sommer-Weinspaß damit.
Beide Weine sind trocken ausgebaut, aber jeweils doch mit einer guten Fruchstüße, die die Fruchtaromen voll unterstützt.

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Gewürztraminer Spätlese, Weingut Carl Koch – Rheinhessen rockt Asien

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Gewürztraminer zählt sicherlich für die wenisgten zu den präferierten Rebsorten. Zu Unrecht wie ich finde. Denn gerade diese rebsorten bietet eine wunderbare Aromenwelt von floralen Noten, die an Rosen erinenrn bis hin zu zimtartigen Gewürzen. Vielleicht sind es diese starken Aromen, die aber nicht unbedingt mit Frucht assoziiert werden, dass Gewürztraminer nur so wenige Fans hat. Aber vielleicht ist diese 2015er Spätlese vom Weingut Carl Koch ein Einstieg, vor allem für alle Liebhaber asiatischer Küche. Die feine Süße des Weines ist ein idealer Partner für die pikante bis scharfe Küche aus Korea oder Thailand. Denn die Süße puffert die Schärfe ab, so dass der Wein letztlich weniger süß und viel frischer schmeckt und die Schärfe nicht zu dominant wird. Wir haben Schweinenackensteaks mariniert mit Chili, Sesam und Sojasauce. Scharf anbraten und kurz vor Ende mit Zuckerschoten und Paprika vermengen. Dazu passt für alle, die es noch schärfer mögen das Kimchi von Stefan das Wollschaf, einem lokalen Produzenten aus Offenbach.

So wie wir regionalen Wein und asiatische Küche zusammengeführt haben, so verbindet Dr. Ring Ding aus Münster mit Kingston Rudieska aus Seoul beide Welten musikalisch.
 

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