Wine with a hat – Lukas Krauß

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Der Winzer mit dem Hut ist im Haus! Nach dem er schon ein paar Mal bei »Wein & Genuss« im Restaurant Schaumahl angekündigt war, aber dann doch etwas dazwischen kam, war es Ende Januar endlich so weit. Und wir hatten nach zwei Jahren die Möglichkeit ihn auch einmal persönlich zu treffen.

Was Christoph Kubenz mit seinem Team in der Küche des Schaumahls wieder gezaubert hatte, war zum wiederholten Male sensationell. Mein Favorit war das Ingwer-Sauerkraut und Schweinebäckchen, Adlerfisch mit Bacon, Maispuree und Barbeque-Sauce sowie das Dessert aus Mangoeis und Pistanziencreme.

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Dazu gab es die Möglichkeit insgesamt sieben Weine von Lukas zu probiern. Der Opener war sein süffiger – im positivsten Sinne – Chapeau Krauß. Ein Weißwein, der mehrheitlich aus Müller-Thurgau besteht. Seine Vorliebe für Silvaner entgegen den Ressentiments finde ich gut und jeder sollte diesen Silvaner probieren, um seine Vorurteile ein für alle Mal abzulegen – Eine ideale Speisebegleiter.

Der Grüne Veltliner von Lukas, der teilweise im Holz ausgebaut wurde, ist etwas besonderes und es bedraf etwas Zeit ihn zu genießen. erst die frischen Kräuternoten bis hin zu Waldmeister-Aromen und mit dem Sauerstoff kommen immer mehr die schmelzigen Anteile vom Holzausbau hervor. Auch dem Grauburgunder gibt der Holzausbau den besonderen Kick. Im Gegensatz zum Chapeau Krauß aber Weine für Weinfreunde mit Muse dafür.

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Lukas kann aber auch in Rot. Zum Hirschrücken an Aubergine, Zucchini und Paprika gab es einerseits Spätburgunder und Krauße Schwarzer. Letzterer war an unserem Tisch der Favorit zum Hirschrücken. Das Cuvée aus Portugieser und Schwarzriesling harmoniserte hervorragend. Der Name ist übrigens, wie Lukas erzählte, eine Hommage an seinen Opa, der auf Grund seiner schwarzen Haare und der von der Feldarbeit braun gegerbten Haut, Krauße Schwarzer, genannt wurde. Er legte den Grundstein für den Weinbau, den Lukas heute betreibt.

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Zum Dessert, wahlweise süß oder Käse, gab es seine Kerner Trockenbeerenauslese mit den voluminösen Quitten und Honigaromen. Ein passender Abschluss.

Wir haben daraufhin zwei Weine von Lukas, Chapeau Krauß und Krauße Schwarzer, in unser Sortiment aufgenommen. Aber auch alle anderen Weine von Lukas können wir besorgen.

Als Ergänzung dieses kleine Interview mit der Generation Riesling, vor allem über die Silvaner von Lukas.

Wine with a hat – Lukas Krauß 4.9/5 (97%) 7 votes

Genusszeitung, die Zweite

Die zweite Ausgabe unserer Genusszeitung liegt schon seit einigen Tagen in den Auslegestellen in Offenbach aus. Aber es gibt erneut auch eine PDF-Ausgabe. Diesesmal berichten wir von unserem Besuch in der Destillerie Kilchoman und stellen einen ihrer Whiskys, den Machir Bay, vor.

Auch zwei Winzer und ihre Weine stellen wir in der Ausgabe vor: neben dem rheinhessischen Weingut Werther-Windisch, auch den jungen Winzer Phillip Heinz aus der Pfalz. Ein Kurzvorstellung des kulinarischen Krimi »Rotes Gold« von Tom Hillenbrand und Termine der nächsten Genussevents runden das Ganze ab.

Viel Spaß damit!

Auslegestellen:
die genussverstärker, Kaiserstraße 9, OF
Soupreme, Frankfurter Straße 70, OF
die weinstube, Taunusstraße 19, OF
Kraut & Kram, Senefelderstraße 15, OF

Genusszeitung, die Zweite 4.8/5 (96%) 5 votes

Talisker Blues – ein Schottland-Krimi

Mara Laues Roman »Talisker Blues« ist ein spannender Roman bei dem der Whisky von der Insel Skye eine tragische Nebenrolle spielt. Der junge Kieran MacKinnon kehrt nach 20 Jahren Gefängnis auf die Insel zurück. Auch wenn er sich wegen eines übermäßigen Talisker-Genusses nicht mehr daran erinnern kann, saß er wegen Mordes an seiner Freundin in Schottlands härtestem Gefängnis. Als er zurück kommt wird er alles andere als wohlwollend oder freundlich empfangen.

Als dann eine Frau nach dem gleichen Muster wie vor 20 Jahren ermordet wird, liegt der Verdacht nahe. Die Geschichte entwickelt sich spannend und wer schon einmal auf Skye war – ich war es leider noch nicht – wird einige Beschreibungen von Orten sicherlich wieder erkennen. Spannender Schottland-Krimi, der Dram für Dram mit einem Talisker gewürzt ist.

Goldfinch Verlag, ISBN 978-940258-16-8

Talisker Blues – ein Schottland-Krimi 4.8/5 (95%) 4 votes

Ist Cuvée etwas Schlechtes?

Immer wieder hören wir von Kunden ablehnende Äußerungen zu Cuvées: »Ach Cuvée, nein so was trink ich nicht …«
Sind Cuvées wirklich die schlechteren oder gar minderwertige Weine?

Ein Cuvée ist zunächst ein Wein, der nicht nur aus einer Rebsorte besteht, sondern der Winzer bringt zwei oder mehrere Weine aus verschiedenen Rebsorten zusammen. Für viele hört sich das nach Panschen an. Dazu trägt auch der deutsche Begriff des Verschnitts sicherlich noch zusätzlich bei.

Vermutlich ist es nur in Deutschland ein Problem, hier kennt man Riesling, Weißburgunder oder eben Spätburgunder in der Regel als reinsortige Weine. In Frankreich hingegen wo man auch gerne mal etwas blumiger von Assemblage (Zusammenstellung) oder gar Mariage (Vermählung) spricht, gibt es diese Vorbehalte nicht. Man halte sich nur mal vor Augen, dass für den so renommierten Champagner und die Rotweine aus dem Bordeaux zwei und mehr Weine miteinander »vermischt« werden. Champagner wird meist sogar aus verschiedenen Jahrgängen und verschiedenen Rebsorten »gemischt«. Es ist eben die große Kunst die Weine so zusammenzuführen, dass am Ende ein harmonischer Wein herauskommt, das hat so wenig mit Panschen zu tun, wie man dies einem Parfümeur vorwerfen würde, der aus dutzenden Aromen ein perfektes Parfum kreiert.

Jens Windisch vom Weingut Werther-Windisch aus Rheinhessen hat es treffend auf den Punkt gebracht:
»Eine Cuvee ist nicht die Kunst, Fehler zu verdecken sondern positive Eigenschaften einzelner Rebsorten gekonnt zu kombinieren, um etwas besseres entstehen zu lassen!«

Wir können nur empfehlen, verlassen Sie sich auf ihren eigenen Geschmack. Lassen Sie sich nicht von bestimmten, angeblich uncoolen Rebsorten oder Cuvées abschrecken. So haben wir es sogar schon erlebt, dass jemand meinte, er trinke keine Cuvées, sondern nur Bordeaux-Weine. Es ist nämlich nicht cool sich beim Genuss von Klischees und Vorurteilen leiten zu lassen. Lassen Sie sich auf Neues ein, probieren Sie und entscheiden Sie dann. Zum Wohl!

P.S. Die Männermischung von Philip Heinz, ein Cuvée aus Portugieser und Dornfelder gibt es auch bei uns im Sortiment.

Ist Cuvée etwas Schlechtes? 4.7/5 (93%) 3 votes

Mörderischer Tee mit Prof. Dr. Dr. Bietigheim

Nach dem ich in Kürze »Die letzte Reifung« von Carsten Sebastian Henn verschlungen hab, war die Vorfreude auf die Fortsetzung der Reihe um Prof. Dr. Dr. Bietigheim, Professor für Kulinaristik groß. Dieses Mal führt der Autor den Leser nach England, genau genommen nach Cambridge. Dorr soll Bietigheim eine gastprofessor übernehmen, seine beiden Vorgänger wurden innerhalb kürzester Zeit auf skurille Art und Weise ermordet. Dies spornt den Hobby-Detektiv umgehend an, nicht nur die Studenten die Geheimnisse der Tees näherzubringen, sondern gleich auch den Mörder zu überführen. Unterstützt wird er dabei wieder von Pit, dem Taxi fahrenden Rocker und Fleischliebhaber und erstmals durch seine computer-verrückte, wissenschaftliche Hilfskraft Rena.

Lag mir persönlich das Burgund aus dem ersten Teil kulinarisch doch um einiges Näher als die Welt des Tees, so war es doch wieder unterhaltsam, informativ und spannend zu gleich. So erfährt ganz neben bei etwas über Darjeeling-, Matcha-, Pu-Erh-Tees und vieles mehr um das anregende Nationalgetränk Englands. Kulinarisch gibt es zum Glück – zumindest am Rande – auch um Portwein und englische Käse wie Stilton, Stinking Bishop und andere. Der exzentrische Bietigheim mit seinem alles andere als gut erzogenen Foxterrier Benno von Sabber, passt hervorragend ins ebenso exzentrisch beschriebene, universitäre England und die dortige High-Society und führt immer wieder zu komischen Situationen. Bei allem bleibt die Spannung keineswegs auf der Strecke und die Auflösung des Mordes im Stile eines Inspektor Columbo nimmt ein überraschendes Ende.

Vorschau
Die Fortsetzung, also der dritte Band, könnte – so ich die Andeutung richtig lese –  Prof. Dr. Dr. Bietigheim ins belgische Brügge und die dortige Schokoladen- und Pralinenwelt führen. Lassen wir uns überraschen.

Das Buch ist zur zeit nur als Hardcover im Pendo-Verlag erschienen: ISBN 978-3866122567

Mörderischer Tee mit Prof. Dr. Dr. Bietigheim 4.5/5 (90%) 2 votes